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NHL Pioniere: Nummer 66

Mario Lemieux machte Pittsburgh Penguins als Aktiver und Funktionär zu einem Topteam der Liga

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Am 1. Januar 2017 eröffnete die National Hockey League mit dem Eröffnungsbully zum Scotiabank NHL Centennial Classic die Feierlichkeiten zur Jahrhundertsaison. Seit ihrer Gründung im Jahr 1917 sah die Liga zahlreiche Kultpersönlichkeiten.

Während der Saison 2017 wird euch NHL.com/de mit zahlreichen Stories über die vergangenen 100 Jahre versorgen.

In dieser Ausgabe präsentieren wir euch Schlüsselfiguren der Ligageschichte. Von Gründern und Wegbereitern des Sports bis zu Pionieren der Neuzeit. Macht euch mit den Legenden vertraut, die unwiderrufliches für diesen großartigen Sport geleistet haben. Heute: Mario Lemieux.

Nur noch einen Katzensprung sind die Pittsburgh Penguins von ihrem nächsten Stanley Cup Erfolg entfernt. Nach Cup-Siegen in den Jahren 1991, 1992, 2006 und 2016, ist die fünfte NHL-Meisterschaft für das Team aus Pennsylvania zum Greifen nah.

Ein Mann wirkte an sämtlichen Erfolgen aktiv oder passiv mit. Mario Lemieux prägte die Franchise wie kein Zweiter, führte sie als Aktiver aus der sportlichen und als Funktionär aus der finanziellen Krise.

Am 5. Oktober 1965 wurde "Super Mario", wie er von vielen Verehrern genannt wird, in Montreal geboren und ließ schon früh sein Talent für das Spiel mit der schwarzen Hartgummischeibe aufblitzen.

Im zarten Alter von 15 Jahren wurde Lemieux für die kanadische Juniorenliga Quebec Major Junior Hockey League gedraftet. Es dauerte nicht lange, und er machte sich landesweit einen Namen als herausragendes Talent.

Bereits in seiner letzten Saison für die Laval Voisins setze er eine neue Bestmarke nach Punkten. In seinem letzten Saisonspiel fehlten ihm drei Tore, um All-Time Rekordhalter Guy Lafleur einzuholen. Er erzielte sogar sechs und zusätzlich sechs weitere Assists.

Er begann als Rekordjäger in der Juniorenliga und entwickelte sich zu einer der schillerndsten und einflussreichsten Persönlichkeiten des Sports.

Nach drei dominanten Saisons in der QMJHL in denen Lemieux insgesamt 200 Spiele absolvierte und eine stolze Ausbeute von 562 Punkten (247 Tore, 315 Assists) erreichte, stand der nächste Schritt in seiner Karriere bevor.

Mit den Pittsburgh Penguins angelte sich eines der erfolglosesten NHL-Teams der frühen Achtziger Jahre beim NHL Entry Draft 1984 die Rechte an dem 193 cm großen aber dennoch technisch versierten Stürmer.

Doch diese Zusammenkunft war alles andere als Liebe auf den ersten Blick. Die Penguins tummelten sich mehrere Jahre in Folge im Tabellenkeller, hatten mit Zuschauerschwund -- teilweise besuchten nur 6.000 Fans die Civic Arena, die eigentlich doppelt so viele hätte fassen können -- zu kämpfen und waren auch finanziell nicht auf Rosen gebettet.

Weil es im Vorfeld des Drafts Uneinigkeiten über die vertraglichen Modalitäten gab, sorgte Lemieux am Drafttag für einen kleinen Skandal und verweigerte Penguins General Manager Eddie Johnston den Handschlag.

Letztendlich trat Lemieux zur Saison 1984-85 dennoch seinen Dienst in Pittsburgh an. Und wie: Bereits in seiner Prämierensaison wurde er zum MVP des All Star Games gewählt und stoppte in den folgenden Jahren die sportliche Talfahrt seiner Mannschaft.

Wie die Stadt Pittsburgh erfolgreich den mit dem Niedergang der Stahlindustrie bedingten Strukturwandel schaffte, so krempelte Lemieux auch die Penguins um.

1991 war es dann soweit und die Nummer 66 führte sein Team zum ersten Stanley Cup. Obwohl er gesundheitsbedingt mehrere Monate der Hauptrunde verpasste und zu nur 26 Einsätzen kam, fand Lemieux in den Stanley Cup Playoffs zu alter Stärke zurück. Er erzielte 44 Punkte (16 Tore, 28 Assists) und die mit Spielern wie Jaromir Jagr, Joe Mullen, Larry Murphy, Ron Francis und Ulf Samuelsson verstärkten Penguins holten im Finale gegen die Minnesota North Stars die erste Meisterschaft ihrer Franchisegeschichte.

Obwohl Lemieux auch in der Folgesaison von Verletzungen geplagt wurde, fiel seine Punkteausbeute nicht ab. Er bestritt nur 64 Saisonspiele und trotzdem winkte ihm am Ende der Hauptrunde die dritte Art Ross Trophy seiner Karriere. Er erzielte 131 Punkte.

In den anschließenden Playoffs gelang ihm mit den Penguins der erneute Durchmarsch. Im Stanley Cup Finale sweepte Pittsburgh gegen die Chicago Blackhawks und gewann zum zweiten Mal in Folge die begehrte Trophäe für die NHL-Meisterschaft.

Der zweifache Serientitel sollte jedoch nicht das Happy End werden. Kein Jahr nachdem die Penguins und ihr Kapitän auf dem Zenit ihres Erfolges angekommen waren, ereignete sich eine Tragödie. Am 12. Januar 1993 diagnostizierten die Ärzte Lymphdrüsenkrebs bei Lemieux.

"Das war der schwärzeste Tag meines Lebens", erinnerte er sich. Doch auch vom Krebsleiden ließ sich die Eishockeylegende nicht aus der Bahn werfen. Nach überstandener Behandlung kehrte er famos ins Team zurück, konnte es jedoch nicht mehr zu den alten Erfolgen leiten.

Wieder und wieder waren es gesundheitliche Probleme, die Lemieux in den folgenden Spielzeiten zurückwarfen und den neuerlichen großen Coup verhinderten. Letztendlich trat er nach dem Playoffaus im Jahr 1996 vorzeitig vom aktiven Sport zurück.

Während Lemieux mit seiner Gesundheit zu kämpfen hatte, hatten die Penguins schwerwiegende finanzielle Sorgen. Hohe Millionenbeträge an Zahlungsrückständen waren aufgelaufen und das Team stand während der Saison 1998-99 vor dem Bankrott.

Letztendlich war es Lemieux, der im Sommer 1999 nicht nur auf seine ausstehenden Gehaltsforderungen verzichtete, sondern die Franchise als Eigentümer übernahm und sie auf sichere Beine stellte.

Am 27. Dezember 2000 feierte er sodann ein herausragendes und frenetisch gefeiertes Comeback. In seinem ersten Spiel nach über drei Jahren Auszeit, erzielte er ein Tor und bereitete drei weitere vor. Nach der Saison 2005-06 hängte er seine Schlittschuhe endgültig an den sprichwörtlichen Nagel.

Zuvor führte er seinen Erben Sidney Crosby vertrauensvoll an die neue Rolle heran und ließ den jungen Rookie sogar bei sich wohnen. Heute sind die Penguins nicht zuletzt wegen des außerordentlichen Engagements ihrer ewigen Nummer 66 eines der Topteams der Liga.

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