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NHL Pioniere: Wayne Gretzky

The Great One revolutionierte den Sport, setzte neue Maßstäbe und ist dem Eishockey auch als Funktionär eng verbunden

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Am 1. Januar 2017 eröffnete die National Hockey League mit dem Eröffnungsbully zum Scotiabank NHL Centennial Classic die Feierlichkeiten zur Jahrhundertsaison. Seit ihrer Gründung im Jahr 1917 sah die Liga zahlreiche Kultpersönlichkeiten.

Während der Saison 2017 wird euch NHL.com/de mit zahlreichen Stories über die vergangenen 100 Jahre versorgen.

In dieser Ausgabe präsentieren wir euch Schlüsselfiguren der Ligageschichte. Von Gründern und Wegbereitern des Sports bis zu Pionieren der Neuzeit. Macht euch mit den Legenden vertraut, die unwiderrufliches für diesen großartigen Sport geleistet haben. Heute: Wayne Gretzky.

Am 26. Januar 1961 erblickte Brantfords größter Sohn das Licht der Welt. Wayne Douglas Gretzky schaffte den Sprung aus der kanadischen Provinz auf die Weltbühne. Er revolutionierte seinen Sport wie vor und nach ihm kein anderer. Von seinen ersten Gehversuchen auf dem Eis als zweieinhalbjähriger auf der Farm seiner Großeltern bis zu seinem Rücktritt als Aktiver 1999 im Madison Square Garden, dominierte Gretzky seinen Sport auf unvergleichliche Weise.

Ob er nun als zehnjähriger 378 Tore und 139 Assists bei den Brantford Nadrofsky Steelers erzielte oder bis zu seinem Karriereende insgesamt 61 NHL-Rekorde aufstellte, Wayne Gretzky war seinen Konkurrenten stets meilenweit voraus, seine Karriere verlief vollends auf der Überholspur.

Gretzky, der am 12. Juni 1978 schon als siebzehnjähriger seinen ersten, mit 1,3 Millionen Dollar für damalige Verhältnisse fürstlich dotierten Profivertrag unterzeichnete, revolutionierte den Eishockeysport. Für den Experten und ehemaligen Goalie Ken Dryden steht fest: "Er war der erste kanadische Stürmer, der ein richtiger Teamplayer war." Gretzky, der beileibe nicht mit Gardemaßen für einen NHL-Stürmer ausgestattet war, wusste, dass er das klassische kanadische Spiel nicht ausfüllen kann. Wie er erklärte, suchten die damaligen Teams ihren Star-Spieler, um ihn die Sache richten zu lassen. Doch Gretzky erzielte bereits als dreizehnjähriger über 1.000 Punkte in einer Saison und war sich damit stets der vollen Aufmerksamkeit der gegnerischen Verteidiger sicher. Er wusste, dass er nicht groß, stark und schnell genug war, um diese Rolle auszufüllen. Wie ein Magier versuchte er also, seine Mitspieler in das Angriffsspiel einzubinden. Die verteidigende Mannschaft musste sich nun also mit fünf potenziellen Angreifern auseinandersetzen. Das er stets seine vier Mitspieler in die Angriffe mit einbezog und das Spielgerät doch wieder auf wundersame Weise zu ihm zurückfand, sollte sich als der cleverste Schachzug seiner Karriere erweisen.

"The Great One" war geboren, und das Bild des schmächtigen Mannes in der Jofa-Hartplastikpopkornschüssel ging spätestens Anfang der 80er Jahre um den gesamten Globus. Von Beginn an verzückte Greztky, der mit den Edmonton Oilers zur Saison 1979-80 den Spielbetrieb in der NHL aufnahm - zuvor war die Franchise in der bis zum Zusammenschluss konkurrierenden Western Hockey League (WHL) aktiv - die Eishockeywelt.

Neben zahlreichen persönlichen Auszeichnungen, wie der Hart Memorial Trophy (wertvollster Spieler der Liga) oder der Art Ross Trophy (punktbester Spieler), die er serienweise einheimsen konnte, setzte er offensiv neue Maßstäbe. In seiner dritten National Hockey Leauge Spielzeit sorgte The Great One sodann für einen echten Paukenschlag. Am 30. Dezember 1981 traf Gretzky in den Schlusssekunden zum 7-5 Endstand gegen die Philadelphia Flyers. Doch, dass es sein bereits fünfter Treffer des Abends war, war bei weitem nicht das verblüffendste.

Er hatte einen wie in Zement gegossenen, 35 Jahre bestehenden Rekord von Maurice "Rocket" Richard gebrochen. Die Montreal Canadiens Legende benötigte in der Saison 1944-45 lediglich 50 Spiele für 50 Torerfolge. Gretzky unterbot ihn glatt um elf Partien und schnürte den 50er-Pack in nur 39 Auftritten. Bis zum Saisonende ließ er noch 42 weitere Tore folgen und setzte mit 92 Hauptrundentreffern einen bis heute unerreichten Standard.

Das junge Oilers-Team um Gretzky, Mark Messier, Jari Kurri, Paul Coffey, Glenn Anderson, Kevin Lowe und Grant Fuhr reifte und begann, die Liga zu dominieren. Die Oilers wurden zu einer regelrechten Eishockeydynastie. In sechs weiteren Saisons für das Team aus Alberta, holte Gretzky zusammen mit seinen Wegbegleitern vier Mal (1984, 1985, 1987, 1988) den Stanley Cup.

Lediglich zwei Stunden nach seinem letzten Cup-Gewinn 1988, wurde er über die Tradeambitionen der Oilers unterrichtet. Letztendlich erhielten die Los Angeles Kings den Zuschlag. In acht Spielzeiten für die Kings sorgte Gretzky für einen regelrechten Eishockeyhype in Kalifornien. Auch wenn keine weiteren Meisterschaften mehr folgen sollten, der größte Eishockeyspieler aller Zeiten verwandelte den Sonnenstaat Kalifornien in eine Eishockeyhochburg und ließ Massen in die damalige Heimspielstätte, das Great Western Forum, strömen.

Auch nachdem Gretzky seine aktive Karriere nach einem 31-Spiele Intermezzo bei den St. Louis Blues zusammen mit seinem alten Weggefährten Mark Messier bei den New York Rangers ausklingen ließ, blieb er dem Sport treu. Seit nun fast zwanzig Jahren ist die "99" dem Eishockeysport als Funktionär eng verbunden.

Der einhellig als "wohl intelligenteste Eishockeyspieler aller Zeiten" gelobte Gretzky bezog schon im Mai 2000 sein neues "Office" als Miteigentümer der Phoenix Coyotes. Zur Saison 2005-06 schnürte Gretzky wieder die Schlittschuhe. Als Übungsleiter seines eigenen Teams, griff er in das sportliche Geschehen ein und konnte dank erster Erfolge eine deutliche Steigerung der Coyotes zu den Vorjahren bewirken.

Nicht zuletzt auch wegen seinen Leistungen für die Olympiamannschaften, wird Gretzky in seiner Heimat Kanada als Eishockeykoryphäe und Nationalheld verehrt. Als Executive Direktor führte er das kanadische Nationalteam bei den olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City zur Goldmedaille. Bei den Spielen 2010 in Vancouver wurde ihm die Ehre zuteil, das olympische Feuer zu entzünden.

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