Edmonton Oilers v Anaheim Ducks

Leon Draisaitl hatte am Mittwoch allen Grund, mit sich selbst zufrieden zu sein. Der deutsche Superstar verbuchte beim 5:2 der Edmonton Oilers bei den Anaheim Ducks im Honda Center gleich vier Assists – und war damit maßgeblich an einer furiosen Wende beteiligt. Nach einem 0:2-Rückstand nach dem ersten Drittel erzielte Edmonton im zweiten Abschnitt gleich fünf Treffer.

Draisaitl ist damit erst der sechste Spieler in der Geschichte der Oilers, dem vier Assists in einem Drittel gelangen. Vor ihm schafften das Wayne Gretzky gleich zehnmal sowie Connor McDavid, Jari Kurri, Mark Messier und Shawn Horcoff. Für Draisaitl war es bereits das zwölfte Vier-Assist-Spiel seiner NHL-Karriere. Damit zog er mit Nicklas Backstrom gleich und führt nun gemeinsam mit dem Schweden die entsprechende Rangliste unter den außerhalb Nordamerikas geborenen Spielern an.

Noch beeindruckender: Mit nun 33 Vier-Punkte-Spielen liegt Draisaitl gemeinsam mit Alex Ovechkin und Kent Nilsson auf Platz sieben dieser Kategorie unter den außerhalb Nordamerikas geborenen NHL-Spielern.

EDM@ANA: Draisaitl bereitet vier Oilers-Tore vor und ebnet den Weg zum Sieg

Bouchard sorgt für die Wende

Über seine eigene Leistung wollte Draisaitl anschließend allerdings kaum sprechen. Stattdessen hatte er vor allem Lob für Evan Bouchard übrig. Der Verteidiger erzielte gegen Anaheim zwei Tore und einen Assist und steht nach vier Saisonspielen bereits bei zehn Punkten.

Bouchard führt mit sechs Treffern sogar die NHL-Torschützenliste unter den Verteidigern an und liegt insgesamt auf Rang zwei der ligaweiten Scorerwertung. Draisaitl überrascht das nicht. Die Ruhe und Übersicht seines Teamkollegen seien „unerreicht“, betonte der Deutsche.

Für Draisaitl geht Bouchards Wert ohnehin weit über dessen Statistiken hinaus. Vor allem dessen Entscheidungsfindung beeindrucke ihn. Bouchard behalte auch unter Druck die Ruhe, treffe regelmäßig die richtige Entscheidung und wisse genau, wann er den Puck bewegen müsse. Draisaitl glaubt deshalb, dass der Verteidiger ligaweit teilweise noch unterschätzt wird.

82 Tore für Bouchard

Bouchard erzielte in Anaheim seine NHL-Tore Nummer 81 und 82 und überholte damit Charlie Huddy. In der ewigen Klubrangliste der Oilers-Verteidiger liegt er nun mit 82 Treffern auf Platz drei. Nur Darnell Nurse (88) und Paul Coffey (209) haben häufiger getroffen.

Bemerkenswert ist auch Bouchards Start in diese Saison. Sein sechstes Tor nach gerade einmal vier Spielen ist der beste Wert eines NHL-Verteidigers seit Harry Cameron, der 1917/18 in den ersten vier Partien sogar achtmal traf.

Auch Oilers-Coach Mike Babcock zeigte sich beeindruckt. Er habe erst durch die tägliche Arbeit mit Bouchard vollständig erkannt, wie außergewöhnlich talentiert dieser sei. Seine Übersicht, seine Fähigkeit, den Puck zu bewegen, und seine Spielintelligenz seien auf Elite-Niveau. Babcock sieht beim 26-Jährigen sogar das Potenzial für eine dauerhafte Rolle im Rennen um die Norris Trophy.

Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Anaheim Ducks und den Edmonton Oilers

Edmonton findet rechtzeitig die richtige Antwort

Dabei hatte Edmonton zunächst große Probleme. „Sie waren im ersten Drittel schneller an den Pucks. Wir waren früh auf der Suche nach ihnen“, erklärte Draisaitl. Anaheim nutzte seine Chancen konsequent und führte nach 20 Minuten 2:0.

Dann aber schlugen die Oilers zurück. Bouchard verkürzte elf Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels, anschließend traf Kasperi Kapanen zum Ausgleich. Bouchard brachte Edmonton erstmals in Führung, ehe Vasily Podkolzin und Connor McDavid den Abschnitt mit zwei weiteren Treffern krönten.

Draisaitl lobte anschließend vor allem die Reaktion seiner Mannschaft: „Wir haben hart zurückgeschlagen und es auf die richtige Art und Weise gemacht.“

Mit sieben von möglichen acht Punkten aus den ersten vier Saisonspielen ist Edmonton /3-0-1) damit stark gestartet. Und wenn Bouchard seine aktuelle Form tatsächlich bestätigen kann, dürfte der ohnehin schon prominente Name des Verteidigers in der NHL in dieser Saison noch deutlich häufiger fallen.

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