Den umgekehrten Weg schlägt nun Alexander Radulov ein. Mit Radulov, der am 1. Juli einen Einjahresvertrag über US$ 5,75 Millionen unterschrieben hatte, holten sich die Frankokanadier wieder einen russischen Stürmer ins Boot, der in der NHL den Ruf hatte 'schwierig' zu sein. Doch Radulov ist seit seinen unrühmlichen Abgängen aus Nashville 2008, als er das dritte Jahr seines Einstiegsvertrages nicht erfüllte, und 2012, als er nach neun Saisonspielen und acht Playoffpartien von den Predators suspendiert wurde, nachdem er frühmorgens am Tag eines Playoffspiels in einer Bar gesehen wurde, reifer geworden.
Am vergangenen Montag stellte sich der 30-Jährige bei einer Pressekonferenz in Brossard, Quebec den Medienvertretern und bekundete, wie sehr er sich auf seine neue Aufgabe freue: "Das Gewesene lasse ich hinter mir. Was geschehen ist, ist geschehen. Es gibt keinen Grund zurückzuschauen."
Radulov kann aber mit Stolz auf seine gezeigten Leistungen in den vergangenen vier Spielzeiten bei ZSKA Moskau zurückblicken, wo er es in 181 Partien auf 78 Tore und 160 Vorlagen gebracht hatte. Mit insgesamt 492 Scorerpunkten belegt er sogar den zweiten Platz in der ewigen Scorerwertung der im Jahre 2008 gegründeten KHL. Der zweifache Weltmeister mit der russischen Nationalmannschaft (2008, 2009) glaubt nicht, dass er Anpassungsschwierigkeiten in der frankokanadischen Metropole haben könne. Als Juniorenspieler hat Radulov zwei Spielzeiten im französischsprechenden Teil Kanadas verbracht. Mit den Quebec Remparts (QMJHL) konnte er 2006 sogar den CHL Memorial Cup gewinnen. "[Montreal] ist etwas ganz Spezielles wegen euch, den Medien und den Fans. Sie alle möchten gewinnen, jeden Tag, jeden Abend und so bin auch ich. Ich hasse es zu verlieren."