Pascal-Vincent

Der Schreck bei den Verantwortlichen der Columbus Blue Jackets sitzt nach wie vor tief. Das zeigte sich am Montag bei einer Pressekonferenz, bei der sich John Davidson, President of Hockey Operations, und General Manager Jarmo Kekalainen zum Rücktritt von Trainer Mike Babcock am Tag zuvor äußerten. Zugleich zeigten sich beide optimistisch, mit Pascal Vincent einen idealen Nachfolger gefunden zu haben.

Kurz vor dem Start in ihr Trainingslager, das am Donnerstag beginnt, sind die Blue Jackets von der Diskussion um Babcock kalt erwischt worden. Der Klub hatte ihn erst am 1. Juli verpflichtet und große Hoffnungen in den Trainerfuchs gesetzt. Er sollte die zuletzt darbende Mannschaft auf den Erfolgsweg zurückführen. Doch daraus wird nun nichts.

Babcock hatte Medienberichten zufolge die Spieler der Blue Jackets aufgefordert, ihm persönliche Fotos auf dem Handy zu zeigen. Während einige Akteure damit keine Probleme hatten, fühlten sich andere dadurch in ihrer Privatsphäre verletzt. Die NHL Players‘ Association (NHLPA) schaltete sich ein und startete eine Untersuchung. Noch bevor ein offizielles Ergebnis vorlag, nahm Babcock freiwillig seinen Hut.

„Natürlich bin ich enttäuscht. Doch die Kritik ist berechtigt.“, sagte Davidson sichtlich angefasst. „Wir haben die Untersuchung durch NHLPA begrüßt und uns mit Mike darüber ausgetauscht. In den Gesprächen stellten wir fest, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich kann versprechen, dass wir aus diesem Fall für die Zukunft lernen werden.“

Davidson hofft, dass sich das Team von den jüngsten Geschehnissen nicht negativ beeinflussen lässt und nimmt sich diesbezüglich selbst in der Pflicht. „Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Trainerstab und die Mannschaft alles bekommen, was sie brauchen, um für die neue Saison gerüstet zu sein. Wir müssen diese schwierige Situation hinter uns lassen. Wir kümmern uns um unsere Spieler und um unser Personal“, betonte er.

Was den Kader betrifft, sich Davidson die Blue Jackets für die bevorstehenden Aufgabe gut aufgestellt. „Die Mannschaft ist stark, wir haben einige Qualitätsspieler hinzugefügt und verfügen außerdem über eine Vielzahl an Talenten. Wir sind gespannt, wie sich das Team schlägt“, lautete seine Einschätzung.

GM Kekalainen unternahm den Versuch, die delikate Angelegenheit in persönlichen Begegnungen aus der Welt zu schaffen. „Ich hatte heute Morgen ein Treffen mit den Spielern und habe mich bei ihnen für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Ich verstehe ihren Ärger“, sagte er.

Der Abschied von Babcock sei im Grunde unvermeidlich gewesen. „Uns war klar, dass die Ablenkung wegen dieser Sache zu groß sein würde. Hinzu kommt, dass unsere Organisation auf Werten fußt, die wir sehr ernst nehmen. Es ist unsere Aufgabe, die richtigen Dinge zu tun und keine Abweichungen zu dulden“, machte Kekalainen deutlich.

Bei der Nachfolgeregelung verlor der GM keine Zeit. Noch am Tag des Rücktritts von Babcock präsentierte er mit Pascal Vincent den Nachfolger auf dem Cheftrainerstuhl. Vincent war seit 2021 als Assistenzcoach in Columbus beschäftigt. Beide Seiten verständigten sich auf einen Zweijahresvertrag.

„Pascal ist bereit für diese Chance. Er hat sie sich redlich verdient. Wir sind sicher, dass er die Herausforderung meistert, auch wenn die äußeren Umstände zum Start alles andere als günstig sind. Er ist ein guter Coach. Wir schätzen uns glücklich, dass wir ihn haben“, ließ Kekalainen über den neuen verantwortlichen Mann an der Bande verlauten.

Zugleich hofft der GM auf eine positive Reaktion der Mannschaft. „Die Jungs freuen sich auf die bevorstehende Saison. Sie wollen nach vorne schauen und alles andere hinter sich lassen. Am Dienstag, spätestens Mittwoch stehen Treffen mit der medizinischen Abteilung auf dem Programm. Am Donnerstag geht es dann zusammen aufs Eis“, sagte er.

Vincent räumte ein, dass er sich einen schöneren Beginn seiner Amtszeit bei den Blue Jackets gewünscht hätte. Doch zugleich gab er sich kämpferisch. „Es liegen ein paar schwierige Tage hinter uns. Wir hatten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Und was macht man als Team, als Spieler und als Trainer? Man stellt sich alldem und macht einfach weiter. Genau auf diese Weise werden wir vorgehen. Ich weiß, dass unsere Spieler diesen Sommer extrem hart gearbeitet haben. Ich weiß, was wir als Trainer getan haben. Jetzt konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Vorbereitung. Wir sind bereit“, erläuterte der Trainer.

Am 12. Oktober wird es für Vincent und die Blue Jackets ernst. An diesem Tag bestreiten sie in der Nationwide Arena gegen die Philadelphia Flyers ihr erstes Spiel in der Saison 2023/24. Bis dahin will der Coach nach eigenen Worten ein wettbewerbsfähiges Team auf die Beine stellen, auf das die Fans stolz sind.

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