NJD@OTT: Stützles Doppelpack

Die NHL Preseason 2022/23 beginnt am 24. September. NHL.com/de beleuchtet im Vorfeld bei jedem Team noch einmal den Stand der Dinge.
In der heutigen Ausgabe: Ottawa Senators

Als die Ottawa Senators in den Stanley Cup Playoffs 2017 bis ins Eastern Conference Finale vordrangen (3:4 gegen den späteren Champion Pittsburgh Penguins), hätte wohl keiner gedacht, dass eine fünfjährige Durststrecke ohne eine einzige Playoff-Teilnahme folgen würde. Die kanadischen Hauptstädter aber nutzten diese Zeit für einen Umbruch, sammelten eine Menge Draftpicks und Talente und wollen die lange Wartezeit nun beenden.
"Wir wollen bis spät in die Saison bedeutungsvolles Hockey spielen", gibt Ottawas General Manager Pierre Dorion als Ziel aus. "Ich glaube, wir sind einen Schritt näher, das zu schaffen. Der Rebuild ist vorangeschritten und ich habe das Gefühl, dass wir jetzt in die nächste Phase kommen."
Die Ankunft in dieser neuen Phase untermauerten die Senators mit aggressiven Offseason-Moves: Mit Claude Giroux (Free Agent) und Alex DeBrincat (Trade) kamen zwei klangvolle Top-6-Stürmer nach Ontario, um die Offensive anzukurbeln (2021/22: im Schnitt 2,73 Tore/Spiel, Rang 26). Beide Neuzugänge gelten als Königstransfers und könnten in einer Reihe mit einem deutschen Center-Talent auflaufen: Tim Stutzle.

CHI@ARI: DeBrincat trifft zum Sieg in Verlängerung

Der 20-jährige Mittelstürmer aus Viersen setzte jüngst selbst ein bedeutungsvolles Zeichen und verlängerte in Ottawa um acht Jahre bis 2031. Mit einem durchschnittlichen Jahressalär von 8,35 Millionen US-Dollar wird der Deutsche beim Vertragsantritt zur Saison 2023/24 - Stand heute - sogar zum Top-Verdiener bei den Senators (vor Power Forward Brady Tkachuk mit 8,2 Mio. und Verteidiger Thomas Chabot mit 8,0 Mio.).
"Es ist wichtig für alle, dass jeder seinen Teil beiträgt", erklärte Stützle. "Ich wollte dem Team zeigen, dass ich fest entschlossen bin, langfristig hier zu bleiben. Ich glaube, dass das auch sehr wichtig ist. Ich erwarte immer von mir, der beste Spieler zu sein, der ich sein kann und ich habe auch im Sommer wirklich hart gearbeitet, also denke ich, dass ich bereit für die neue Saison bin. Ich fühle mich besser als je zuvor."
Der dynamische und offensive Stützle an der Seite von Spielmacher Giroux und dem schnellen DeBrincat könnte eine durchschlagskräftige Paradereihe für Ottawa sein. "Ich kann es kaum erwarten, von diesen Jungs zu lernen", sagt Stützle. "Es wird viel Spaß machen, mit ihnen zusammenzuspielen. Ich kann es kaum erwarten."

Auch die zweite Scoring-Line um Brady Tkachuk (22), Josh Norris (23) und Drake Batherson (24) sollte für viele Tore sorgen. Dahinter verfügen die Senators über weitere verheißungsvolle Talente wie Center Shane Pinto (21) oder Alex Formenton (22).
Gleiches gilt übrigens auch für die Verteidigung: Hinter dem offensivfreudigen Abwehrchef Thomas Chabot (25) sind Erik Brannstrom (23), Jake Sanderson (20) oder Jacob Bernard-Docker Verteidiger mit enormen Entwicklungspotenzial. Insbesondere in der Defensive aber würde Ottawa die Präsenz eines hochklassigen Veteranen noch guttun.
Für den nächsten Schritt nämlich müssen sich die Senators auch hinten merklich steigern. Torwart-Neuzugang Cam Talbot (35) gilt hierbei als Hoffnungsträger. Er bildet ein Goalie-Tandem mit Anton Forsberg (27). "Ich bin froh, dass sie sich für mich entschieden haben", erklärte Talbot. "Hoffentlich kann ich sie zurück in die Playoffs führen."
Voraussichtliche Aufstellung:
Sturm:
Brady Tkachuk - Josh Norris - Drake Batherson
Alex DeBrincat - Tim Stützle - Claude Giroux
Alex Formenton - Shane Pinto - Mathieu Joseph
Parker Kelly - Dylan Gambrell - Austin Watson
Verteidigung:
Thomas Chabot - Travis Hamonic
Erik Brannstrom - Artem Zub
Jake Sanderson - Nikita Zaitsev
Tor:
Cam Talbot
Anton Forsberg
Scratches:
D Nick Holden, D Jacob Bernard-Docker, D Lassi Thomson, F Jayce Hawryluk, F Ridly Greig

Stützles Top 5 Tore in 2021/22

Top-Talent, auf das es zu achten gilt:
Jake Sanderson (Verteidiger) - Der 20-jährige US-Amerikaner könnte sich einen Platz in der Aufstellung sichern, sollte er fit bleiben. Hinter dem 1,88 Meter großen und 84 Kilogramm schweren Linksschützen liegen alleine in diesem Jahr schon zwei Hand-Operationen. Ottawas Erstrunden-Pick aus dem Draft 2020 (5. Stelle) gilt als überragender Skater, der in beiden Zonen auch hohem Level performt. Er vereint Physis, Kreativität, Disziplin und Antizipation. Trotz seiner Verletzungshistorie wusste er an der University of North Dakota konstant zu punkten und dürfte in der neuen Saison eine Bereicherung für die Senators sein. "Ich war damals dabei, als wir Erik Karlsson und Thomas Chabot gedraftet haben und ich glaube, dass er genauso großartig, wenn nicht sogar besser werden kann als diese beiden", verteilt GM Dorion eine Menge Vorschusslorbeeren. "Er ist ein ganz besonderer Spieler."
Die wichtigste Frage für die Ottawa Senators:
Hält die Defensive dicht? Mit Chabot weiß Ottawa nur einen Top-Verteidiger in seinen Reihen. Dahinter allerdings fehlt es vor allem an Erfahrung: Artem Zub (128), Brannstrom (116), Bernard-Docker (13) und Sanderson (0) kommen zusammengerechnet auf weniger NHL-Spiele (257) als Chabot alleine (313). Hinzu kommt, dass auch ein Routinier wie Travis Hamonic (35) zuletzt nur wenig spielte (nur 81 NHL-Partien in den letzten drei Spielzeiten). Diese fehlende Routine könnte sich beim Kampf um die Rückkehr in die Playoffs als Hypothek erweisen. Auf jeden Fall ist die Senators-Abwehr eine Wundertüte. Spannend dürfte sein, ob Stützle & Co. vorne mehr Tore schießen als das Team hinten kassiert.