Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Winnipeg Jets und den Colorado Avalanche

Die Winnipeg Jets (3-0-1) haben bislang in jedem Spiel gepunktet und am Mittwoch die starke Offensive der Colorado Avalanche mit einem 3:2-Heimsieg im Canada Life Centre gestoppt. Im Fokus stand Torwart Stuart Skinner, der vor dieser Saison in große Fußstapfen trat, diese aber bislang mit Bravour ausfüllt und seine Kritiker mit starken Auftritten und Statistiken verstummen lässt.

Große Fußstapfen

Natürlich wurde den Jets vor der Saison 2026/27 ein Torwart-Problem attestiert, nachdem ihr langjähriger Starter Connor Hellebuyck nach einem Trade verlangt hatte, vom Training Camp fernblieb und in Folge dessen suspendiert wurde. Alles hing nun also an einem Neuzugang: Stuart Skinner.

Der 27-jährige Kanadier kam nach einer durchwachsenen Saison bei den Edmonton Oilers (23 Starts, 11-8-4, 2,83 Gegentore/Spiel, 89,1 Prozent Fangquote, zwei Shutouts) und Pittsburgh Penguins (27 Starts, 12-9-5, 2,99 Gegentore/Spiel, 88,5 Prozent Fangquote, kein Shutout) als Free Agent nach Winnipeg und war bei den Jets als Backup eingeplant. Weil bei General Manager Kevin Cheveldayoff aber noch kein attraktives Angebot für Hellebuyck reinkam, war Skinner plötzlich als Starter gefragt.

„Ich wusste, dass er ein guter Torwart ist. Ich wusste auch, was er in Edmonton erreicht hat, wo er zwei Jahre in Folge ins Stanley Cup Finale eingezogen ist. Er kennt Drucksituationen“, sagte Trainer Scott Arniel. „Der Druck war für ihn von Anfang an da. Aber er ist ein guter Torhüter. Er hat sich darauf gefreut, zu uns zu kommen. Er wollte ein Teil der Winnipeg Jets sein. Das hat die Mannschaft begeistert. Wir können sehen, dass man nicht alt sein muss, um ein guter Goalie zu sein. Er bringt viel Ruhe und ein vorbildliches Auftreten mit.“

Die Fußstapfen für Skinner waren zweifelsohne groß: Hellebuyck zählt zu den besten Torhütern der Liga und ist ein dreifacher Gewinner der Vezina Trophy (2020, 2024, 2025), die an den besten Torwart des Jahres vergeben wird.

„Ich trete in große Fußstapfen, zu 100 Prozent“, weiß Skinner. „ Aber ich schaue nicht auf das Szenario, dass ich diese ausfüllen muss. Mein Job ist derselbe Job wie der von jedem anderen Torwart in der Liga.“

Eine beruhigende Präsenz

Und diesen erledigt Skinner in beeindruckender Art und Weise. Er startete in drei von vier Spielen und hielt immer Punkte fest (2-0-1). Dabei glänzte er mit einem Gegentorschnitt von 2,62 sowie einer Fangquote von 92 Prozent.

Am Mittwoch stoppte der 1,93 Meter große und 104 Kilogramm schwere Linksfänger auch die starke Offensive der Avalanche, die in ihre Gegner in den ersten beiden Saisonspielen mit 14 Toren regelrecht überrollt hatte. Skinner aber zeigte gegen Colorado 32 Saves und 94,1 Prozent Fangquote.

„Ihn scheint nichts aus der Bahn zu werfen. Er ist so ruhig im Tor und hat einen großen Körper, der viel vom Tor abdeckt. Das Spiel kommt zu ihm, er bleibt ganz ruhig. Das gibt uns viel Selbstvertrauen“, lobte Winnipegs Flügelstürmer Kyle Connor. „Er hat ein paar tolle Paraden gezeigt und war eine beruhigende Präsenz da hinten drin. Sie haben viele Pucks aufs Tor geschossen, wir mussten also nur eng an unseren Gegenspielern dran sein. Er konnte alle Schüsse sehen, wir haben uns um den gefährlichsten Spieler vor dem Tor gekümmert. Wir haben einen guten Job gemacht, auch ihre zweiten Chancen zu unterbinden.“

Skinner stoppte alleine je vier Versuche von Cale Makar und Nazem Kadri sowie jeweils deren drei von Martin Necas, Gabriel Landeskog, Nicholas Roy und Zachary L’Heureux. Die schönste Parade des Abends landete Skinner Anfang des zweiten Drittels, als er innerhalb von kurzer Zeit gleich zwei Direktschüsse entschärfte. Nach dem ersten Versuch Landeskog aus Slot-Position kam Skinner schnell von Pfosten zu Pfosten und rettete auch beim Nachschuss von Necas.

