Anstieg des Gegentorschnitts
Ein weiterer Goaltending-Indikator ist der Gegentorschnitt. In der laufenden Spielzeit kommen unter den 20 Torhütern mit über 20 Spielen gleich deren sechs über einen Wert von 3,0 - und deren 18 über einen Wert von 2,5. 2017/18 knackten nur zwei Keeper die 3,0-Grenze nach oben und elf die 2,5. 2016/17. 2015/16 überschritt sogar kein einziger Schlussmann mit mindestens 55 Spielen die 3,0-Marke. Mehr als 2,5 Gegentore pro Partie kassierten nur zehn Torwächter in 16/17 sowie fünf in 15/16. Ein klares Signal dafür, dass es in den Kästen häufiger scheppert.
Doch sind die Goalies in dieser Saison deshalb auch schlechter? Die Schlussleute mit einem Gegentorschnitt von über 3,0 in der laufenden Saison haben jedenfalls eine Menge zu tun: Craig Anderson (Ottawa Senators, 3,58 Gegentore/Spiel, 36,0 Torschüsse/Partie), Corey Crawford (Chicago Blackhawks, 3,21, 31,5), Jacob Markstrom (Vancouver Canucks, 3,19, 31,8), Sergei Bobrovsky (Columbus Blue Jackets, 3,14, 28,9), Jake Allen (St. Louis Blues, 3,11, 28,1) und Keith Kinkaid (New Jersey Devils, 3,03, 30,1) werden mit Schüssen regelrecht eingedeckt. Im Vorjahr bekamen die beiden Ü-3,0-Keeper Anderson (3,32, 30,5) und Cam Talbot (Edmonton Oilers, 3,02, 30,5) noch deutlich weniger zu tun.
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Goalies bekommen mehr zu tun
Ein Zusammenhang von Schüssen und Goalie-Werten ist also nicht von der Hand zu weisen. Eishockey wird gerade in der NHL immer schneller und offensiver geführt. Steigen diese Werte an, werden die Torhüter schneller weichgeschossen und haben mit einer rascher einsetzenden Ermüdung sowohl im körperlichen wie auch im mentalen Bereich zu kämpfen. Deswegen sind sie aber keineswegs schlechter als in den Vorjahren, sie werden schlichtweg mehr gefordert.
Anderson musste zum Beispiel in dieser Saison bereits 972 Schüsse in 27 Spielen entschärfen - eine unglaublich hohe Zahl. Sein Klub, die Ottawa Senators, pflegen einen eher wilden und riskanten Eishockey-Stil, lassen durchschnittlich pro Spiel 38,3 Schüsse und 3,94 Gegentore zu. Geben selbst aber auch 29,5 Torschüsse pro Partie ab (25.) und erzielen 3,39 Treffer pro Spiel (8.). Spiele mit Beteiligung der Senators haben somit einen hohen Unterhaltungswert.
Der Trend zu mehr Offensive dürfte den Eishockey-Fans gefallen - wohl aber nicht so manchem Torwart.