Was würde eine erfolgreiche Saison kennzeichnen – auf dich und das gesamte Team bezogen?
Was die Mannschaft betrifft, müssen wir nicht lange um den heißen Brei herumreden. Unser Ziel ist ganz klar, wieder eine Meisterschaft zu gewinnen. Allerdings ist das bei uns nicht so, dass wir jeden Tag darüber sprechen, Meister werden zu wollen. Es ist vielmehr so, dass wir speziell darauf schauen, von Spiel zu Spiel besser zu werden. Allerdings bringt es nichts, wenn wir eine erfolgreiche reguläre Saison absolvieren und danach in der ersten Playoff-Runde ausscheiden. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in der Hauptrunde finden und kontinuierlich weiterentwickeln und in der Phase, in der es darauf ankommt, unser bestes Eishockey zeigen.
Das Gleiche gilt für mich persönlich. Ich möchte natürlich eine gute Saison abliefern, gar keine Frage. Am wichtigsten ist mir jedoch, der Mannschaft zu helfen, damit sie erfolgreiche Playoffs hinlegen kann.
Was ist der größte Unterschied zwischen einer regulären Saison und den Playoffs? Den Eisbären Berlin ist es zuletzt mehrfach gelungen, nach einer schwachen Hauptrunde am Ende trotzdem wieder den Meistertitel zu holen. Wie ist so eine Aufwärtstendenz in den wenigen Wochen einer K.o.-Phase zu erklären? Sind die Playoffs sozusagen eine neue Saison innerhalb der Saison?
Ja, genau. Da kann man fragen, wen man will. Jeder Spieler wird sagen, dass die Playoffs nochmal eine ganz andere Welt sind. Irgendwie kriegt man da noch ein paar Prozente mehr aus sich heraus, weil es um den Titel geht. Es ist die schönste Zeit im Jahr.
Was die Eisbären betrifft: Sie haben einfach gelernt, wie es geht, entscheidende Spiele zu gewinnen. Vier Titel in den letzten fünf Jahren sprechen für sich. Sie sind abgezockt, wissen um ihre Stärken. Sie fahren auch mal einen dreckigen Sieg ein.
In der regulären Saison ist es wichtig, sich so gut wie möglich zu platzieren, damit man später das Heimrecht in den Playoffs hat und sich für die Champions League qualifiziert. Das ist das beste Szenario. Aber man sieht es nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern, dass ein erster oder zweiter Platz in der Hauptrunde längst keine Garantie aufs Weiterkommen oder gar die Meisterschaft ist. Es ist oft gar nicht leicht, in der ersten Runde ein Team auszuschalten, das gerade eine Serie in den Pre-Playoffs gewonnen hat, weil es dadurch mit viel Selbstvertrauen daherkommt.
Ich gehe mal davon aus, dass ich dich nicht fragen muss, ob du gerne nächstes Jahr bei der Heim-WM dabei wärst. Im Eröffnungsspiel in der Arena auf Schalke wartet mit der Schweiz gleich ein harter Brocken. Ein Sieg könnte Euphorie entfachen, eine Niederlage dagegen für negative Stimmung sorgen. Wie schätzt du den Auftakt ein?
Ich bin sicher, jeder Spieler hat das Ziel, bei dieser ganz besonderen Partie dabei zu sein. Ich durfte ja bereits die Heim-WM 2017 in Köln miterleben. Wie das auf Schalke sein wird, kann ich mir gar nicht so recht vorstellen. Ich habe einmal in der NHL ein Winter Game mitgemacht. Aber das wird bei einer Heim-WM mit vielen deutschen Fans sicherlich etwas völlig anderes.
Klar ist die Schweiz direkt ein Brett, noch dazu, weil wir in den letzten Jahren nicht besonders erfolgreich gegen sie gespielt haben. Aber es ist ein Derby, es werden auch etliche Schweizer Fans da sein. Für die Zuschauer wird diese Partie zum Start ein Riesending. Beide Nationen werden richtig heiß sein auf dieses erste Spiel. Die Vorfreude ist bei den meisten bestimmt schon jetzt riesengroß.
Die NHL hat für 2028 einen World Cup of Hockey angekündigt. Wäre das ebenfalls eine reizvolle Sache für dich, falls Deutschland eine Einladung bekommen sollte?
Absolut. Ich habe noch nie einen World Cup gespielt. Ich weiß nur, dass es 2016 ein Team Europa gab und das Turnier in Nordamerika ein großes Spektakel war. Es macht immer Spaß, sich mit den besten Spielern der Welt zu messen und zu sehen, was sie draufhaben.
Wirfst du ab und zu noch einen Blick auf die NHL und schaust, wie sich deine ehemaligen Teams dort schlagen?
Ich sehe mir sehr gerne die Highlights an, ganze Spiele allerdings kaum noch. Ab und zu checke ich die Tabellen. Da gilt mein Augenmerk natürlich speziell den Mannschaften, für die ich selbst gespielt habe.