Doch dazwischen sorgte vor allem ein Akteur der Capitals für Aufsehen: Hunter Shepard. Der Torwart hatte gegen die Islanders erst den zweiten Start in seiner NHL-Karriere. Den ersten absolvierte er beim 25. Oktober beim 6:4-Sieg gegen die New Jersey Devils. Diesmal ließ er nur einen Gegentreffer zu, das 1:1 von Alexander Romanov (20.). Das Tor leitete der Keeper quasi auch noch selbst ein. Sein schwaches Zuspiel vermochte Verteidiger Nick Jensen nicht zu kontrollieren. Die Islanders sagten artig danke. Ansonsten hielt Shepard alles, was auf seinen Kasten kam, hatte am Ende des Abends 36 Saves in seinem Arbeitsnachweis stehen. Zweimal hatte er auch das Glück des Tüchtigen, als Jean-Gabriel Pageau und Mathew Barzal jeweils nur den Außenpfosten trafen.
„Er war einfach unglaublich“, lobte Ovechkin seinen Teamkameraden. Und der Trainer setzte sogar noch einen drauf: „Er ist ungeschlagen“, meinte Carbery mit einem Lächeln. Etwas ernster ergänzte er: „Egal aus welcher Position der Gegner geschossen hat, ob aus der Distanz oder direkt vor dem Tor, er hat alles gehalten.“ Der Keeper gab das Lob postwendend an seine Mitspieler weiter. Diese hätten dafür gesorgt, dass er die Schüsse in der Regel habe sehen können. „Und sie haben unglaublich viel geblockt.“ 32 geblockte Schüsse hatten die Capitals am Ende, und damit fast dreimal so viele wie die Islanders. „Jeder hat seinen Körper geopfert“, meinte Ovechkin.
Einfaches Erfolgsrezept
Washingtons Kapitän war verständlicherweise zufrieden mit dem Resultat. Und er wusste auch, warum es mit den zwei Punkten geklappt hatte: „Man muss clever und einfach spielen. Dann bekommt man Ergebnisse.“ Da machte es auch nichts, dass die Capitals auf etliche Leistungsträger verzichten mussten. Max Pacioretty, Trevor van Riemsdyk, Joel Edmundson, Darcy Kuemper und Martin Fehervary stehen dem Coach gerade nicht zur Verfügung. Da sei es gut, zu sehen, dass man jeden aus dem Kader ins kalte Wasser werfen könne und die Spieler dann eine gute Leistung abriefen, befand Ovechkin.
Dass die Capitals am Ende über zwei Punkte jubeln durften, lag dann auch an Spielern aus den zwei hinteren Sturmreihen, die man vorher nicht unbedingt als Torschützen auf der Rechnung hatte. Nic Dowd brachte in Baseballmanier die Capitals wieder in Führung (34.), als er die Scheibe aus der Luft über die Linie schlug. Und Aliaksei Protas verschaffte mit seinem Tor in der Schlussminute des Mittelabschnitts den Gästen ergebnistechnisch etwas Luft. Für beide Akteure war es jeweils der erste Saisontreffer.
„Es war ein Sieg des Charakters unter schwierigen Umständen mit den beiden Spielen an aufeinanderfolgenden Abenden, und das auch noch auswärts. Dazu haben wir viele Verletzte“, meinte Carbery im Anschluss an das Spiel. Ja, sein Team habe zwischendurch sehr viel verteidigen müssen. Aber von der Struktur her habe das generell sehr gut ausgesehen, was er bei seinem Team gesehen habe.
„Wir sind gut in die Partie gekommen, hatten früh ein paar gute Wechsel“, befand auch Dowd. Dann sei es ein offener Schlagabtausch gewesen. „Man braucht diese Art von Siegen. Nur manchmal kommen sie ein bisschen einfacher.“ Die Leistungssteigerung der Capitals in den vergangenen Partien schlägt sich auch in der Tabelle nieder. In der Metropolitan Division ist Washington mit 16 Punkten mittlerweile auf Platz drei zu finden. Und mit dem Selbstvertrauen, das das Team am Wochenende getankt hat, muss ihm auch vor den Golden Knights nicht bange sein.