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NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Was die Trade Deadline für Rookies bedeutet.

Alljährlich ist die NHL Trade Deadline einer der großen Termine der NHL-Saison. Teams bereiten sich mit letzten Verstärkungen auf die Stanley Cup Playoffs vor, oder schreiben die Saison ab und bauen auf die Zukunft. So landeten auch am Montag Starspieler wie Marc-Andre Fleury oder Claude Giroux bei neuen Teams. Doch die Deadline bringt nicht nur für Veteranen von diesem Kaliber Veränderungen mit sich, sie hat oft auch gewaltigen Einfluss auf die Rookies der NHL.
Zur Deadline wird immer wieder von Käufern und Verkäufern gesprochen. Die Käufer sind Teams, die voraussichtlich in den Playoffs landen, oder zumindest realistische Chancen darauf haben und ihren Kader dafür ausbauen wollen, um in diesem Jahr ihren Anlauf auf den Stanley Cup zu wagen. Die Verkäufer sehen hingegen ihr Heil nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft und geben heutige Leistungsträger mit meist auslaufenden Verträgen zugunsten des Neuaufbaus ab.
So bekommen auch Rookies und Prospects die Deadline zu spüren, wie am Montag erneut zu sehen war. 15 dieser jungen Nachwuchstalente waren alleine am Deadline Day Teil von Transfers, für gewöhnlich als Zugabe, um einen größeren Trade schmackhaft zu machen. Meist handelt es sich dabei nicht um die aussichtsreichsten Spieler, sondern um Kandidaten, die seit mehreren Jahren ohne Erfolg versuchen sich durchzusetzen. Der Szenenwechsel kann aber eine zweite Chance sein.
Das trifft zum Beispiel auf Stürmer Zach Senyshyn zu. Der 24-jährige Stürmer wurde bereits 2015 in der ersten Runde (Nr. 15) von den Boston Bruins gedraftet, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. In den vergangenen drei Spielzeiten kam er insgesamt 14-mal zum Einsatz und erzielte ein Tor und zwei Assists. Diese Saison trat er noch nicht in der NHL an. Am Montag wechselte er in einem Transfer, der Verteidiger Josh Brown nach Boston schickte, zu den Ottawa Senators. Bei dem im Wiederaufbau befindlichen Franchise könnte er einen frischen Start bekommen, um sich als NHL-Spieler zu beweisen.

BOS Senyshyn

Unter den getauschten Rookies und Prospects sind aber auch einige scheinbare Perlen. Verteidiger Justin Barron etwa, der für Artturi Lehkonen von den Colorado Avalanche zu den Montreal Canadiens wechselte, wurde 2020 in der ersten Runde (Nr. 25) gedraftet. Er bestritt diese Saison seine ersten beiden NHL-Spiele und erzielte in der American Hockey League 20 Punkte (5 Tore, 15 Assists) für die Colorado Eagles. Barron könnte sich in den kommenden Jahren zu einem Stammspieler für die Canadiens entwickeln und zu ihrem zukünftigen Kern in der Abwehr gehören.
Ein weiterer interessanter Spieler ist Torwart Calle Clang. Der Pick der dritten Runde (Nr. 77) im NHL Draft 2020 unterschrieb bisher keinen NHL-Vertrag, die Pittsburgh Penguins hielten aber das Recht ihn unter Vertrag zu nehmen. Das gaben sie an die Anaheim Ducks ab, als sie Rickard Rakell nach Pittsburgh holten. Clang absolvierte diese Saison im Alter von 19 Jahren bereits 17 Spiele für Rögle BK in der schwedischen SHL und kam auf eine beeindruckende Bilanz von 10-5-0 bei 2,28 Gegentoren pro Spiel, 91,5 Prozent Fangquote und einem Shutout. Das zeigt ein vielversprechendes Talent, mit dem Clang sich zu einem guten NHL-Torhüter entwickeln könnte.

Talentierte Spieler wechseln am Deadline Day

Doch nicht nur die direkt an Transfers beteiligten Rookies werden davon beeinflusst. Wenn die Verkäufer Stammspieler abgeben, muss die Lücke im Kader geschlossen werden, die sie hinterlassen. Dafür müssen oft Rookies einspringen. Das könnte auch den deutschen Stürmer Lukas Reichel bei den Chicago Blackhawks betreffen.
Die Blackhawks gaben Center Ryan Carpenter am Montag für einen Draft Pick an die Calgary Flames ab. Bereits drei Tage zuvor schickten sie Außenstürmer Brandon Hagel für zwei Draft Picks und die Rookies Boris Katchouk und Taylor Raddysh zu den Tampa Bay Lightning. Reichel könnte durch die Abwesenheit der beiden Stammspieler zu mehr Einsätzen kommen. Bisher trat er fünf Mal für die Blackhawks an und wartet noch auf seinen ersten Punkt in der NHL. Das könnte sich ändern, wenn er für Hagel einspringen sollte.