Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Detroit Red Wings und den Seattle Kraken

Philipp Grubauer hat den Seattle Kraken mit einer starken Leistung den Weg zum nächsten Saisonsieg geebnet. Beim 6:3-Auswärtserfolg gegen die Detroit Red Wings bewies der deutsche Nationaltorhüter am Freitag vor allem in einer schwierigen Anfangsphase seine Klasse. Während Seattle zunächst unter Dauerdruck stand, hielt Grubauer sein Team im Spiel. Als die Offensive der Gäste im zweiten Drittel schließlich aufdrehte, wurde aus einer lange offenen Partie ein überzeugender Erfolg zum Auftakt einer anspruchsvollen Auswärtsreise.

Grubauer hält Seattle im Spiel

Die Rollenverteilung in der Little Caesars Arena schien zunächst eindeutig. Detroit machte Druck, erspielte sich zahlreiche Abschlüsse und ging durch Viktor Arvidsson in der 10. Minute im Powerplay mit 1:0 in Führung. Die Red Wings dominierten das Geschehen und lagen zwischenzeitlich mit 16:3 bei den Torschüssen vorne. Dass Seattle dennoch mit einem 1:1 in die erste Pause gehen konnte, hatte viel mit Grubauer zu tun.

Der Schlussmann parierte im ersten Drittel 15 von 16 Schüssen und verhinderte damit, dass die Kraken früh entscheidend ins Hintertreffen gerieten. „Natürlich möchte man als Torhüter früh ins Spiel kommen. Aber wir hätten lieber selbst mehr Druck in der offensiven Zone gemacht, statt so viele Schüsse gegen uns zuzulassen“, kommentierte Grubauer den Start.

Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Berkly Catton in der 15. Minute nach einem schnellen Gegenangriff, doch an der grundsätzlichen Überlegenheit Detroits änderte das zunächst wenig. Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts mussten die Gäste weitere Druckphasen überstehen.

SEA@DET: Catton haut die Scheibe rein

Grubauer selbst sah durchaus Verbesserungspotenzial. Natürlich sei es schön, früh ins Spiel eingebunden zu sein, erklärte der Torhüter sinngemäß. Eine derartige Schussflut sei allerdings nicht unbedingt das, was sich eine Mannschaft wünsche. Vielmehr würden die Kraken gerne selbst mehr Zeit in der offensiven Zone verbringen. Zugleich lobte er seine Vorderleute dafür, gefährliche Situationen vor seinem Tor begrenzt und ihm die Arbeit dadurch erleichtert zu haben.

Dass Seattle trotz der schwierigen Anfangsphase mit einem ausgeglichenen Spielstand in die Kabine gehen konnte, war ein erster wichtiger Schritt. Trainer Lane Lambert brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Wir haben dem Sturm standgehalten, weil unser Torhüter wirklich gut war.“

Vier Tore im zweiten Drittel drehen die Partie

Zunächst schien Detroit nach der ersten Pause erneut die Kontrolle zu übernehmen. William Wallinder brachte die Red Wings, bei denen Moritz Seider für 22:23 Minuten auf dem Eis stand und einen Assist gutgeschrieben bekam, in der vierten Minute des zweiten Drittels mit 2:1 in Führung. Der Verteidiger traf mit einem Schuss von der blauen Linie, der seinen Weg durch den Verkehr vor dem Tor fand. Für Wallinder war es zugleich sein erster Treffer in der NHL.

Doch dann änderte sich die Dynamik der Begegnung innerhalb weniger Minuten grundlegend. Seattle nutzte seine Chancen plötzlich mit bemerkenswerter Konsequenz und erzielte innerhalb von nur 3:05 Minuten drei Tore.

Frederick Gaudreau glich in der 5. Minute des zweiten Drittels aus, als er einen Pass von Ryan Winterton aus kurzer Distanz verwertete. Wenig später brachte Mackie Samoskevich die Kraken nach einem Puckverlust Wallinders erstmals in Führung (27.). Gaudreau legte anschließend nach einem weiteren Zuspiel Wintertons seinen zweiten Treffer des Abends nach und stellte auf 4:2 (28.). „Wir wussten, dass wir nach dem ersten Drittel eine Schippe drauflegen mussten. Wir hatten zwar nicht besonders viele Abschlüsse, aber unsere Chancen waren gut – und die haben wir genutzt“, meinte Grubauer hinterher.

