Beim 4:1-Auswärtssieg der Senators bei den Boston Bruins am Montag verzückte der 24-Jährige aus Viersen die gesamte Liga. Stell‘ dir vor, du startest vor 17.850 Fans im TD Garden einen Alleingang. Alle Augen sind auf dich gerichtet. Kurz vor dem Tor willst schießen, doch du wischt am Puck vorbei und schlägst ein Luftloch. Panik? Verunsicherung? Nein! Stützle blieb kühl wie Eis, brachte die Scheibe sofort wieder unter Kontrolle und nutzte die omnipräsente Verwirrung, um Bruins-Torwart Jeremy Swayman zu überwinden (10.).
Bereits 103 Sekunden zuvor hatte Stützle schon einmal Nerven aus Drahtseilen bewiesen, als er in einer 2-auf-1-Situation im Penalty Killing nach einem Querpass von Michael Amadio zum 1:0 getroffen hatte (8.). Was dabei kaum auffiel: Es war ein Tor des puren Willens, denn Stützle katapultierte sich im Hintergrund mit unglaublicher Schnellkraft und Ausdauer nach vorne, überholte dabei zwei Boston-Spieler, um dann per Direktschuss gegen die Rutschrichtung von Swayman aus rechter Position in den linken Winkel zu treffen. Eine Just-in-Time-Produktion - formschön vollendet.
„Es macht einfach Spaß“, versicherte Stützle glaubwürdig.
Tags darauf, bei der 3:5-Niederlage bei den Detroit Red Wings in der Little Caesars Arena zeichnete der deutsche Center wieder für das erste Tor des Spiels verantwortlich - und was für eines: Stützle hatte im Aufbau bereits Tempo aufgenommen, als ihm Drake Batherson mitten in der Defensivzone den Puck in den Lauf servierte. Auf Höhe der Mittellinie legte Ottawas Nummer 18 den Puck mit einer schnellen Bewegung an Verteidiger Nummer 1, Axel Sandin-Pellikka, vorbei und drang in die Offensivzone ein. Auf Höhe der Faceoff-Kreise versuchte Verteidiger Nummer 2, Ben Chiarot, den flinken Angreifer zu stellen, doch Stützle beschützte die Scheibe, indem er sie zurückzog und im selben Atemzug genau Maß nahm, um mit einem Laser-Schuss auf 1:0 zu stellen (3.). Eine perfekte Symbiose aus Tempo, Technik und Präzision.
In einer Woche sammelte Stützle in vier Spielen sechs Scorerpunkte (3-3-6; 1,5 Punkte/Partie) bei einer Schusseffizienz von 42,9 Prozent. Nur ein einziger Schussversuch sauste über das Ziel. Beeindruckend sind auch die defensiven Statistiken mit elf Checks, zwei Blocks und 58,5 Prozent gewonnenen Faceoffs.
Oder einfach formuliert: Stützle kocht!