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Columbus startet dank seiner Top-Reihe durch

Panarin, Dubois und Atkinson verabschieden sich fulminant in die Weihnachtspause - Bobrovsky glänzt

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die Columbus Blue Jackets gehen als heißestes NHL-Team in die Weihnachtspause. Sie punkteten in sechs Spielen in Folge (5-0-1) und feierten vier Siege in Serie. Beim jüngsten 3:0-Erfolg bei den New Jersey Devils am Sonntag, gelang ihnen sogar der zweite Shutout in der laufenden Saison. Columbus profitiert aber nicht nur von einem formstarken Goalie Sergei Bobrovski, sondern vor allem von der brandgefährlichen Sturmreihe um Artemi Panarin, Pierre-Luc Dubois und Cam Atkinson.

Zwei Schüsse, zwei Tore: Columbus gnadenlos effektiv

Im Prudential Center präsentierten sich die Blue Jackets gnadenlos effektiv: Die ersten beiden Torschüsse knipsten jeweils die Torlampe an - binnen 88 Sekunden stellten Atkinson (5.) und Oliver Bjorkstrand (6.) auf 2:0. Panarin sorgte im Mitteldrittel dann bereits für den 3:0-Endstand (31.). Unter dem Strich gab Columbus in 60 Minuten nur 20 Torschüsse ab, traf aber dreimal ins Tor. Das macht eine beeindruckende Schusseffizienz von 15 Prozent.

Bobrovsky avanciert erneut zum Matchwinner

Genau das war es, was den Devils fehlte: New Jersey gab fast doppelt so viele Torschüsse ab, doch keiner der insgesamt 39 Versuche war erfolgreich. Die Belohnung für einen durchaus engagierten Auftritt blieb aus. Jackets-Goalie Sergei Bobrovsky stoppte alle Scheiben, behielt zum zweiten Mal in der laufenden Saison eine weiße Weste und feierte damit auch seinen 26. Karriere-Shutout. Der 30-jährige Russe ist ein echter Dauerbrenner und startete zum sechsen Mal in Folge zwischen den Columbus-Pfosten. Erst am Vorabend war Bobrovsky beim 4:3-Erfolg bei den Philadelphia Flyers zum Matchwinner avanciert. Nun hielt er trotz eines "Back-to-back"-Spiels seinen Kasten sauber.

Video: CBJ@NJD: Panarin zieht an und trifft per Rückhand

"Ich will noch nicht in die Analyse gehen, denn während einer langen Saison gibt es Höhen und Tiefen", sagte Bobrovsky, der mit einem Gegentorschnitt von 2,68 und einer Fangquote von 91,3 Prozent zwar gute, aber keine überragenden Statistiken vorweisen kann. "Du weißt nie, was passiert. Du musst für den Moment spielen und das machen, was es braucht, um deinen Team zu helfen."

Seine Mit- und Gegenspieler waren jedenfalls beeindruckt von der Vorstellung. "Die Leute fragen mich, gegen welchen Goalie es sich am schwersten spielt und ich sage jedes Mal Bobrovsky. Ich weiß nicht, ob das immer nur gegen uns ist, aber es scheint, als brauchst du immer perfekte Schüsse, um zu treffen, denn Gegentore sind niemals seine Schuld. Wir hatten ein paar richtig gute Chancen und haben Druck aufgebaut. Ich wüsste nicht, was wir mehr hätten tun können", sagte Devils-Stürmer Taylor Hall.

"Wenn Bobrovsky in Top-Form und mit viel Selbstvertrauen spielt, dann macht das uns auf der Bank selbstbewusst und ruhig. Wir erwarten, dass er solche Paraden für uns macht und es ist großartig, was das mit der Moral in unserer Mannschaft macht. Er ist zur Stelle, wenn wir ihn brauchen", lobte Atkinson seinen Torhüter.