SEA@DET: Gaudreau trifft erneut

Auch Ben Meyers trug sich noch vor der zweiten Pause in die Torschützenliste ein. Sein Treffer zum 5:2 (35.) fiel nur zwölf Sekunden nach dem Ende einer eigenen Strafzeit und besiegelte zugleich den vorzeitigen Feierabend für Detroits Torhüter John Gibson. Der hatte bei 15 Schüssen fünf Gegentreffer kassiert und wurde durch Daniil Tarasov ersetzt.

Gaudreau freute sich besonders über das Zusammenspiel seiner Sturmreihe mit Meyers und Winterton. „Es ist enorm wichtig, dass wir langsam eine Chemie in unserer Reihe entwickeln“, erklärte er. „Wir sind die vierte Reihe, aber wir denken nicht so. Wir glauben, dass wir eine starke Formation sind, die etwas beitragen kann.“

Viel Lob für Grubauer

Während die Kraken offensiv überzeugten, blieb Grubauers Leistung der entscheidende Faktor für den Erfolg. Der deutsche Schlussmann kam am Ende auf 37 Paraden und gab seiner Mannschaft die nötige Sicherheit, um nach der schwierigen Anfangsphase zunehmend selbstbewusst aufzutreten.

Grubauer 10/09/26

Gaudreau hob insbesondere die Ruhe des Torhüters hervor. Grubauer sei über die gesamte Partie hinweg ein Unterschiedsspieler gewesen, nicht nur während des ersten Drittels. Seine Gelassenheit übertrage sich auf die gesamte Mannschaft und gebe den Mitspielern zusätzliches Vertrauen. Seattle könne sich glücklich schätzen, gleich zwei hochklassige Torhüter zur Verfügung zu haben.

Auch Lambert betonte, wie wichtig Grubauers Leistung gerade in der Anfangsphase gewesen sei. Nachdem Detroit zunächst klar dominiert hatte, sei die Partie später ausgeglichener geworden. Seattle habe seine Möglichkeiten dann konsequent genutzt.

Im Schlussdrittel erhöhte Vince Dunn im doppelten Überzahlspiel auf 6:2 (52.). Michael Brandsegg-Nygard, der norwegische Erstrundenpick Detroits aus dem NHL Draft 2024, sorgte mit seinem ersten NHL-Tor schließlich für den Endstand.

Erfolgreicher Auftakt für eine anspruchsvolle Auswärtsreise

Für Seattle war der Sieg aus mehreren Gründen bemerkenswert. Die Kraken erzielten zum dritten Mal in der noch jungen Saison sechs Tore und liegen damit in dieser Kategorie gemeinsam mit den Colorado Avalanche an der Spitze der Liga. Insgesamt stehen nach den ersten fünf Saisonspielen bereits 21 Treffer zu Buche – ein neuer Franchiserekord. Die bisherige Bestmarke lag bei 20 Toren aus der Saison 2024/25.

Mit nun drei Siegen aus fünf Begegnungen hat Seattle zudem einen gelungenen Start in die fünf Spiele umfassende Auswärtsreise hingelegt. Grubauer sprach von einem wichtigen Erfolg, der der Mannschaft Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben könne. Gleichzeitig warnte er davor, sich auf dem Ergebnis auszuruhen. Es gebe weiterhin Bereiche, in denen sich das Team verbessern müsse.

Als Nächstes warten am Sonntag (5 p.m. ET; 23 Uhr MESZ) die Washington Capitals auf die Kraken. Dort wird sich zeigen, ob Seattle die offensive Durchschlagskraft aus Detroit bestätigen kann. Grubauer jedenfalls hat mit seinem starken Auftritt (92,5 Prozent Fangquote) eine wichtige Grundlage geschaffen. Für die Kraken war der Erfolg am Freitag deshalb mehr als nur ein offensives Ausrufezeichen: Er war auch ein Beleg dafür, dass sie sich auf ihren deutschen Rückhalt verlassen können.

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