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NHL.com/de Spielerumfrage: Wer wird am meisten respektiert?

Sidney Crosby liegt klar vorne vor Patrice Bergeron und Joe Thornton

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

NHL.com/de hat bei den NHL European und North American Player Media Tours die Meinung von 24 Top-Spielern der Liga zu verschiedenen Themen eingeholt. In dieser Folge geht es darum, welcher Spieler von den Kollegen am meisten respektiert wird.

Eine auf Anerkennung und Bewunderung beruhende Achtung. Das ist eine Definition von Respekt, die man in den Weiten des Internets findet. Doch wie bekommt man Respekt? Besser gefragt: Warum wird einem Respekt entgegengebracht? Noch eine Stufe weiter: Wann wird man als Eishockeyspieler respektiert? Und das nicht nur von den Fans, sondern auch von den Gegnern?

Zunächst mal hilft es, wenn man sich in der NHL etabliert und eine gewisse Anzahl an Spielen absolviert hat. Und dann nicht nur zwei Minuten pro Abend auf dem Eis steht, sondern eine gewisse Anzahl an Minuten runterreißt. Es hilft natürlich, wenn man in den entscheidenden Situationen auf dem Eis steht - Überzahl, Unterzahl, die Minuten kurz vor Schluss. Austeilen sollte man können, aber auch einstecken. Gute Scoring-Statistiken sind hilfreich, aber kein Muss. Ein Stanley-Cup-Ring hilft selbstverständlich. Und als Sahnehäubchen sollte man auch noch eine gewisse Ausstrahlung mitbringen.

Wer vereint nun also all diese Eigenschaften auf sich? Geht es nach den befragten NHL-Spielern, dann ist das Sidney Crosby. Die Zeiten von "Sid the Kid" sind vorbei. 32 Jahre alt ist der Center der Pittsburgh Penguins mittlerweile. Die 1000-Spiele-Marke (reguläre Saison und Playoffs) hat er längst geknackt. Drei Stanley-Cup-Ringe hat er inzwischen. Dazu kommen noch diverse individuelle Auszeichnungen, für die er wohl mittlerweile ein eigenes Zimmer braucht: Maurice Richard Trophy, Ted Lindsay Award, Conn Smythe Trophy, Hart Memorial Trophy und und und. Viele Trophäen bekam er gleich mehrfach. Seine spielerischen Fähigkeiten sind unbestritten.

Video: Top 10 Spielzüge aus 2018/19: Sidney Crosby

Kein Wunder also, dass sich zehn der 24 befragten Spieler für Crosby entschieden haben bei der Frage, welcher NHL-Spieler am meisten respektiert wird. Seit der Spielzeit 05/06 zaubert der Kanadier auf dem Eis. "Ich denke, er ist ein höllisch guter Spieler. Er verdient es", sagt beispielsweise Jesperi Kotkanieme (19), Center bei den Montreal Canadiens.

Hinter dem klaren Sieger Crosby, der selbstverständlich auch Kapitän der Pittsburgh Penguins ist, geht es wesentlich enger zu. Auffällig ist aber, dass ausschließlich erfahrene Akteure genannt wurden. Vier Stimmen hat Patrice Bergeron erhalten. Zur Saison 2003/04 kam er in die NHL. Seitdem hat er sich zum Anführer der Offensive der Boston Bruins entwickelt. Wie Crosby hat auch der Franko-Kanadier schon weit über 1000 NHL-Spiele (reguläre Saison und Playoffs) auf dem Buckel. Seinen Stanley-Cup-Ring hat er sich 2011 im Finale gegen die Vancouver Canucks geholt. In der jüngeren Vergangenheit hat er aber auch durch seine Fähigkeiten in der Rückwärtsbewegung auf sich aufmerksam gemacht. Viermal hat er mittlerweile die Frank J. Selke Trophy als bester defensiver Stürmer gewonnen.

