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Diese sechs NHL-Trainer wussten zu beeindrucken

Von B(erube) bis T(rotz): Top-Leistung von NHL-Trainern trotz großer Herausforderungen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Freier Autor

NHL.com/de beleuchtet jeden Dienstag der regulären Saison 2019/20 aktuelle Trends in der Liga und Storylines. In dieser Ausgabe geht es um Trainer, die trotz großer Herausforderungen mit starken Leistungen beeindrucken konnten.

Die Schnelllebigkeit des Profi-Geschäfts erfahren allen voran die Trainer: Läuft es gut, sind sie die Väter des Erfolgs. Läuft es schlecht, werden sie meist als erstes gefeuert. In der NHL standen schon viele Coaches vor großen Herausforderungen und haben diese aber gemeistert. NHL.com/de stellt aktuelle sechs Trainer vor, die mit überragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Mike Sullivan (Pittsburgh Penguins)

Die Erwartungen in Pittsburgh sind nach fünf Stanley-Cup-Siegen und 13 Jahren Stanley Cup Playoffs in Folge ohnehin schon höher als anderswo. Diesen auch noch ohne den beiden ultimativen Superstars gerecht zu werden, ist aller Ehren wert. In der laufenden Saison fehlten den Penguins zwischenzeitlich sowohl mit Sidney Crosby als auch Evgeni Malkin die beiden Top-Stürmer. Kapitän Crosby verpasste 28 Spiele, Malkin deren 13. Doch damit noch nicht genug Verletzungspech: Der bis zu seinem Ausfall als Top-Torjäger gelistete Jake Guentzel wird wohl für den Rest der Hauptrunde ausfallen. Auch Leistungsträger wie Bryan Rust, Kris Letang, Patric Hornqvist, Dominik Simon, Alex Galchenyuk, Nick Bjugstad, Justin Schultz, Brian Dumoulin oder der deutsche Dominik Kahun mussten bzw. müssen verletzt passen. Trainer Mike Sullivan aber machte aus der Not eine Tugend und legte mit seinem Team trotzdem eine beeindruckende Konstanz aufs Eis. Mit einer 31-14-5-Bilanz steht Pittsburgh auf Platz zwei der Metropolitan Division und wird sich aller Voraussicht nach zum 14. Mal in Folge für die Playoffs qualifizieren können.

Video: PIT@VGK: Kahun trifft im Powerplay üer Rückhand

John Tortorella (Columbus Blue Jackets)

Großes Lob gebührt auch Coach John Tortorella, der mit Columbus vor einer denkbar schweren Saison stand: Mit Stammtorwart Sergei Bobrovsky (jetzt Florida Panthers) und Top-Scorer Artemi Panarin hatten zwei wichtige Stützen die Blue Jackets im Sommer ohne Gegenwert verlassen. Wohl kaum jemand wäre überrascht gewesen, würde Columbus in der laufenden Saison krachend an einer Playoff-Qualifikation scheitern. Zumal auch die Blue Jackets heftig vom Verletzungspech getroffen wurden: Wichtige Spieler wie Zach Werenski, Cam Atkinson, Oliver Bjorkstrand, Sonny Milano oder Alexandre Texier fielen schon mehrere Spiele aus. Ein Schock war auch die Verletzung von Bobrovsky-Nachfolger Joonas Korpisalo. Doch auch das konnte die Tortorella-Truppe nicht stoppen: Vertreter Elvis Merzlikins avancierte zum sicheren Rückhalt und hielt viele Punkte fest. Insgesamt eine Herkules-Aufgabe für Tortorella, der trotz aller Widrigkeiten auf einem Wildcard-Platz in der Eastern Conference steht. Eine faustdicke Überraschung!

Craig Berube (St. Louis Blues)

Craig Berube ist der Meister-Macher von 2019. Die St. Louis Blues coachte er vom letzten NHL-Rang im Januar zum Stanley-Cup-Sieg im Juni. Entsprechend hoch war die Fallhöhe, wenn man plötzlich ganz oben ist. Nicht wenige dachten, dass die Blues nach dem Titelgewinn nun erstmal satt wären und nicht den Biss hätten, sich erneut durch die Liga zu checken. Und was ist mit dem jungen Senkrechtstarter Jordan Binnington? Ist der 26-jährige Rookie nur eine Eintagsfliege? Weit gefehlt: Binnington hat auch in seinem zweiten Karriere-Jahr starke Statistiken (91,2 Prozent Fangquote, 2,58 Gegentore pro Partie), ist das Rückgrat in Gateway City und glänzte auch am All-Star Wochenende mit der längsten Save-Serie. Gleichzeitig ist St. Louis hungrig geblieben und führt die Western Conference an. Berube hat ganze Arbeit geleistet und trainiert erneut einen Stanley-Cup-Kandidaten.