„Der Puck hat mich am Arm auf der Blocker-Seite erwischt“, erinnert sich Skinner. „Es war gut, dass er nicht noch einmal für einen Abstauber weggesprungen, sondern auf dem Arm hängen geblieben ist. Es hat ein wenig wehgetan, aber das ist okay.“

COL@WPG: Stuart Skinner mit Monster-Save gegen Martin Necas

Eine beeindruckende Defensivleistung

Dass Necas, Landeskog und auch Superstar Nathan MacKinnon (0-0-0, ein Torschuss bei 20:11 Minuten Eiszeit) reihenweise verzweifelten, lag auch an einer starken Team-Defensive der Jets.

„Wir hatten darüber gesprochen, dass wir ihn (MacKinnon) nur im Verbund ausschalten können. Wir haben versucht, entweder die Lowry-Reihe oder die Scheif-Reihe gegen ihn zu stellen. Wir haben sie gut verteidigt, sind aber auch selbst aktiv geblieben und haben Chancen kreiert“, analysierte Arniel. „Wir wussten, dass es ein rasantes Spiel werden würden und haben einen guten Job gemacht, ihnen die Mitte des Eises wegzunehmen. Viele ihrer Schüsse kamen von außen.“

„Wir sind im Chaos ruhig geblieben“, stimmte Skinner mit ein. „Wir wussten schon vor dem Spiel, was ihr Gameplan war: Sie haben viel Tempo und greifen mit schnellen Kontern an. Sie haben keine Schwächen, sondern ein hochtalentiertes Team. Insbesondere wenn sie ins Powerplay gekommen sind, war es kritisch für uns, das zu überstehen. Wir haben es aber auch gut geschafft, den ganzen Abend von der Strafbank wegzubleiben, was enorm wichtig war. Es hat Spaß gemacht und es war gut, schon früh im Spiel viele Schüsse zu bekommen. Das gibt einem Torwart immer ein gutes Gefühl. Sie haben zuerst gedrängt, dann waren wir an der Reihe.“

Hohes Selbstbewusstsein und gute Goalies

Colorado verzeichnete 17:6 Torschüsse im ersten Drittel, kam aber nur einmal ins Powerplay. Die Avalanche-Führung durch Jaden Schwartz (23.) drehten Kyle Connor (25.) und Cole Perfetti (39.). Im Schlussdrittel glich die Avalanche durch Fedor Svechkov zwar noch einmal aus, doch erneut Connor besorgte in der Schlussminute den Siegtreffer zum 3:2 (60.).

„Es fing schon in einem großartigen Training Camp an, wo wir als Mannschaft zusammengefunden haben. Wir haben als Team gespielt, was auch heute wieder zu sehen war, denn die Jungs kämpfen da draußen füreinander“, so Connor. „Jeder hier möchte beweisen, dass wir ein Team in dieser Liga sind, das schwer zu schlagen ist. Wir hatten einen guten Start und freuen uns schon auf das nächste Spiel.“

Dieses steigt am Freitag (8 p.m. ET; Sa., 2 Uhr MESZ) gegen die Anaheim Ducks. Die Kalifornier werden ein dickes Brett bohren müssen - entweder gegen Skinner oder gegen Clay Stevenson. Der neue Backup hielt bei seinem einzigen Start in dieser Saison direkt einen Sieg fest und zeigte ebenfalls beeindruckende Statistiken (2,0 Gegentore/Spiel, 93,5 Prozent Fangquote. Ein Torwartproblem haben die Winnipeg Jets offensichtlich nicht.

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