Tim Stützle #18 of the Ottawa Senators steps onto the ice during player introductions prior to an NHL game against the Philadelphia Flyers on October 8, 2026 at Canadian Tire Centre in Ottawa, Ontario, Canada. (Photo by André Ringuette/NHLI via Getty Images)

In der Serie „Hot Topics“ blickt NHL.com/de an jedem Freitag auf die heißesten NHL-Themen innerhalb einer Woche zurück.

In dieser Ausgabe: Stützle kocht & weitere spannende Themen

Top-Thema: Stützle kocht

Wenn ein Sportler oder Funktionär anfängt, „etwas zu kochen“, dann meint die Jugendsprache, dass er etwas Großes erschafft oder eine großartige Leistung erbringt. Ein Spruch, der also perfekt zu einem NHL-Spieler in dieser Woche passt, denn: Tim Stützle kocht!

Seit letztem Freitag erzielte der Stürmer der Ottawa Senators in vier Spielen drei Tore (3-1-4; +4), darunter einen Unterzahl-Treffer und ein Game Winning Goal. Vor allem aber waren es drei Traumtore.

OTT@DET: Stützle bleibt heiß und trifft sehenswert zum 1:0

Beim 4:1-Auswärtssieg der Senators bei den Boston Bruins am Montag verzückte der 24-Jährige aus Viersen die gesamte Liga. Stell‘ dir vor, du startest vor 17.850 Fans im TD Garden einen Alleingang. Alle Augen sind auf dich gerichtet. Kurz vor dem Tor willst schießen, doch du wischt am Puck vorbei und schlägst ein Luftloch. Panik? Verunsicherung? Nein! Stützle blieb kühl wie Eis, brachte die Scheibe sofort wieder unter Kontrolle und nutzte die omnipräsente Verwirrung, um Bruins-Torwart Jeremy Swayman zu überwinden (10.).

Bereits 103 Sekunden zuvor hatte Stützle schon einmal Nerven aus Drahtseilen bewiesen, als er in einer 2-auf-1-Situation im Penalty Killing nach einem Querpass von Michael Amadio zum 1:0 getroffen hatte (8.). Was dabei kaum auffiel: Es war ein Tor des puren Willens, denn Stützle katapultierte sich im Hintergrund mit unglaublicher Schnellkraft und Ausdauer nach vorne, überholte dabei zwei Boston-Spieler, um dann per Direktschuss gegen die Rutschrichtung von Swayman aus rechter Position in den linken Winkel zu treffen. Eine Just-in-Time-Produktion - formschön vollendet.

„Es macht einfach Spaß“, versicherte Stützle glaubwürdig.

Tags darauf, bei der 3:5-Niederlage bei den Detroit Red Wings in der Little Caesars Arena zeichnete der deutsche Center wieder für das erste Tor des Spiels verantwortlich - und was für eines: Stützle hatte im Aufbau bereits Tempo aufgenommen, als ihm Drake Batherson mitten in der Defensivzone den Puck in den Lauf servierte. Auf Höhe der Mittellinie legte Ottawas Nummer 18 den Puck mit einer schnellen Bewegung an Verteidiger Nummer 1, Axel Sandin-Pellikka, vorbei und drang in die Offensivzone ein. Auf Höhe der Faceoff-Kreise versuchte Verteidiger Nummer 2, Ben Chiarot, den flinken Angreifer zu stellen, doch Stützle beschützte die Scheibe, indem er sie zurückzog und im selben Atemzug genau Maß nahm, um mit einem Laser-Schuss auf 1:0 zu stellen (3.). Eine perfekte Symbiose aus Tempo, Technik und Präzision.

In einer Woche sammelte Stützle in vier Spielen sechs Scorerpunkte (3-3-6; 1,5 Punkte/Partie) bei einer Schusseffizienz von 42,9 Prozent. Nur ein einziger Schussversuch sauste über das Ziel. Beeindruckend sind auch die defensiven Statistiken mit elf Checks, zwei Blocks und 58,5 Prozent gewonnenen Faceoffs.

Oder einfach formuliert: Stützle kocht!

OTT@BOS: Stützle hämmert einen One-Timer im Vorstoß ins Netz und erzielt ein Tor in Unterzahl

Premieren für Top-Talente

224 Spieler wurden im NHL Draft 2026 von den 32 Teams gepickt. Nur fünf von ihnen kamen bislang zum Einsatz: Gavin McKenna (1st Overall, Toronto Maple Leafs), Ivar Stenberg (2nd Overall, San Jose Sharks), Alberts Smits (5th Overall, New York Rangers), Viggo Björk (8th Overall, Winnipeg Jets) und Nikita Klepov (15th Overall, Anaheim Ducks).

