Vom Problemfall zum Aushängeschild
In den Stanley Cup Playoffs bereitete das nun so starke Überzahlspiel den Lightning und ihrem Trainer Jon Cooper schon einiges an Kopfzerbrechen. Während sie in der Platzierungsrunde noch gut harmonierten und in fünf Powerplays immerhin zwei Tore erzielen konnten, verloren die Lightning in der Folge ihren Überzahl-Faden und blieben vom 9. bis zum 25. August ohne Treffer mit mehr Spielern auf dem Eis. 14 Gelegenheiten hatte Tampa Bay in dieser Phase und konnte gegen die Columbus Blue Jackets, in der ersten Playoffrunde, und in den ersten beiden Partien gegen die Boston Bruins, in der zweiten Runde, nicht in Überzahl treffen.
Erst beim 7:1-Erfolg in Spiel 3 gegen die Bruins klickte das Powerplay wieder. Drei der sich bietenden sechs Chancen nutzten die Lightning und lösten so den Knoten in ihren Köpfen. Seitdem erzielte Tampa Bay in 51 Situationen 14 Tore und steht damit bei einer Quote von 27,45 Prozent. Besonders die Top-Formation mit Nikita Kucherov, Brayden Point, Ondrej Palat, Alex Killorn und Victor Hedman lehrt die Gegner das Fürchten.
Von seiner Top-Angriffs-Formation schwärmte Cooper auch nach dem vierten Match gegen Dallas am Freitag. "Sie spielen mit so viel Können und Geschwindigkeit", stellte der Trainer die außergewöhnliche Kombination in den Vordergrund. "Viele Teams haben großes Können, viele andere haben Geschwindigkeit. Beides zu haben ist ein besonderes Talent. Alle drei (Kucherov, Point, Palat) können das. Es ist so schwer das zu verteidigen. Ich wüsste nicht, ob wir es abwehren könnten, wenn sie gegen uns spielen würden."
Das Überzahlspiel wandelte sich von der Schwachstelle im August zum entscheidenden Faktor in den Finals. Genau zum richtigen Zeitpunkt haben beide Powerplay-Formationen ihre Chemie gefunden. "Es macht einfach Spaß ihnen zuzuschauen", sagte Cooper auf die Point-Formation bezogen, würde das aber sicher auch auf die zweite Reihe bei numerischer Überlegenheit ausdehnen.
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Treffer im entscheidenden Moment
Die Quote allein beschreibt nicht den Wert der Powerplay-Formationen für die Lightning. Besonders in den wichtigen Momenten kann sich das Team auf die Spezialisten bei numerischer Überlegenheit verlassen. In Spiel 4 gegen die Stars zeigte sich das erneut deutlich. Alle drei Treffer mit einem Mann mehr auf dem Eis waren von entscheidender Bedeutung für den Ausgang der Partie. Point traf zum 2:2 und egalisierte damit schon früh im Mittelabschnitt die zwischenzeitliche 2:0-Führung der Stars.
Auch Yanni Gourde nutzte eine Überzahlsituation zum erneuten Ausgleich. "Es ist natürlich immer besonders ein Tor zu erzielen", gab er nach der Partie zu Protokoll. "Natürlich noch mehr in einer wichtigen Situation im Powerplay, wenn du 2:3 zurück liegst und es auf 3:3 stellst, bevor der Mittelabschnitt vorbei ist." Wie schon Points Ausgleich war das Timing bei Gourdes Tor herausragend. Nur etwas mehr als eine Minute stand noch auf der Drittel-Uhr, als der Puck die Linie überquerte und der Stars-Unterzahl-Formation etwas zum Nachdenken mit in die Kabine gab.