Brutale erste Reihe

Selbstvertrauen ist Atkinson und seinen Reihenkollegen jedenfalls deutlich anzumerken: In New Jersey verbuchte die Top-Reihe der Blue Jackets drei Scorerpunkte (zwei Tore, ein Assist) und eine kumulierte Plus-Minus-Bilanz von +6. Beim 1:0 wartete Panarin geduldig auf eine Lücke und setzte dann Atkinson mit einem präzisen Pass in Szene. "Ich bringe mich in offene Positionen. Das ist mein Spiel", so Atkinson, der in jeden seiner letzten drei Spiele ins Tor traf und dabei vier Treffer erzielte. "Ich liebe es, Tore zu schießen und weiß, dass es Panarin auch liebt. Er spielt aber auch genauso gerne einen Pass und ich versuche mich dafür in Stellung zu bringen."

 

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Beim 3:0 brach Panarin dann selbst durch und vollendete mit einem Rückhandschuss. Der 27-jährige Russe hat mit den Devils offenbar einen Lieblingsgegner gefunden: 14 Scorerpunkte (vier Tore, zehn Assists) in zehn Duellen mit New Jersey sprechen eine klare Sprache.

Die gute Chemie zwischen den drei Stürmern ist unübersehbar. In den jüngsten drei siegreichen Partien kamen Panarin (zwei Tore, drei Assists, +5), Dubois (vier Assists, +6) und Atkinson (vier Tore, +6) auf 13 Scorerpunkte (sechs Tore, sieben Assists) und einen Plus-Minus-Wert von +17!

"Wir haben eine gute erste Reihe, sie erzielen viele Tore für uns", zeigte sich auch Torschütze Bjorkstrand beeindruckt. "Es ist schön, wenn auch wir mitmischen können, denn es hilft dem Team, wenn mehrere Reihen treffen."

Die richtige Chemie macht's

In Columbus aber glänzt derzeit vor allem die brandheiße Panarin/Dubois/Atkinson-Reihe. Das Trio verfügt über Tempo, gutes Passspiel, einen präzisen Schuss und arbeitet hart. In der Saison 2018/19 sammelten Panarin (elf Tore, 28 Assists), Dubois (13 Tore, 18 Assists) und Atkinson (23 Tore, 15 Assists) bereits 108 Scorerpunkte (47 Tore, 61 Assists). Sie erzielten zusammen also knapp die Hälfte aller Blue-Jackets-Tore in der laufenden Spielzeit (40,17 Prozent).

Diese Ausbeute ist vor allen Dingen deshalb so beeindruckend, weil die jeweiligen Gegner zumeist ihre Top-Reihe dagegenstellen. In New Jersey etwa nahmen es Hall, der Schweizer Nico Hischier und Kyle Palmieri - eigentlich selbst ein äußerst produktives Gespann - mit dem Trio auf. Die ernüchternde Bilanz: Keine Scorerpunkte und ein kumulierter Plus-Minus-Wert von -2.

Video: CBJ@DET: Dubois trifft nach schlauem Pass von Panarin

Die Reihen-Zusammenstellung zeigt, dass NHL-Coaches bei ihrer Arbeit nicht nur als gute Trainer, sondern auch als Psychologen gefragt sind. Greift in einer Linie ein Rädchen ins andere, sind meist viele Punkte das Ergebnis der Tüfteleien. Das Paradebeispiel dafür liefern derzeit die Colorado Avalanche: Mikko Rantanen (16 Tore, 43 Assists), Nathan MacKinnon (22 Tore, 34 Assists) und Gabriel Landeskog (24 Tore, 19 Assists). Sie sind mit 158 Scorerpunkten (62 Tore, 96 Assists) die derzeit am besten klickendste Sturmreihe in der NHL.

Scheidende Shootingstars?

Dank einer funktionierenden Top-Reihe und einem formstarken Torwart verbringt Columbus die Weihnachts-Pause auf Rang zwei in der Metropolitan Division und liegt damit voll auf Playoff-Kurs. Erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (1 Uhr MEZ) sind die Blue Jackets wieder auf dem Eis gefordert und treten auswärts bei den New York Rangers an.

Nach einem harmonischen Winter könnte allerdings ein unbequemer Sommer folgen: Mit Bobrovsky und Panarin laufen die Verträge von zwei aktuellen Shootingstars aus.

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