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Oilers suchen die Bremse für Getzlaf-Reihe

Edmonton tüftelt Plan für Spiel 5 gegen die Anaheims Ducks aus und beschwört Auswärtsvorteil

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

EDMONTON/ANAHEIM - Wenn Edmontons Coach Todd McLellan seine Ansprache an das Team vor dem Match am Mittwoch gegen die Anaheim Ducks auf irgendeinem Tonträger gespeichert hat, kann er es sich einfach machen. Er braucht dann in Vorbereitung auf Spiel 5 gegen Anaheim lediglich die Replay-Taste des passenden Abspielgeräts drücken, um den Spielern eine wesentliche Botschaft ins Gedächtnis zu rufen. Sie lautet: In den Playoffs um den Stanley Cup ist es unerlässlich, sich in wichtigen Phasen noch mehr als sonst auf das Spielgeschehen zu fokussieren. Denn Kontrahenten vom Kaliber der Ducks lauern auf jede kleinste Unkonzentriertheit, um daraus Kapital zu schlagen.

In beiden Heimspielen der Playoff-Serie gegen Anaheim machten die Oilers bereits leidliche Erfahrung in dieser Hinsicht. Am Mittwochabend führte ein Augenblick mangelnder Präsenz 45 Sekunden nach Beginn der Verlängerung zum entscheidenden Gegentreffer. Durch die 3:4-Niederlage in Spiel 4 ist der Vorsprung der Oilers in der Runde futsch. Vor der fünften Begegnung am Freitag im Honda Center in Anaheim herrscht jetzt erstmals Gleichstand.

Der Unglücksrabe bei den Oilers im jüngsten Duell hieß Adam Larsson. Der Verteidiger wollte den Puck mit der Rückhand aus der eigenen Zone die Bande entlang chippen. Doch Ducks-Kapitän Ryan Getzlaf hatte den Braten gerochen. Er fing die Scheibe auf der rechten Seite ab, passte sie quer zu Jakob Silfverberg, der mit einer fulminanten Direktabnahme aus halblinker Position das Siegtor erzielte. Damit sorgte dieses Duo zum wiederholten Male für Verdruss bei den Oilers und ihrem Anhang. Zusammen haben sie in der Serie gegen Edmonton mittlerweile schon 14 Scorer-Punkte verbucht.

Wenn die Oilers weiterkommen wollen, sollten sie rasch wirksame Mittel und Wege finden, diese beiden Stürmer aus dem Spiel zu nehmen. Dazu bedarf es zweifelsohne einer erheblich besseren Darbietung des schwedischen Top-Defensivpaares Adam Larsson/Oscar Klefbom als am Mittwoch. In der Plus-Minus-Statistik wies der Spielberichtsbogen für sie einen Wert von -7 aus. Larsson stand bei allen Gegentoren auf dem Eis.

Video: ANA@EDM, Gm4: McDavid trifft den Kasten

Hart arbeiten müssen die Oilers nach wie vor an den Bullys. Bei den Puckwürfen behielten die Ducks bislang in allen vier Matches jeweils deutlich die Oberhand.

Etwas besser als zuletzt präsentierte sich Edmonton dagegen im Powerplay. Bei drei Versuchen gelang immerhin ein Treffer zum zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich durch Drake Caggiula. Beim ersten Aufeinandertreffen im Rogers Place waren die Oilers bei ihren Überzahlspielen komplett leer ausgegangen. Dennoch wäre es wichtig, die Erfolgsquote beim Powerplay weiter zu steigern. Zu 100 Prozent funktionierte am Mittwoch das Penalty-Killing. Viermal hielt man sich bei numerischer Überlegenheit der Ducks schadlos.

Hoffnung für den weiteren Verlauf der Serie macht die Leistung der drei Top-Scorer der Oilers in der jüngsten Partie. Sowohl Connor McDavid als auch Leon Draisaitl und Patrick Maroon punkteten. Mit zehn Zählern (zwei Toren, acht Vorlagen) führt Draisaitl die interne Scorer-Wertung der Franchise in den Playoffs an. McDavid und Maroon folgen mit je sieben Punkten auf den Plätzen zwei und drei.

Trotz der zwei Rückschläge ist Coach McLellan zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der Runde angeht. "Das kriegen wir schon wieder hin. Gleich beim Training morgen tüfteln wir den Plan für Spiel 5 aus", sagte er im Anschluss an die verlorene Begegnung vom Mittwoch. Nach McLellans Einschätzung gibt es bei dieser Serie keinen Heim- sondern einen Auswärtsvorteil. Den wolle man in Anaheim ein weiteres Mal nutzen.

Überaus pragmatisch äußerte sich Angreifer Caggiula. "So läuft es in den Playoffs. Das Momentum kann jederzeit von der einen zur anderen Seite wechseln. Ein simpler Spielzug reicht dafür manchmal aus. Nun steht es 2:2 und wir starten einen Neuanfang", meinte er.

Anaheims Trainer Randy Carlyle baut derweil weiter auf die Stärke von Torjäger Getzlaf. "Er ist unser Kapitän und Anführer. Er hat im Verlauf der Saison viele Dinge erledigt, die unbeachtet geblieben sind. Jetzt in den Playoffs marschiert er in vorderster Front und packt den Stier bei den Hörnern", pries er seinen Kapitän. Vielleicht sollte auch Carlyle darüber nachdenken, diese Lobesrede aufzuzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sie im Laufe der K.o.-Runde erneut halten kann, ist nach Lage der Dinge hoch.

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