Während Smits, Björk und Klepov noch auf ihren ersten Scorerpunkt in der National Hockey League warten, konnten sich McKenna und Stenberg diesen Wunsch bereits erfüllen: McKenna brach das Eis am 8. Oktober im Heimspiel gegen die Vegas Golden Knights und hakte dabei sowohl den ersten NHL-Assist als auch das erste Liga-Tor ab. Stenberg gab am 3. Oktober gegen die Los Angeles Kings seine erste Torvorlage.

Fliegende Kappen: Zwei Hattricks in einer Woche

Natürlich wollen Eishockey-Fans vor allem eines sehen: Tore, Tore, Tore. Diesen Wunsch erfüllten in der letzten Woche vor allem zwei Spieler. Alexis Lafrenière von den New York Rangers lieferte am 6. Oktober im Derby gegen die New York Islanders einen Hattrick (3-1-4). Logan Stankoven von den Carolina Hurricanes schnürte am 8. Oktober gegen die Vancouver Canucks einen Dreierpack (3-0-3).

NYI@NYR: Lafrenière befeuert Rangers-Sieg mit einem Hattrick

Larkin kehrt zurück

Bei den Detroit Red Wings ist mit Dylan Larkin der Nummer-1-Center zurückgekehrt. Der ehemalige Kapitän, der sein Amt verlor, weil er im Sommer einen Wechselwunsch geäußert hatte, wurde seitdem bei jeder Gelegenheit ausgebuht. Am 6. Oktober aber schlug die Stimmung um, denn Larkin trug im Heimspiel gegen die Ottawa Senators mit einem Tor und einem Assist maßgeblich zum 5:3-Sieg bei. Aus Pfiffen wurde Jubel.

Verletzungspech bleibt Panthers treu

Eigentlich haben die Florida Panthers in der Saison 2025/26 bereits genug gelitten, als sie aufgrund von zahlreichen Ausfällen als damals amtierender Stanley Cup Champion die Stanley Cup Playoffs krachend verpassten. Doch das Verletzungspech scheint dem Team aus Sunrise treu zu bleiben: Mit Kapitän und Nummer-1-Center Aleksander Barkov sowie Flügelstürmer und Routinier Brad Marchand zogen sich zwei wichtige Leistungsträger Unterkörperverletzungen zu, die sie wohl mehrere Wochen aus dem Verkehr ziehen werden. „Not macht erfinderisch“, heißt es also auch in der Saison 2026/27 für die Panthers.

Überraschend gute Starts

Vor Saisonbeginn hätte wohl niemand die New York Rangers, Winnipeg Jets oder Vancouver Canucks als Playoff-Kandidaten genannt. Doch genau diese drei Mannschaften zählen zu den großen Überraschungen in der noch jungen Spielzeit. Die Rangers (4-1-0) führen die gesamte NHL an und machten nach gruseligen Heim-Auftritten im Vorjahr aus dem Madison Square Garden wieder eine Festung (3-0-0). Die Jets (3-0-1) stehen an der Spitze der starken Central Division - und das, obwohl der suspendierte Connor Hellebuyck noch kein einziges Mal zwischen den Pfosten stand. Die Männer der Stunde heißen stattdessen Stuart Skinner (drei Starts, 2-0-1, 2,62 Gegentore/Spiel, 92 Prozent Fangquote), Kyle Connor (5-2-7) und Cole Perfetti (3-3-6). Die Canucks (2-3-0) waren in der Vorsaison das abgeschlagene NHL-Schlusslicht. Hoffnung auf Besserung gab es kaum. Doch Vancouver startete unerwartet stark und torreich (4,2 Tore/Spiel). Das gilt allen voran für Neuzugang Paul Cotter (4-2-6), der sich als sehr guter Griff erwies.

Das Warten geht weiter

Drei andere Teams warten dagegen noch auf den ersten Sieg: Die Calgary Flames (0-4-0; null Punkte), Los Angeles Kings (0-2-1; ein Punkt) und Philadelphia Flyers (0-3-2; zwei Punkte) sind in den Startlöchern hängen geblieben und sehnen sich nach dem ersten Erfolgserlebnis in 2026/27.

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