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Nico Gross auf den Spuren der Schweizer Stars

Der 18-jährige Verteidiger der Oshawa Generals will mit dem NHL Draft 2018 seinem großen Idol Roman Josi folgen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

NHL.com/de bereitet Sie im Rhythmus von zwei Wochen mit der NHL Draft Watch 2018 auf die Zukunft vor. Jeden zweiten Dienstag liefern wir Neuigkeiten und Informationen zu den Nachwuchstalenten von heute, die die NHL von morgen prägen könnten.

Heute beschäftigen wir uns mit Nico Gross.

In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Schweiz immer mehr zu einer Talentschmiede des Eishockeys. Beachtliche 15 Eidgenossen brachten es in der laufenden Saison bereits zu Einsätzen in der NHL und auch im Draft gewinnt die kleine Alpenrepublik mehr und mehr Beachtung. Spieler wie Nino Niederreiter, Timo Meier und Kevin Fiala wurden allesamt in der ersten Runde gedraftet, im vergangenen Jahr schaffte es Nico Hischier als erster Schweizer gar an erster Stelle gewählt zu werden.

Der aktuelle Jahrgang für den Draft 2018, wird wohl kaum einen Spieler aus der Schweiz zu bieten haben, der so früh gewählt wird, doch einige junge Talente haben es erneut geschafft, den Fokus der Talentsucher auf die Schweiz zu lenken. In erster Reihe steht dabei der in Pontresina geborene Verteidiger Nico Gross.

Der 18-Jährige wuchs in St. Moritz auf und hat sich schon früh in verschiedene Sportarten versucht. Ob Langlauf, Alpin-Ski, Snowboard, Tennis oder Fußball, Gross war immer aktiv. Im Alter von drei Jahren kam er durch seinen älteren Bruder zum Eishockey. In seiner Kindheit spielte er zunächst als Stürmer, bis er von St. Moritz zum Nachwuchs des EV Zug wechselte, wo er zum Verteidiger umfunktioniert wurde. Auch heute lässt er seine Veranlagung zum Offensivspiel immer wieder aufblitzen und schaltet sich in den Angriff ein.

Vergangene Saison spielte er dann für die EVZ Academy, dem Farmteam des EV Zug, in der National League B. Neben seinem Engagement für den Klub, kam er auch zu Einsätzen für die U18 und die U20 Nationalmannschaft. So stießen schließlich auch Scouts aus Nordamerika auf ihn und die Oshawa Generals drafteten ihn prompt in die Ontario Hockey League.

Dort steht Gross seit Beginn der Saison für die Generals auf dem Eis und gehört zu den Stammkräften des Teams. Die Generals erwischten allerdings keinen guten Start in die Saison und auch Gross war mit seinen Leistungen nicht zufrieden. Er startete noch geschwächt in die Saison, nachdem er im Sommer an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt war. Außerdem brauchte er eine Weile, um sich an die neue Umgebung und die nordamerikanische Spielweise zu gewöhnen.

"Das lag sicher an der Krankheit, aber auch daran, dass alles hier so neu für mich ist. Ein neues Team, das Eis ist anders, die Fläche kleiner, hier wird ein anderer Stil gespielt, viel schneller und härter", erklärte Gross. "Ich hatte keinen so guten Start, genau wie unser Team. Wir hatten alle keinen guten Saisonbeginn, aber es scheint jeden Tag besser zu werden."

 

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Die Statistik des Schweizers liest sich immer noch nicht grandios, in 52 Spielen verbuchte er bisher vier Tore und neun Assists und weist eine +/- Statistik von -13 aus. Allerdings haben die Generals auch nur einen Verteidiger, Matt Brassard, in ihren Reihen, der mehr Tore (14) und Punkte (45) als Gross erzielte.

Die Scouts sind dennoch mit Gross zufrieden und listen ihn als Nummer 47 unter den nordamerikanischen Feldspielern. Das brachte ihm im Januar auch eine Einladung zum Sherwin-Williams CHL/NHL Top Prospects Game 2018 ein, bei dem die 40 größten Talente der Canadian Hockey League gegeneinander antreten, nachdem sie eine Reihe von Tests durchlaufen haben. Gross reiste mit seinen Teamkollegen Serron Noel und Allan McShane an, spielte aber nicht mit ihnen in der gleichen Mannschaft. Am Ende war das Team des Schweizers mit 7:4 siegreich.

"Es war klasse dabei gewesen zu sein, eine großartige Erfahrung", schwärmte Gross. "Vor dem Spiel war es etwas Besonderes, wir haben uns ein wenig darüber unterhalten. Aber als die Partie begann, waren sie für mich einfach nur wie jeder andere Gegner."

Am Vorabend hatten die Athleten an sieben Prüfungen im Kraftraum und zehn Übungen auf dem Eis teilgenommen, die ihre körperlichen und technischen Fähigkeiten auf die Probe stellen sollten. Gross landete immerhin in zwei Kategorien auf Platz drei.

Die Scouts der NHL loben an Gross besonders seine Intelligenz und Ruhe auf dem Eis. Im eigenen Drittel zeigt er ein gutes Stellungsspiel, kann sich bei eins gegen eins durchsetzen und auch unter Druck die Scheibe behaupten. Dank seiner Schnelligkeit und seiner guten Spielübersicht kann er den Puck sowohl in den Angriff tragen, als auch den klugen Aufbaupass spielen. Damit ist er ein vielseitig verwendbarer Verteidiger, der das eigene Tor beschützen, aber auch seinen Beitrag zur Offensive leisten kann.

Mit den Generals ist Gross mittlerweile für die Playoffs der OHL qualifiziert. Mit guten Leistungen in den Playoffs könnte er seinem großen Traum, in die Fußstapfen seines Idols Roman Josi zu treten und ein großer Spieler in der NHL zu werden, ein weiteres Stück näher kommen.

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