Bruce Cassidy (Boston Bruins)

Knapper kannst du am ultimativen Ziel kaum scheitern: Erst in Spiel 7 des Stanley Cup Finals 2019 mussten sich die Boston Bruins den Blues geschlagen geben. Trotz einer starken Saison war dies eine herbe Enttäuschung. Dazu verlor Boston über den Sommer Tiefe, weil Spieler wie Noel Acciari (Florida Panthers) oder Marcus Johansson (Buffalo Sabres) nicht zu halten waren. Auch wurden die langjährigen Leistungsträger Zdeno Chara (42), Patrice Bergeron (34), David Krejci (33) oder das Goalie-Tandem mit Tuukka Rask (32) und Jaroslav Halak (34) schon wieder ein Jahr älter. Doch warf all das die Bruins offenbar nicht zurück. Bruce Cassidy hielt die Motivation hoch und coachte zur All-Star Pause das zweitbeste Team der gesamten NHL (29-10-12, 70 Punkte). Nur die Washington Capitals holten einen Zähler mehr (33-11-5, 71 Punkte). Wie schwer Boston zu schlagen ist, zeigt der Blick auf die verlorenen Spiele: Nur zehn Niederlagen nach regulärer Spielzeit ist genauso der ligaweite Top-Wert wie zwölf Punkte aufgrund eines verlorenen Spiels in der Verlängerung oder dem Shootout.

Barry Trotz (New York Islanders)

Barry Trotz ist einer der besten NHL-Trainer der letzten Jahre: In der Saison 2017/18 gewann er mit den Washington Capitals den Stanley Cup. In der Folgespielzeit 2018/19 wechselte er zu den New York Islanders und führte sie nach zwei Jahren Abstinenz auf Anhieb zurück in die Playoffs. Und dass, obwohl sich mit John Tavares der langjährige Kapitän und Superstar verabschiedet hatte (Wechsel zu den Toronto Maple Leafs). Eine Glanzleistung, für die Trotz 2019 mit dem Jack Adams Award zum "Trainer des Jahres" ausgezeichnet wurde - wohlgemerkt schon zum zweiten Mal nach 2016. Vor der laufenden Saison 2019/20 gab es wieder ein paar Fragezeichen: Torwart Robin Lehner, der für die wenigsten Gegentore zusammen mit dem deutschen Thomas Greiss die Jennings Trophy erhielt, wechselte zu den Chicago Blackhawks. Als Ersatz kam Semyon Varlamov von den Colorado Avalanche, der nun ein Tandem mit Greiss bildet. Hinzu kommt: Während die Lokalrivalen New York Rangers (Artemi Panarin, Kaapo Kakko) und New Jersey Devils (P.K. Subban, Hack Hughes, Wayne Simmonds, Nikita Gusev) mit großen Namen aufrüsteten, gelang den Islanders kein Blockbuster-Transfer. Der Star aber ist und bleibt die Mannschaft auf Long Island. Und natürlich der Trainer! Trotz coachte sein Team wie schon im Vorjahr weit vor die Rangers und Devils. Eine 29-15-5-Bilanz bedeuten Vollgas in Richtung Playoffs.

Jon Cooper (Tampa Bay Lightning)

Eine wahre Achterbahnfahrt musste Jon Cooper von den Tampa Bay Lightning durchstehen. Die reguläre Saison 2018/19 schloss Tampa mit unglaublichen 62 Siegen und 128 Punkten ab. Der Presidents' Trophy Gewinner war als beste Mannschaft der Hauptrunde selbstredend der ultimative Top-Favorit auf den Stanley Cup. Doch die großen Hoffnungen zerbröselten schon früh: In der 1. Playoff-Runde wurden die Lightning vom krassen Außenseiter Columbus Blue Jackets gesweept (0:4-Serienniederlage). Die ultimative Blamage war perfekt und die Zweifel, ob Cooper noch der richtige Trainer sei, groß. Zumal Tampa Bay denkbar schlecht in die neue Saison 2019/20 startete und der Musik lange hinterherlief. Doch die Lightning hielten an ihrem Trainer fest und starteten ab Mitte Dezember voll durch: Seit dem 16. Dezember 2019 holte das Team aus West-Florida in 18 Spielen 13 Siege (13-3-2) und katapultierte sich auf Platz zwei in der Atlantic Division. Die Reise ist noch nicht abgeschlossen und geht weiter.

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