Seine Teamkameraden sind voll des Lobes. "Er wird von jedem respektiert, auch von den Gegnern. Er und Zdeno Chara sind schon so lange dabei. Man bekommt diesen Respekt, wenn man länger dabei ist. Aber sie sind auch beide exzellente Eishockeyspieler. Es ist schwer, gegen sie zu spielen. Aber sie sind fair und ehrlich", sagt Joakim Nordstrom, Sturmkollege von Bergeron bei den Bruins. "Er macht nicht viel falsch. Es ist einfach, mit ihm zu sprechen. Auf dem Eis hängt er sich rein wie verrückt. Er ist ein Gentleman und respektvoll", meint auch Torey Krug, Verteidiger bei den Bruins.

Auf Platz drei, passenderweise mit drei Stimmen, ist Joe Thornton gelandet. Er begann seine beeindruckende Karriere in der Saison 1997/98 bei den Bruins. In der Saison 2005/06 wurde er zu den San Jose Sharks getradet, wo er auch in der kommenden Saison spielen wird. Der Bart hat mittlerweile einige Graustufen bekommen, doch im zarten Alter von 40 Jahren ist das erlaubt.

Video: SJS@STL, Sp3: Thornton haut den Rebound rein

"Jumbo Joe" ist ein echter Anführer. Das hat er in über 1700 NHL-Spielen inklusive Playoffs unter Beweis gestellt. 2005/06 hat er außerdem die Art Ross Trophy und die Hart Memorial Trophy erhalten. Doch ein Pokal fehlt ihm noch: der Stanley Cup. Trotzdem kann er sich dem Respekt seiner Konkurrenten sicher sein. Auch wenn sich Ryan Nugent-Hopkins (26, Edmonton Oilers) für Crosby statt für Thornton entschieden hat: "Joe ist schon ein bisschen länger dabei. Was er in seiner Karriere bislang erreicht hat, ist unglaublich. Ich glaube, er ist gerade 40 geworden, und er zieht immer noch sein Ding durch. Das ist äußerst beeindruckend. Andererseits: Sid kam mit so hohen Erwartungen in die Liga. Und ich denke, dass er diese sogar noch übertroffen hat. Der Erfolg, den er in seiner Karriere hatte, ist unglaublich. Und er macht einfach weiter." Seine Wahl falle daher auf Crosby.

Ein weiterer Spieler, der mehr als eine Stimme bekam, ist Shea Weber auf Platz vier. Auch der Verteidiger der Montreal Canadiens ist mittlerweile ein Veteran in der Liga. 34 Jahre alt ist er inzwischen, über 900-mal stand er auf dem Eis. In der Saison 2015/16 wurde er mit dem Mark Messier NHL Leadership Award ausgezeichnet. Wie bei Joe Thornton fehlt auch bei Weber noch der ganz große Wurf. Doch Patric Hornqvist, der mit Weber zusammen bei den Nashville Predators gespielt hat, ist von den Qualitäten des ehemaligen Teamkameraden überzeugt: "Ich habe lange mit ihm zusammengespielt. Er ist so ein netter Mensch, er spielt hart, manchmal geht er auch ein bisschen zu weit, aber gleichzeitig spielt er fair, und es ist sehr schwierig, gegen ihn zu spielen."

Komplettiert wird die Liste von fünf Spielern, die jeweils eine Stimme bekommen haben: Zdeno Chara (42, Boston Bruins), Patrick Marleau (40, Free Agent), Connor McDavid (22, Edmonton Oilers), Joe Pavelski (35, Dallas Stars) und Justin Williams (37, Free Agent). Chara und Williams haben dabei den anderen Dreien etwas Entscheidendes voraus: Sie durften schon mal den Stanley Cup in die Höhe stemmen. Willilams sogar bereits dreimal: 2006 mit den Carolina Hurricanes, 2012 und 2014 jeweils mit den Los Angeles Kings.

