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Penguins stellen sich auf heftige Gegenwehr ein

Pittsburgh-Sieg in Spiel 6 gegen die Ottawa Senators keinesfalls Formsache - Kühnhackl weiter verletzt

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

OTTAWA/PITTSBURGH - Das Ziel für ihre Dienstreise zu den Ottawa Senators ist klar definiert: Mit einem Sieg in Spiel 6 am Dienstagabend wollen die Pittsburgh Penguins den Einzug ins Stanley-Cup-Finale perfekt machen. Der Titelverteidiger erspielte sich diesen Matchball durch einen überzeugenden 7:0-Erfolg am Sonntag in der heimischen PPG Paints Arena. In der Best-of-Seven-Serie des Conference-Finales im Osten gingen sie damit 3:2 in Führung.

Wer jedoch nach der jüngsten Begegnung glaubt, dass es sich beim Weiterkommen der Penguins nur noch um eine Formsache handelt, könnte eine Überraschung erleben. Denn nach dem klaren Rückstand im ersten Drittel hissten die Senators frühzeitig die weiße Fahne und schalteten in den Energiesparmodus um. Schlussfolgerungen auf den wahren Zustand der Senators sind daher bloß eingeschränkt möglich.

Im Laufe der Partie verließen nacheinander die Verteidiger Erik Karlsson und Cody Ceci sowie Angreifer Derick Brassard vorzeitig ihren Arbeitsplatz. Wenn es Spitz auf Knopf gestanden hätte, wären sie selbstverständlich geblieben, versicherte Ottawas Coach Guy Boucher hinterher. Alle drei Akteure stünden am Dienstag zur Verfügung und würden mit dem Rest des Teams heftige Gegenwehr leisten, um ein entscheidendes siebtes Spiel in Pittsburgh zu erzwingen.

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Dennoch spricht im Moment viel für die erneute Teilnahme der Penguins an der Finalserie um den Stanley Cup. Der Kader des amtierenden Champions ist so tief, dass die Mannschaft selbst Ausfälle von Leistungsträgern in den vergangenen Tagen und Wochen problemlos wegsteckte. Kapitän Sidney Crosby läuft nach seiner Gehirnerschütterung gegen Washington und einem Durchhänger in den ersten beiden Begegnungen gegen die Senators zur Höchstform auf und punktete zuletzt bei drei Spielen in Folge. Zum Sieg am Sonntag steuerte er ein Tor und eine Vorlage bei. In der Playoff-Scorer-Wertung liegt er mit 19 Punkten hinter seinem Mannschaftskollegen Evgeni Malkin (23) auf dem zweiten Platz. "Endlich nutzen wir die vielen Chancen, die wir uns regelmäßig erarbeiten", freute er sich nach dem Match am Sonntag.

Am Optimum bewegten sich beim 7:0-Heimsieg die Special Teams der Penguins. Sowohl im Powerplay als auch im Penalty-Killing lag die Erfolgsquote bei 100 Prozent. Drei Tore schossen die Penguins bei numerischer Überlegenheit. Im Gegenzug überstanden sie fünf Versuche der Senators ohne Gegentreffer.

Dass es nicht in jeder Partie so glatt laufen wird, sind sich die Penguins bewusst. Crosby prophezeit für Dienstag einen harten Kampf. Die Senators stünden mit dem Rücken zur Wand. Das setzte neue Kräfte frei und mache sie zu einem gefährlichen Gegner. "Sie wollen unbedingt zurückschlagen und die Serie ausgleichen. Wir sind daher von Beginn an gefordert und müssen unser Bestes geben", sagte der Spielführer der Penguins.

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Coach Mike Sullivan mahnt ebenfalls Siegeswillen und Entschlossenheit bei seinem Team im Hinblick auf Spiel 6 in Ottawa an. "Diese Tugenden sind in der jetzigen Phase sehr wichtig", betonte er. Zur Einstimmung auf das womöglich entscheidende Duell der Serie stand am Montag eine ausführliche Videoanalyse auf dem Trainingsplan. "Wir ziehen aus jedem Spiel unsere Lehren und suchen nach Dingen, die wir verbessern können. Selbst nach einem klaren Sieg wie am Sonntag." Darüber hinaus bat Sullivan die Mannschaft zu einer praktischen Übungseinheit aufs Eis.
Mit von der Partie in Canadien Tire Center in Ottawa ist ziemlich sicher Mark Streit. Nach langer Durststrecke mischte der Schweizer Verteidiger in den letzten beiden Begegnungen mit und verbuchte jeweils einen Assist. Er erwartet einen wesentlich stärkeren Kontrahenten als am Sonntag. "Wichtig ist, dass wir von Beginn an hellwach sind und gut in die Partie hineinfinden. Außerdem müssen wir einfach, schnell und zielstrebig spielen", meinte Streit.

Nicht sonderlich gut stehen die Einsatzchancen für Tom Kuhnhackl. Er laboriert nach wie vor an einer nicht näher spezifizierten Verletzung im unteren Körperbereich. Seit letzter Einsatz in den Playoffs datiert vom 8. Mai gegen die Washington Capitals. Kühnhackl nahm am Montag ebenso wenig am Mannschaftstraining teil wie Patric Hornqvist, Justin Schultz und Chad Ruhwedel. Stürmer Scott Wilson dagegen skatete mit dem Team und steht nach Lage der Dinge für Spiel 6 zur Verfügung.

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