Keiner der Rookies in dieser Saison kommt an die Statistiken der besten Neulinge aller Zeiten heran. Selbst Kirill Kaprizov, der das Rennen um die Calder Trophy als bester Rookie der Saison dominiert, kommt mit seinen 34 Punkten (16 Tore, 18 Assists) nicht an die Bestwerte heran. Teemu Selanne stellte 1992/93 mit 132 Punkten (76 Tore, 56 Assists) den bis heute gültigen Rekord für die meisten Punkte eines Rookies auf. Alex Ovechkin lässt seinen Landsmann Kaprizov mit 106 Punkten (52 Tore, 54 Assists) ebenfalls weit hinter sich, genau wie Sidney Crosby mit 102 Zählern (39 Tore, 63 Assists). Vergleicht man jedoch die Rookies Tim Stutzle und Nico Sturm aus Deutschland und Pius Suter und Philipp Kurashev der Schweiz mit ihren Vorgängern aus den beiden Ländern, stößt man auf echte Spitzenwerte.
Stützle ist effizient wie kein anderer Deutscher
Wirft man einen Blick auf die absoluten Zahlen, liegt Tim Stützle mit 22 Punkten (7 Tore, 15 Assists) aktuell auf dem sechsten Platz aller deutschen Rookies. Die 37 Punkte (13 Tore, 24 Assists) von Dominik Kahun aus der Saison 2018/19 dürfte er nicht erreichen, doch das liegt vor allem an der auf 56 Spiele verkürzten Saison. Um die Leistung der diesjährigen Debütanten besser einordnen zu können, muss die Leistung pro Spiel berücksichtigt werden und da liegt Stützle ganz vorne.
"Der Junge ist so talentiert und schnell", schwärmte Verteidiger Thomas Chabot, Stützles Teamkollege bei den Ottawa Senators. "Er liebt es zu spielen und zu lernen. Wir reden viel über unterschiedliche Spielzüge und er denkt das Spiel anders, als jeder andere Spieler. Es ist keine Überraschung, dass er in dieser Liga sofort Erfolg hatte."
Stützle sammelt im Durchschnitt 0,55 Punkte pro Spiel und belegt damit den ersten Platz aller deutschen Rookies in der NHL-Geschichte vor Uli Hiemer, der 1984/85 wohlgemerkt als Verteidiger 0,547 Punkte pro Spiel erzielte, und Jochen Hecht, der es 1999/2000 auf 0,54 Punkte brachte. Seine Bedeutung für die Senators ist auch an der Eiszeit von 15:51 Minuten pro Spiel erkennbar, Tobias Rieder ist der einzige Stürmer, der in seiner ersten Saison für die Arizona Coyotes mehr Zeit pro Spiel auf dem Eis verbrachte (16:54).
"Er ist so gut und wird immer besser werden, wenn er älter und kräftiger wird", führte Chabot weiter aus. "Er wird in den nächsten Jahren ein wichtiger Teil unseres Teams werden."