Spiel 3 des Stanley Cup Finals 2023 war nichts für schwache Nerven: Bis 2:13 Minuten vor Schluss lagen die Florida Panthers noch mit 1:2 zurück, alles deutete auf einen Sieg der Vegas Golden Knights hin. Dann aber meldeten sich die "Comeback Cats" zurück, glichen spät aus und gewannen das Spiel in der Overtime.

Panthers glänzen mit ihrer Resilienz

Schon seit der letzten Saison haben sich die Panthers als "Comeback Cats" einen Namen gemacht, weil sie oft auf Rückstände zurückgekommen sind. Auch in den Stanley Cup Playoffs 2023 brachte Florida diese Resilienz bis ins Stanley Cup Finale.

"Das hat sich von der letzten Saison übertragen. Letztes Jahr hatten wir 24 Comeback-Siege, das ist eine tolle Zahl. Davon hat etwas auf diese Spielzeit abgefärbt. Dieses Selbstvertrauen haben wir aus der Vergangenheit in die Gegenwart übertragen", sagte Trainer Paul Maurice.

"Wir waren schon so oft in so einer Situation. Seit Januar spielen wir Hockey im Mute der Verzweiflung. Wir wissen, was uns Siege bedeuten, wir geben alles und finden einen Weg", so Stürmer Carter Verhaeghe.

In Spiel 3 waren es genau diese Attribute, die für den ersten Sieg in einem Stanley Cup Finale gesorgt haben: 2:13 Minuten vor dem Ende stand Matthew Tkachuk goldrichtig und musste einen Abpraller aus der Nahdistanz nur noch über die Linie drücken (58.). In der Verlängerung war es ein Distanzschuss von Carter Verhaeghe, der sich an Mit- und Gegenspielern vorbei einen Weg ins Tor suchte.

"Die Stimmung auf unserer Bank in den letzten fünf, sechs Minuten war intensiv, wir haben daran geglaubt, dass es passieren kann. Als wir in der Overtime waren, haben wir uns sehr gut gefühlt", gab Maurice einen Einblick in die Gefühlslage auf der Bank.

Als der Treffer fiel, kochte die ohnehin schon laute FLA Live Arena vollends über.

"Die Stimmung war das ganze Spiel über grandios. Die Fans haben sich heute wirklich gezeigt", sagte Panthers-Verteidiger Gustav Forsling. "Es fühlt sich großartig an. Wir haben uns wirklich zurückgekämpft."

"Wir sind eine Mannschaft die weiß, was unser ultimatives Ziel ist. Wir wissen zwar nicht, wie wir dahinkommen, aber wir werden natürlich alles geben, was wir haben", so Tkachuk. "Egal ob wir verletzt spielen oder in einem Spiel zurückkommen so wie heute. Schon die gesamten Playoffs haben wir uns gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt. Heute war ein perfektes Beispiel dafür."

Die Geduld zahlt sich aus

Nach Floridas Blitz-Start durch Brandon Montour, der nach 4:08 Minuten zum 1:0 traf und damit seine persönliche Durststrecke von zehn Spielen ohne Scorerpunkt beendete, ging in der Offensive lange nichts. Vegas spielte stark gegen den Schläger und stellte immer wieder Pass- und Schusswege gekonnt zu. Entsprechend verbuchte das Team aus dem Sunshine State kaum Abschlüsse und Torschüsse.

"Wir sind wirklich geduldig geblieben, haben nichts erzwungen und sind einfach drangeblieben", so Forsling. "Zwar haben wir lange nicht getroffen, aber es immer und immer wieder versucht. Am Ende ist der Puck für uns reingegangen."

"Unser Glaube ist groß. Wir arbeiten einfach immer weiter und spielen hart, bis wir eine Chance bekommen", fügte Kapitän Aleksander Barkov hinzu. "Manchmal muss es eben so sein. Das haben wir gebraucht, um den ersten Sieg zu bekommen und uns Selbstvertrauen zu holen."

"Wir geben niemals auf. Niemals", unterstrich Montour. "Wir unterstützen uns gegenseitig, egal ob es 1:2, 1:3 oder 2:7 steht. Wir kämpfen immer bis zum Ende und haben das schon in der ganzen Saison gezeigt. Genau so wollen wir auch weitermachen."

Zusätzlicher Schub für die nächsten Spiele

Der historische Erfolg in Spiel 3 soll Florida auch in Spiel 4 einen zusätzlichen Schub geben.

"Es ist großartig. Unser Klub hat lange dafür gebraucht. Wir haben hier ein tolles Team, jeder will gewinnen und auf diesen Sieg wollen wir aufbauen. Es ist schön, dass wir mit nur einem Sieg Rückstand in dieser Serie in Spiel 4 gehen können", brachte es Montour auf den Punkt.

"Ich bin schon lange hier, aber das gerade ist die beste Zeit, vor einer solchen Kulisse spielen zu dürfen und um etwas kämpfen zu dürfen, von dem du schon als Kind geträumt hast. Das ist großartig. Ich bin stolz darauf, ein Panther zu sein", betonte Barkov.

Zu viele Strafen bleiben das Hauptproblem

Für Spiel 4, das am Samstag (8 p.m. ET; Sky Sport, MySport Edge, ProSieben MAXX, LAOLA1; So. 2 Uhr MESZ) erneut in der FLA Live Arena stattfinden wird, müssen die Panthers allerdings weiter an ihrer Disziplin arbeiten. Strafen nämlich waren es auch in Spiel 3, die Florida zwischenzeitlich auf die Verliererstraße gebracht hatten, denn die Golden Knights drehten die Partie mit zwei Powerplay-Treffern.

"Wir nehmen viel zu viele Strafe", haderte Forsling. "Sie haben zwei Powerplay-Tore geschossen, also müssen wir von der Strafbank wegbleiben und die Strafen, die wir bekommen, töten."

Bis dahin dürften die Panthers-Spieler nach dem historischen Sieg wieder besser in den Schlaf finden. "Wir werden heute gut schlafen", glaubt Forsling. "Morgen haben wir ein Training, wir werden uns erholen und am Samstag direkt zurück an die Arbeit gehen."