Seguin holt zwei Punkte bei 4:2-Sieg in Spiel zwei

Philipp Grubauer tat sich schwer damit, herauszufinden, was ihm an Seattle am besten gefällt.

"Es gibt so viele Dinge", sagte der Torwart der Kraken. "Die Fans sind unglaublich. Man hat das Wasser, die Berge, die Restaurantszene ist unglaublich. Es gibt einfach so viel zu entdecken und so viel zu tun. Die Sommer sind unglaublich. Ich mag das alles sehr."

Auch die zweite Saison der Kraken in der NHL hat es ihm angetan, und das aus gutem Grund. Die Kraken erreichten die Stanley Cup Playoffs, nachdem sie in ihrer ersten Saison in der NHL nur auf Platz 30 gelandet waren. In der ersten Runde der Western Conference schalteten sie den Titelverteidiger Colorado Avalanche, Grubauers ehemaliges Team, nach sieben Spielen aus.

Jetzt steht es in der zweiten Runde der Western Conference gegen die Dallas Stars 1:1 unentschieden. Grubauer hat großen Anteil daran, dass die Mannschaft so weit gekommen ist.

Nachdem er sich in der regulären Saison die Spielzeit mit Martin Jones geteilt hatte, stand Grubauer in der Postseason in jedem Spiel für die Kraken auf dem Eis. In acht Spielen kam er auf eine Matchbilanz von 5:4, bei einem Gegentorschnitt von 2,74 und einer Fangquote von 91,7 Prozent.

Bei der 2:4-Niederlage von Seattle gegen die Stars in Spiel 2 am Donnerstag im American Airlines Center zeigte er 33 Saves. Spiel 3 findet am Sonntag in der Climate Pledge Arena in Seattle statt (9:30 p.m. ET; NHL.tv; Mo 3:30 Uhr MESZ).

"Gruby war gut. Er hat viel gerettet und uns durch die Strafzeiten gebracht", so Kraken-Trainer Dave Hakstol nach Spiel 2. "Er hat einen guten Job für unser Team gemacht. Wir haben ihn heute nicht genug unterstützt."

Grubauer hat in neun Playoff-Einsätzen exakt 303 Schüsse abgewehrt, so viele wie kein anderer Schlussmann. Am nächsten dran ist Stars-Goalie Jake Oettinger, der 254 Schüsse pariert hat.

"Wir haben immer an ihn geglaubt. Wir wissen, was für ein herausragender Torwart er sein kann", meinte Kraken-Stürmer Morgan Geekie. "Das hat er auch in der Postseason bewiesen. In der gesamten Serie, vor allem aber in Spiel 7 gegen die Avalanche hat er uns im Spiel gehalten.

Der Rosenheimer war mit den Avalanche bestens vertraut, bei denen er von 2018-21 gespielt hat.

Grubauer räumte ein, dass ihm das in der ersten Runde bis zu einem gewissen Grad geholfen habe.

"Es gibt fünf oder sechs Jungs, deren Tendenzen man kennt. Man weiß, worauf sie achten, man kennt ihr Spiel. Das hilft natürlich", sagte er. "Aber nur weil man es weiß, heißt das nicht, dass sie es auch tun und diese Spielzüge ausführen. Es ist also für beide Seiten ein bisschen schwierig."

In seiner letzten Saison mit Colorado in der Spielzeit 2020/21 brachte es Grubauer in 40 Spielen (39 Starts) auf eine Bilanz von 30-9-1 mit einem Gegentorschnitt (GAA) von 1,95, einer Fangquote von 91,6 Prozent und sieben Shutouts (zusammen mit Semyon Varlamov von den New York Islanders die meisten in der NHL). Bei der Wahl zur Vezina Trophy, die an den besten Torwart der NHL verliehen wird, belegte er den dritten Platz.

Als ihm die Avalanche keinen passenden Anschlussvertrag offerierten, unterzeichnete er als Unrestricted Free Agent einen Sechsjahresvertrag über 35,4 Millionen Dollar (5,9 Millionen Dollar durchschnittlicher Jahreswert) bei den Kraken.

Bei seiner Ankunft in Seattle sagte Grubauer, dass er sich nicht wirklich unter Druck gesetzt fühlte, sondern einfach dort weitermachen wollte, wo er in Colorado aufgehört hatte.

"Aber das hat leider so nicht funktioniert", berichtet Grubauer, der in der vergangenen Saison in 55 Spielen (54 Starts) eine Matchbilanz von 18-31-5 mit einem GAA von 3,16, einer Fangquote von 88,9 Prozent und zwei Shutouts zu verzeichnen hatte. "Wir haben in Seattle ein anderes System gespielt, hatten andere Spieler auf dem Eis. Jeder war neu. Der Kern des Teams war noch nicht wirklich etabliert. Es dauert ein paar Spiele, bis sich alle eingewöhnt haben. Voriges Jahr haben wir in den letzten 20, 30 Spielen gesehen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat. Das ist spannend gewesen."

In der regulären Saison 2022/23 stand für Grubauer in 39 Spielen (36 Starts) eine Bilanz von 17-14-4 mit einem GAA von 2,85 und einer Fangquote von 89,5 zu Buche. Auf den ersten Blick keine überwältigenden Zahlen. Aber Hakstol macht deutlich, dass man Grubauer nicht nur nach den nackten Zahlen beurteilen sollte.

TOR@SEA: Grubauers Serie an Saves im 1. Drittel

"Er war konstanter, als alle denken. Die Werte zeigen es vielleicht nicht, aber Gruby hat ein verdammt gutes Jahr hinter sich. Seine Zahlen in den Playoffs spiegeln das jetzt wider und beweisen das", sagte der Coach.

Grubauer hat in Seattle in mehrfacher Hinsicht ein Zuhause gefunden. Der 31-Jährige glaubt an die Kraken, was wiederum auf Gegenseitigkeit beruht.

"Er ist großartig", hebt Geekie hervor. "Er ist so etwas wie unser Fels in der Brandung. Es spielt sich viel einfacher, wenn man weiß, dass man jemanden hat, auf den man sich verlassen kann."