TBL Kucherov 1206

Nikita Kucherov scheint nicht zu stoppen: Mit einem Assist verlängerte der NHL-Top-Scorer seine persönliche Vorlagen-Serie auf elf Spiele und stellte damit einen neuen Franchise-Rekord auf. Danach ließ der 30-jährige Russe den Siegtreffer folgen und ebnete den Weg für einen 3:1-Heimsieg des Tampa Bay Lightning gegen die Pittsburgh Penguins am Mittwochabend in der Amalie Arena.

Kucherov stellt neuen Franchise-Rekord auf

„Ich möchte verantwortungsvolles Hockey spielen und den Jungs da draußen helfen“, sagte Kucherov. „Und wenn ich Chance bekomme, dann nutze ich sie auch.“

Im Powerplay behauptete Kucherov den Puck mit einer feinen Bewegung, legte dann quer für Victor Hedman, dessen Distanzschuss von Anthony Cirelli zum 1:0 abgefälscht wurde (6., Cirellis 200. Scorerpunkt in der NHL). Im zweiten Drittel zündete der Linksschütze eine Fackel im rechten Faceoffkreis und donnerte den Puck per Direktabnahme zum 2:0 in die Maschen (29., im Powerplay).

Somit lieferte Kucherov im elften Spiel in Folge mindestens einen Assist und überholte damit Martin St. Louis (Saison 2009/10 und 2006/07) und Brad Richards (2005/06), die den bisherigen Franchise-Rekord des Lightning mit jeweils zehn Partien in Folge gehalten hatten.

PIT@TBL: Cirelli erreicht die Marke von 200 Scorerpunkten mit einem Treffer im Powerplay zum 1:0

Mit seinem 216. Multi-Punkte-Spiel seiner NHL-Karriere überholte Kucherov außerdem Ken Hodge (215) und zog mit Leon Draisaitl, Pavel Bure, Wilf Paiement, Brad Park und Larry Robinson für einen geteilten 130. Rang in der Allzeit-Bestenliste gleich.

Nach 26 Spielen kann der Lightning-Stürmer 44 Punkte (17-27-44) vorweisen und ist damit Top-Scorer in der gesamten Liga.

Fortschritte im Defensivverhalten

Gegen Pittsburgh funktionierte nicht nur Tampas Offensive, die nach einem Rückhand-Abstauber von Tanner Jeannot auf 3:0 erhöhte (38.), und das Powerplay (2/4), sondern insbesondere auch die Defensive, die 27 Schüsse blockte und am Ende gerade einmal 25 Torschüsse zuließ.

„Genauso hatten wir uns das vorgestellt, dass wir nicht immer zahlreiche Tore brauchen, um ein Spiel zu gewinnen. Wenn du verantwortungsvoll in der Defensive spielst, werden gute Dinge passieren“, so Lightning-Trainer Jon Cooper. „Und wenn wir mal einen Fehler gemacht haben, dann war der große Junge da, um uns rauszuboxen.“

Damit meinte Cooper seinen Torwart Andrei Vasilevskiy, der 24 von 25 Torschüssen entschärfte und damit auf eine Fangquote von 96 Prozent kam.

Bitter: Nach einem unnötigen Ausflug hinter das Tor machte sich Vasilevskiy seinen zweiten Saison-Shutout in der Schlussminute selbst kaputt, denn Penguins-Stürmer Jake Guentzel bestrafte diesen Fehler postwendend und traf zum 1:3-Endstand (60.).

Tampas Trend zeigt nach oben

Nach vier Niederlagen in Folge bei einem Torverhältnis von 4:15 schien Tampa lange nicht von Kucherovs starken Leistungen profitieren zu können. Das aber änderte sich in jüngster Vergangenheit: Der Lightning (12-10-5) gewann zwei Spiele in Folge mit 7:1 Toren und festigt als Vierter in der Atlantic Division hinter den Boston Bruins (17-4-3), Florida Panthers (15-8-2) und Detroit Red Wings (14-7-3) den ersten Wildcard-Platz in der Eastern Conference. Der Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz beträgt allerdings nur zwei Punkte. Der Stanley Cup Champion von 2020 und 2021 muss also auf den jüngsten Erfolgen aufbauen.

„Wir wissen, was wir tun müssen, um erfolgreich zu sein. Wir haben zuletzt daran gearbeitet, clevere Entscheidungen mit dem Puck in der neutralen Zone zu treffen. In den letzten beiden Spielen haben wir das richtig gut umgesetzt“, sagte Jeannot und schob ein Lob für seinen Schlussmann hinterher: „Vasilevskiy hat wieder ausgesehen wie der beste Torwart der Welt. Wir müssen unser Spiel weiter steigern und ihm da hinten helfen.“

Kein leichtes Unterfangen, immerhin gelangen Tampa in der laufenden Spielzeit erst vier Auswärtssiege (4-7-2), nun geht es auf einen Fünf-Spiele-Roadtrip Richtung Westen mit Spielen bei den Nashville Predators, dem Seattle Kraken, den Vancouver Canucks, Edmonton Oilers und Calgary Flames.

Penguins brauchen mehr Dringlichkeit

Pittsburgh (11-11-3) dagegen kassierte die dritte Niederlage in Folge (0-1-2) und kommt in der Metropolitan Division nicht vom Fleck. Der Rückstand auf einen Wildcard-Rang beträgt zwei Punkte.

„Ich finde nicht, dass wir in Schönheit sterben, vielleicht sind wir manchmal ein bisschen zu zögerlich“, analysierte Kapitän Sidney Crosby. „Wir müssen mit etwas mehr Dringlichkeit spielen.“

„Wir waren im ersten Drittel zu abwartend“, stimmte auch Center Evgeni Malkin mit ein. „Wir haben erst angefangen, unser Spiel zu spielen, als sie drei Tore geschossen hatten. Erst im dritten Drittel haben wir mit mehr Druck gespielt und öfter aufs Tor geschossen.“

Verwandte Inhalte