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Die Washington Capitals um Superstar Alex Ovechkin kommen langsam in Fahrt. Nach einem durchwachsenen Start in die Saison 2023/24 scheint das Team aus der US-Hauptstadt in die Spur zu kommen. Durch den 4:1-Sieg am Samstag bei den New York Islanders haben die Capitals zum vierten Mal in Folge (3-0-1) und zum siebten Mal in den vergangenen acht Spielen (6-1-1) gepunktet. Der Scharfschütze mit der Nummer acht geht mit gutem Beispiel voran und schreibt dabei weiter Eishockeygeschichte.

Zufrieden auf dem Weg nach Hause 

Die Capitals durften nach dem Spiel in der UBS Arena zufrieden die Heimreise antreten und sich mental schon mal mit der nächsten Aufgabe auseinandersetzen. Die wird schwierig genug. Am Dienstag geht es zu Hause gegen Titelverteidiger Vegas Golden Knights. Doch diese Herausforderung kann die Mannschaft von Trainer Spencer Carbery mit viel Selbstvertrauen angehen. 

Nur zwei Partien hatten sie bei diesem Road Trip zu bestreiten. Und beide gewannen die Capitals. Und das nicht gerade gegen Laufkundschaft. Am Freitag gab es einen 4:2-Erfolg bei den New Jersey Devils. Jetzt ließen Ovechkin und Co. bei den Islanders gleich noch Sieg Nummer zwei folgen.  

Ovechkin war auch bei diesem Auftritt der Akteur, der der Partie früh seinen Stempel aufdrückte. Mit einem platzierten Handgelenksschuss brachte er sein Team in Führung (10.). Er profitierte davon, dass Teamkollege Evgeny Kuznetsov das Bully klar gewann und ihm die Scheibe mustergültig servierte. „Wir haben vor dem Anspiel darüber gesprochen. Und er hat gesagt, dass er mir den Puck genau so zuspielt“, meinte Ovechkin nach der Partie. Es war der 825. Treffer in seiner NHL-Karriere, womit er Wayne Gretzkys Rekord (894) wieder einen Schritt näher gekommen ist. In einer Kategorie hat der Russe die Spitze schon längst erreicht: Das 1:0 war der 141. Treffer, mit dem Ovechkin den Torreigen in einer Partie begann. Und so schnell wird er wohl auch nicht eingeholt. Auf Platz zwei ist Jaromir Jagr (135), und dessen Trikot mit der Nummer 68 soll am 18. Februar von den Pittsburgh Penguins unters Hallendach gezogen werden.  

Ovechkin trifft doppelt 

Ovechkin ließ ein paar Sekunden vor dem Ende der Partie auch noch Treffer 826 folgen. Diesmal ins leere Tor. Auch hier kommt der Name Gretzky wieder ins Spiel. Denn es war der 56. Treffer in ein verwaistes Gehäuse des gebürtigen Moskauers. Und damit hat er – gemeinsam mit Gretzky – die meisten in der NHL-Geschichte. Zudem bedeutete es, dass der Russe nun zum 168. Mal zwei Tore oder mehr in einer Partie geschossen hat. In dieser Kategorie ist er noch auf Platz zwei hinter Gretzky (189). Nach einem eher verhaltenen Auftakt mit drei Scorerpunkten in fünf Spielen, hat Ovechkin nun mit neun Punkten in den jüngsten neun Partien wieder zu alter Form zurückgefunden.

WSH@NYI: Ovechkin haut die Scheibe rein

Doch dazwischen sorgte vor allem ein Akteur der Capitals für Aufsehen: Hunter Shepard. Der Torwart hatte gegen die Islanders erst den zweiten Start in seiner NHL-Karriere. Den ersten absolvierte er beim 25. Oktober beim 6:4-Sieg gegen die New Jersey Devils. Diesmal ließ er nur einen Gegentreffer zu, das 1:1 von Alexander Romanov (20.). Das Tor leitete der Keeper quasi auch noch selbst ein. Sein schwaches Zuspiel vermochte Verteidiger Nick Jensen nicht zu kontrollieren. Die Islanders sagten artig danke. Ansonsten hielt Shepard alles, was auf seinen Kasten kam, hatte am Ende des Abends 36 Saves in seinem Arbeitsnachweis stehen. Zweimal hatte er auch das Glück des Tüchtigen, als Jean-Gabriel Pageau und Mathew Barzal jeweils nur den Außenpfosten trafen.  

„Er war einfach unglaublich“, lobte Ovechkin seinen Teamkameraden. Und der Trainer setzte sogar noch einen drauf: „Er ist ungeschlagen“, meinte Carbery mit einem Lächeln. Etwas ernster ergänzte er: „Egal aus welcher Position der Gegner geschossen hat, ob aus der Distanz oder direkt vor dem Tor, er hat alles gehalten.“ Der Keeper gab das Lob postwendend an seine Mitspieler weiter. Diese hätten dafür gesorgt, dass er die Schüsse in der Regel habe sehen können. „Und sie haben unglaublich viel geblockt.“ 32 geblockte Schüsse hatten die Capitals am Ende, und damit fast dreimal so viele wie die Islanders. „Jeder hat seinen Körper geopfert“, meinte Ovechkin.  

Einfaches Erfolgsrezept 

Washingtons Kapitän war verständlicherweise zufrieden mit dem Resultat. Und er wusste auch, warum es mit den zwei Punkten geklappt hatte: „Man muss clever und einfach spielen. Dann bekommt man Ergebnisse.“ Da machte es auch nichts, dass die Capitals auf etliche Leistungsträger verzichten mussten. Max Pacioretty, Trevor van Riemsdyk, Joel Edmundson, Darcy Kuemper und Martin Fehervary stehen dem Coach gerade nicht zur Verfügung. Da sei es gut, zu sehen, dass man jeden aus dem Kader ins kalte Wasser werfen könne und die Spieler dann eine gute Leistung abriefen, befand Ovechkin.  

Dass die Capitals am Ende über zwei Punkte jubeln durften, lag dann auch an Spielern aus den zwei hinteren Sturmreihen, die man vorher nicht unbedingt als Torschützen auf der Rechnung hatte. Nic Dowd brachte in Baseballmanier die Capitals wieder in Führung (34.), als er die Scheibe aus der Luft über die Linie schlug. Und Aliaksei Protas verschaffte mit seinem Tor in der Schlussminute des Mittelabschnitts den Gästen ergebnistechnisch etwas Luft. Für beide Akteure war es jeweils der erste Saisontreffer.  

„Es war ein Sieg des Charakters unter schwierigen Umständen mit den beiden Spielen an aufeinanderfolgenden Abenden, und das auch noch auswärts. Dazu haben wir viele Verletzte“, meinte Carbery im Anschluss an das Spiel. Ja, sein Team habe zwischendurch sehr viel verteidigen müssen. Aber von der Struktur her habe das generell sehr gut ausgesehen, was er bei seinem Team gesehen habe.  

„Wir sind gut in die Partie gekommen, hatten früh ein paar gute Wechsel“, befand auch Dowd. Dann sei es ein offener Schlagabtausch gewesen. „Man braucht diese Art von Siegen. Nur manchmal kommen sie ein bisschen einfacher.“ Die Leistungssteigerung der Capitals in den vergangenen Partien schlägt sich auch in der Tabelle nieder. In der Metropolitan Division ist Washington mit 16 Punkten mittlerweile auf Platz drei zu finden. Und mit dem Selbstvertrauen, das das Team am Wochenende getankt hat, muss ihm auch vor den Golden Knights nicht bange sein.

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