Von den Vorgängern inspiriert
Sechs Österreicher spielten bislang in der NHL: Christoph Brandner, Thomas Pöck, Andreas Nödl, Thomas Vanek, Michael Grabner und als einzig aktiver noch Raffl (Dallas Stars). "Ich habe zu ihnen aufgeschaut und mich von allen inspirieren lassen. Ich habe mir immer gesagt: Ich komme auch aus Österreich, ich werde es auch schaffen. Sie waren meine Motivation", sagt Rossi, der nächste Stern am österreichischen Eishockey-Himmel.
Rossi wurde beim NHL Draft 2020 in der 1. Runde an 9. Stelle von den Minnesota Wild ausgewählt und kämpft derzeit um einen Platz im NHL-Kader. "Die Chance ist sehr groß", glaubt der in Feldkirch geborene Angreifer. "Die Trainer haben das bestätigt. Sie sind sehr zufrieden mit mir momentan. Aber man muss sich den Platz verdienen und jeden Tag die maximale Leistung bringen. Ich habe ein gutes Gefühl und bin extrem selbstbewusst. Jetzt muss ich beweisen, dass ich bereit bin. Dann steht nichts mehr im Weg."
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"Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr aufwache"
Dass Rossi aktuell so nah dran ist, sich seinen NHL-Traum zu erfüllen, ist nicht selbstverständlich. Im November 2020 erkrankte der Linksschütze an Covid-19. "Zunächst war ich zehn Tage in Quarantäne und konnte danach eigentlich wieder Sport machen. Aber ich war die ganze Zeit müde. Es hat nie aufgehört. Das war der Horror für mich, denn ich wusste nicht, was abgeht. Irgendwann musste ich ein Training auslassen, weil ich nicht mehr konnte. Ich brauchte eine Pause. Das war der Moment, wo ich zu mir selbst gesagt habe: Da stimmt was nicht."
Daraufhin ließ sich Rossi medizinisch durchchecken. "Die Ärzte haben gesagt, ich soll keinen Sport mehr machen. Wir haben über drei Wochen jeden Tag Tests gemacht. Jeden Tag gab es eine neue Diagnose. Es hieß: Wenn ich ein Spiel mehr gemacht hätte, dann hätte es zu Ende sein können", erinnert sich das Talent, das als Folge von Corona an einer Herzmuskelentzündung litt. "Es geht dir viel durch den Kopf, wenn du hörst, dass du fast gestorben wärst. Das war nicht leicht. Vor allem vor dem Schlafengehen hatte ich Angst, dass ich am nächsten Morgen nicht mehr aufwache. Es war schrecklich."