Auch Reinbacher selber zog nach der Begegnung noch ein sehr positives Fazit seiner Zeit mit dem Team: „Ich bin, seit ich hier bin, deutlich selbstbewusster geworden, die Mitspieler helfen mir, sprechen mit mir, das macht die Aufgabe etwas einfacher. Ich bin sehr dankbar dafür.“
Nun steht fest, dass die Canadiens mit Reinbacher offenkundig einen anderen Entwicklungsweg verfolgen, als mit Stürmer Juraj Slafkovsky, den sie beim NHL Draft 2022 als Nummer 1 ausgewählt hatten und der im vergangenen Jahr direkt im NHL-Team berücksichtigt wurde. Slafkovsky hatte als 18-jähriger NHL-Neuling mit einer Minus-13-Bilanz in 39 Spielen (4 Tore, 6 Assists) jedoch zu kämpfen, bevor er sich eine Knieverletzung zuzog, die die Saison für ihn vorzeitig beendete.
Dass Reinbacher in die Schweiz zurückgeschickt wird, ist nach den Äußerungen von Jeff Gorton, dem Executive Vice-President of Hockey Operations der Canadiens, die er kürzlich bei einem Golfturnier des Teams vor Beginn des Trainingslagers tätigte, grundsätzlich keine Überraschung. Auf die Frage, ob Reinbacher die Saison mit den Canadiens beginnen könnte, sagte Gorton damals: "Wir werden das prüfen. Es gilt seine Entwicklung von Tag zu Tag zu beobachten und dann die beste Entscheidung in seinem Sinne zu treffen. Ich möchte nicht sagen, dass er dies oder jenes macht. Aber wenn ich eine Prognose abgeben würde, dann würde ich sagen, dass er wahrscheinlich zurück nach Europa geht, um ein weiteres Jahr zu spielen. Aber schauen wir mal, was er macht. Wir werden ihm ein offenes Forum bieten, damit er so gut wie möglich abschneiden kann.“
Nach starken Auftritten im Trainingscamp der Canadiens zuletzt, kommt die Entscheidung, Reinbacher in der kommenden Spielzeit in der Schweiz spielen zu lassen, zu diesem Zeitpunkt ein Stück weit überraschend. Im Vorjahr hatte der gebürtige Vorarlberger in Kloten mit drei Toren und 19 Assists zu 22 Punkten in 46 Spielen einen starken Eindruck hinterlassen.
Reinbacher kann sich zumindest ein wenig damit trösten, dass er sich in guter Gesellschaft befindet. Am Samstag hatten die Canadiens zudem bekannt gegeben, dass 25 weitere Spieler zu den Laval Rockets geschickt wurden, die am Montag ihr AHL-Trainingslager eröffnen werden. Darunter waren auch so namhafte Spieler wie Stürmer Filip Mesar, der in der ersten Runde (26. insgesamt) des NHL Draft 2022 ausgewählt wurde, und Stürmer Joshua Roy, der als einer der besten Nachwuchsspieler des Teams gilt. Stürmer Owen Beck, der in der zweiten Runde (33. insgesamt) des Draft 2022 ausgewählt wurde, kehrte zu seinem Juniorenteam, den OHL Peterborough Petes, zurück.