NSH@TBL: Josi versenkt den Puck im Powerplay

Die Nashville Predators verpassten es am Samstag erneut, einen weiteren Schritt Richtung Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs zu machen. Gegen die Tampa Bay Lightning unterlagen sie auswärts in der Amalie Arena mit 2:6 und setzten damit ihre wechselhaften Leistungen auf der Zielgeraden der regulären Saison fort. Sie gewannen zuletzt am 27. und 29. März zwei Spiele in Folge.

"Wir waren heute einfach in verschiedenen Bereichen nicht gut genug", kritisierte Predators-Trainer John Hynes. "Ein großes Thema war die Disziplin. Wir haben gegen ihr starkes Powerplay einfach zu viele Strafen kassiert, besonders am Anfang des Spiels. Unsere Abwehr ist auch ein paar Mal zusammengebrochen und hat ihnen hochkarätige Chancen geschenkt … Das müssen wir bereinigen."
Ein Lichtblick war jedoch wie so oft Kapitän Roman Josi. Der Verteidiger aus Bern erzielte mit einem Powerplaytor seinen 90. Punkt (21 Tore, 69 Assists) der Saison. Er ist erst der neunte Verteidiger in der NHL-Geschichte, der diese Marke geknackt hat und der erste seit Ray Bourque in der Saison 1993/94. Josi, der 2020 die Norris Trophy für den besten Verteidiger der NHL gewann, führt die Predators und alle NHL-Verteidiger nach Punkten und Assists an.
"Das hatte ich heute sicher nicht im Kopf", lenkte Josi den Fokus von seinen persönlichen Leistungen auf die Situation seiner Mannschaft. "Wir sind im Playoff-Rennen, und das war ein enttäuschender Abend für uns. Irgendwann werde ich darauf zurückschauen und mich darüber freuen, aber heute bin ich einfach nur enttäuscht von dem Ergebnis und unserer Spielweise."

NSH 2, TBL 6

Die Lightning gingen früh durch ein Powerplaytor von Victor Hedman in Führung (2.), und Anthony Cirelli erhöhte auf 2:0 (11.). Josi schaffte den Anschluss, als er in Überzahl im hohen Slot an den Puck kam und per Handgelenkschuss traf (18.). Nikita Kucherov erzielte aber noch vor der Pause ein weiteres Überzahltor für die Gastgeber.
"Das war offensichtlich kein gutes Spiel", gab Josi zu. "Im ersten Drittel haben wir zu viele Strafen genommen. Wir wussten, dass sie im Powerplay gefährlich sind, und sie haben uns mit den ersten beiden Toren dafür bezahlen lassen."
Doch auch die Überzahl der Predators konnte sich sehen lassen. Alexandre Carrier verkürzte im Mitteldrittel erneut im Powerplay auf 2:3 (31). Tampas Kapitän Steven Stamkos stellte allerdings schnell den alten Abstand wieder her (34.). Die Lightning nutzten ihre einzigen beiden Überzahlchancen des Spiels, Nashville war bei vier Gelegenheiten zweimal erfolgreich.
"Das zweite Drittel hat mir besser gefallen", erklärte Josi. "Wir waren aggressiver, hatten gute Szenen und gute Chancen. Im dritten Drittel sind wir irgendwie zusammengebrochen. Wenn man mit zwei Toren im Rückstand ist, muss man einfach bei der Spielweise bleiben, die funktioniert, man muss richtig spielen und darf nicht zu offen werden."

NSH@TBL: Stamkos trifft aus spitzem Winkel

Im Schlussabschnitt brauchten die Hausherren nur 2:08 Minuten, um den Endstand herzustellen. Ross Colton (42.) und Patrick Maroon (43.) besiegelten das Schicksal der Predators und machten die Hoffnungen auf ein Comeback schnell zunichte. Trotz des enttäuschenden Ergebnisses blickte Josi optimistisch auf die nächste Partie.
"Jedes Mal, wenn wir so ein Spiel haben, haben wir bisher eine gute Antwort gefunden", zeigte sich der Abwehrchef selbstbewusst. "Wir müssen die Sache einfach schnell abhaken. Das dürfen wir nicht ins nächste Spiel mittragen. Auf der Zielgeraden ist jedes Spiel entscheidend. Mit Minnesota haben wir am Sonntag einen wirklich starken Gegner."
Die Predators liegen mit 93 Punkten (44-29-5) vier Spiele vor Ende der regulären Saison auf dem ersten Wild Card Platz der Western Conference. Hinter ihnen halten die Dallas Stars mit ebenfalls 93 Punkten (44-30-5), aber nur noch drei Spielen die zweite Wild Card. Die Vegas Golden Knights liegen mit 89 Punkten (42-31-5) und vier verbleibenden Spielen auf der Lauer und hoffen darauf, noch einen Platz in den Playoffs zu ergattern.
Nun treffen die Predators bereits am Sonntag ausgerechnet auf die Minnesota Wild (8 p.m. ET; NHL.tv; Mo. 2 Uhr MESZ), die seit neun Spielen nicht mehr in regulärer Spielzeit verloren (7-0-2) und in den vergangenen 20 Partien eine beeindruckende Bilanz von 16-1-3 vorweisen. Auf dem Papier scheint Minnesota, das mit 107 Punkten auf dem zweiten Platz der Central Division steht, auf den ersten Blick klar im Vorteil.
Die bisherigen Vergleiche sprechen aber klar für Nashville. Die Predators gewannen alle drei Duelle in regulärer Spielzeit mit einem Torverhältnis von insgesamt 17:6. Minnesotas einzige Niederlage in regulärer Spielzeit seit 13. März war ein 2:6 gegen Nashville. Die Erfolgsserie der Wild startete zudem nach einer weiteren 2:6-Niederlage gegen die Predators. Für Josi persönlich sind die Wild ebenfalls die absoluten Lieblingsgegner. Er war gegen sie an elf der 17 Treffer beteiligt (4 Tore, 7 Assists). Sollte er erneut einen solchen Glanzauftritt hinlegen wie in den bisherigen Begegnungen, hat er sogar die Chance, die 100-Punkte-Marke zu erreichen.