Video: Top 10 Spielzüge aus 2018/19: Connor McDavid

Daran arbeiten McDavid, Marleau und Pavelski noch. Wobei Marleau, der zuletzt bei den Carolina Hurricanes unter Vertrag stand, noch ohne neuen Kontrakt für die Spielzeit 2019/20 ist. Selbst wenn es nichts mehr mit dem ganz großen Wurf für ihn werden sollte, um seine Reputation braucht sich der Kanadier keine Sorgen machen. Bei den Sharks, mit denen er zu Beginn der Runde 1997/98 in die NHL kam, hat er sich schon längst in den Rekordbüchern der Franchise verewigt.

Sollte es bei Justin Williams nicht mehr weitergehen - er hat sich den Respekt, der ihm entgegengebracht wird, hart erarbeitet. Zum Start seiner Karriere im Jahr 2000 bei den Philadelphia Flyers und dann auch bei allen weiteren Stationen - Carolina Hurricanes, Los Angeles Kings, Washington Capitals und zuletzt wieder in Carolina. Beim Cup-Gewinn mit den Kings 2014 wurde er außerdem mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet. Die großen Statistiken hat er nach über 1200 NHL-Spielen nicht vorzuweisen. Es sind seine Führungsqualitäten, die ihn auszeichnen. "Ich habe mir immer harte Duelle mit ihm geliefert. Man muss sich nur anschauen, wie weit er das Team in Carolina gebracht hat. Ich habe größten Respekt vor ihm. Schade, dass er vermutlich aufhört", sagt Matt Dumba von den Minnesota Wild.

Kein NHL-Ranking ohne Connor McDavid: Der Star der Edmonton Oilers begeistert schon mit nur 22 Jahren die Fans. Obwohl er erst seit Beginn der Runde 2015/16 in der Liga ist hat er schon je zweimal die Art Ross Trophy und den Ted Lindsay Award sowie einmal die Hart Memorial Trophy gewonnen. Seine Fähigkeiten auf dem Eis flößen seinen Gegnern ordentlich Respekt ein. "Aus meiner Sicht ist es Connor McDavid. Bei allem, was er macht, schauen alle Leute zu ihm auf - sowohl als Mensch als auch als Spieler", sagt Jesper Bratt von den New Jersey Devils.

Während McDavids Karriere gerade erst am Anfang ist, biegt Joe Pavelski mit 35 Jahren auf die Zielgerade seiner Laufbahn ein. Die Fans müssen sich dabei umgewöhnen: Er hat die Sharks, bei denen er bislang seine ganze Karriere verbrachte, in Richtung Dallas verlassen. Mit seinen Qualitäten wollen die Texaner den Cup zum zweiten Mal in die Wüste holen.

 

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Den Cup hat auch schon Zdeno Chara gewonnen. 42 Jahre ist er mittlerweile alt. Doch auch seine Führungsqualitäten sind in Boston nach wie vor gefragt. Zumindest noch ein Jahr. Was danach kommt? Das spielt im Prinzip keine Rolle mehr. Denn den Respekt der Eishockeywelt hat sich der Slowake seit seinem Eintritt in die NHL 1997/98 hart erarbeitet - ob bei den New York Islanders, den Ottawa Senators oder den Boston Bruins.

Die Ergebnisse der Umfrage, wer der am meisten respektierte Spieler ist, im Detail:
Sidney Crosby 10/24 (41,7 Prozent), Patrice Bergeron 4/24 (16,7 Prozent), Joe Thornton 3/24 (12,5 Prozent), Shea Weber 2/24 (18,2 Prozent), Zdeno Chara 1/24 (4,2 Prozent), Patrick Marleau 1/24 (4,2 Prozent), Connor McDavid 1/24 (4,2 Prozent), Joe Pavelski 1/24 (4,2 Prozent), Justin Williams 1/24 (4,2 Prozent)

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