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Rivalitäten mit deutscher Beteiligung

In der laufenden NHL-Saison gibt es einige deutsche Spieler, die an Derbys beteiligt sind

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Wenn es in einer Eishockeyarena einmal richtig laut wird, wenn sich Fans unterschiedlicher Couleur gegenüberstehen und wenn die Emotionen auf dem Eis und auf den Rängen richtig hochkochen dann ist Derbyzeit. Auch in der NHL gibt es historisch gewachsene und neuentstandene Rivalitäten zwischen einigen Teams. Da wären zum einen die Aufeinandertreffen zwischen 'Original Six' Teams, allen voran das zwischen den beiden Divisionsrivalen aus Boston und Montreal. Auch die innerkanadischen Duelle zwischen Ottawa, Toronto und Montreal sorgen immer wieder für Aufregung.

Auf welche NHL-Rivalitäten dürfen wir uns in der kommenden Saison besonders freuen, vor allem weil sie unter Beteiligung deutscher Eishockeycracks stattfinden?

Die Schlacht um Alberta

Bereits die ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison zwischen den Edmonton Oilers und den Calgary Flames haben gezeigt wie turbulent es zugeht, wenn sich die zwei Mannschaften aus Calgary, der größten Stadt Albertas, und aus der Provinzhauptstadt Edmonton begegnen. Gleich 19 Tore konnten die Fanlager in den ersten zwei Partien zwischen den Flames und Oilers am Mittwoch und Freitag bejubeln. Mit 7-4 und 5-3 Toren behielten die Oilers jeweils die Oberhand. Besondere Brisanz kann man auch bei den noch folgenden Saisonbegegnungen erwarten. Beide Mannschaften möchten möglichst schnell die Früchte ihres Umbaus ernten, erhoffen sich in diesem Jahr einen Playoffplatz und sind aus diesem Grund vor allem gegen den Nachbarn, der ihnen diesen streitig machen könnte, auf jeden Zähler angewiesen.

Die Partien zwischen Edmonton und Calgary beinhalten auch das Aufeinandertreffen zwischen zweier Jungstars: Sean Monahan auf Seiten der Flames und Connor McDavid bei den Oilers. Aus deutscher Sicht ist besonders interessant wie sich Leon Draisaitl, der nach zwei Spielen schon zwei Tore und zwei Assists auf seinem Konto hat, weiterhin schlagen wird. Der zweifache Torschütze bezeichnete die Derbysiege als 'sehr wichtig für das Selbstvertrauen', da sie in den letzten Jahren immer einen schlechten Saisonstart erwischt hatten.

Weitere Aufeinandertreffen:

14. Januar 2017 Flames @ Oilers
21. Januar 2017 Oilers @ Flames

Das Treffen der Titelaspiranten

Die Pittsburgh Penguins und die Washington Capitals zählen zu den stärksten Teams in der NHL. Beide Mannschaften sind auch in diesem Jahr Kandidaten auf den ersten Platz in der Metropolitan Division. Obwohl sie in der regulären Saison sehr erfolgreich waren konnten nur die Penguins den Stanley Cup gewinnen. Bei Aufeinandertreffen zwischen den Penguins und Capitals stehen sich mit Sidney Crosby und Alex Ovechkin zwei Stürmer gegenüber, die das vergangene Jahrzehnt bestimmt haben. Crosby gewann je zweimal die Hart (2006/07, 2013/14) und Art Ross Trophy (2006/07, 2013/14) und Ovechkin wurde dreimal die Hart (2012/13, 2008/09, 2007/08), einmal die Art Ross (2007/08) und gleich sechsmal (2015/16, 2014/15, 2013/14, 2012/13, 2008/09, 2007/08) die Maurice 'Rocket' Richard Trophy verliehen.

Die Rivalität zwischen diesen beiden Teams bekam durch die Aufeinandertreffen in den Playoffs 2009 und 2016 noch einmal Feuer. Beide Serien entschieden die Penguins nach sieben und sechs Spielen für sich. Am Ende der Playoffs konnten sie sogar jeweils den Cup in Empfang nehmen. Am Donnerstag bezwangen die Penguins, ohne ihren verletzten Teamkapitän Crosby, die Capitals mit 3-2 Toren nach Penaltyschießen.

Durch Washingtons Torwart Philipp Grubauer und Pittsburghs Stürmer Tom Kuhnhackl bekommt auch das Duell der Titelaspiranten in dieser Saison eine deutsche Note. Das Tor der Capitals hütete diesmal Braden Holtby, der anschließend davon sprach, dass es eben zwei gute Teams sind, die gegeneinander antreten und es darum immer gute Spiele werden.

Weitere Aufeinandertreffen:

16. November 2016 Penguins @ Capitals
11. Januar 2017 Penguins @ Capitals
16. Januar 2017 Capitals @ Penguins

Video: NYI@NYR: Kreider trifft gegen Halak zur Führung

Der Kampf um New York

Bereits 1926 gründeten sich die New York Rangers und sie waren fast ein halbes Jahrhundert lang das Vorzeigeeishockeyteam am 'Big Apple'. Die New York Islanders gaben in der Saison 1972/73 ihr NHL-Debüt und wurden ab Mitte der 70er Jahre zu einer Eishockeymacht. Mit vier Titelgewinnen (1981, 1982, 1983, 1984) stellte die damals in Uniondale auf Long Island beheimatete Franchise den traditionsreichen Bruder aus Manhattan in den Schatten. Mittlerweile sind beide Teams wieder näher zusammengerückt - sportlich und räumlich. Die Islanders sind 2015 nach Brooklyn umgezogen und nun, nach einer sportlichen Talfahrt, zwischen 2008 und 2012 verpassten sie fünfmal in Folge die Playoffs, wieder drauf und dran die Rangers zu überholen.

Ihre erste Saisonbegegnung 2016/17 hatten sie am vergangenen Donnerstag im Madison Square Garden, wo sich die Lokalrivalen vor allem im Schlussdrittel, mit drei Toren auf jeder Seite, einen offenen Schlagabtausch lieferten. Am Ende konnten sich die Rangers, für die auch der Österreicher Michael Grabner treffen konnte, über einen 5-3 Sieg freuen. Es ist durchaus vorstellbar, dass beim nächsten Aufeinandertreffen der New Yorker Teams auch wieder der deutsche Schlussmann Thomas Greiss, in Diensten der Islanders, zu einem Einsatz kommt.

Weitere Aufeinandertreffen:

06. Dezember 2016 Rangers @ Islanders
16. Februar 2017 Rangers @ Islanders
22. März 2017 Islanders @ Rangers

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