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Eine echte NHL-Erfolgsgeschichte

Trotz erheblicher Zweifel zu Beginn hat sich die Liga in Kalifornien nach jetzt 50 Jahren inzwischen längst fest etabliert

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Am 6. September 1967, also heute vor genau 50 Jahren, hielten die Los Angeles Kings ihr erstes Training in der NHL-Geschichte ab. Ebenfalls an einem 6. September, allerdings erst im Jahre 1991, starteten seinerzeit die San Jose Sharks in den ersten NHL-Trainingsbetrieb ihrer Franchisegeschichte.

Im Rückblick kann man wohl nur staunen, was sich im Kalifornischen Eishockey seither alles getan hat, was sich hier entwickelt hat im Verlaufe dieser relativ kurzen Zeitspanne. Zumal das Vorhaben die Sportart so tief im Süden der USA zu etablieren gerade zu Beginn stets und fast überall noch mit sehr viel Skepsis öffentlich begleitet wurde.

Das große Potenzial des Profi-Eishockeys in Süd-Kalifornien erkannte der Kanadier Jack Kent Cooke als einer der ersten jedoch schon früh in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Er bezahlte damals vergleichsweise läppisch wirkende zwei Millionen Dollar für die Rechte an einer Expansion-Franchise zur Spielzeit 1967-68, als die NHL ihre ursprüngliche Größe von sechs auf gleich zwölf Teams verdoppelte.
Skepsis erntete Cook jedoch fast überall mit seiner Antwort auf die Frage, wo er denn seine neue NHL-Mannschaft zukünftig ansiedeln wolle. Profihockey in Kalifornien - das würde niemals funktionieren, meinten fast alle.

Cookes Begeisterung für sein Vorhaben tat dies allerdings keinen Abbruch. Er plante eine der seinerzeit schönsten und modernsten Hallen für seine Mannschaft, die unter dem Namen "Los Angeles Kings" in die Liga starten sollte. 20 Mio. Dollar investierte er zudem für das neue "Forum" in Inglewood, einem Vorort der Filmmetropole.

Ein unbestritten großer eishockeyhistorischer Schritt gelang der Kings-Franchise dann am 9. August 1988, mit der Verpflichtung von NHL-Legende Wayne Gretzky von den Edmonton Oilers.

Einige sehr erfolgreiche Jahre für die Kings-Franchise sollten daraufhin folgen. Höhepunkt der 'Gretzky-Ära' in Kalifornien war die Teilnahme der Mannschaft am Stanley-Cup-Finale 1992-93, in dem man allerdings in einer faszinierenden Finalserie schlussendlich den Montreal Canadiens unterlag.

Und auch wenn das Unternehmen Titelgewinn mit Gretzky damals letztendlich gescheitert ist, allein die Anwesenheit Gretzkys brachte erhebliche Medienpräsenz für die Franchise und das Eishockey in Kalifornien mit sich. Ein Ticket für die Kings zu ergattern, galt damals schon als regelrechter Glücksfall.

Seit Beginn der 1990er-Jahre mischten nachdem die Kings die Grundlage des Erfolges erfolgreich gelegt hatten, mit den San Jose Sharks und den Anaheim (Mighty) Ducks zwei weitere Teams auf dem NHL-Markt im Bundesstaat Kalifornien zunehmend erfolgreich mit.

Nun, nachdem 50 Jahre vergangen sind, erscheint das Vorhaben die NHL dort zu dauerhaftem Erfolg zu führen auch längst nicht mehr so verwegen.

Die Ducks gewannen schließlich den Stanley Cup im Jahre 2007, die Kings in den Jahren 2012 und 2014. Zudem zogen die Sharks im Frühsommer 2016 in das große Finale um den begehrten Silberling in der besten Eishockeyliga der Welt ein, unterlagen dort aber bekanntlich den Pittsburgh Penguins.

Eishockey mag grundsätzlich zwar noch immer das Spiel Kanadas sein, doch im 21. Jahrhundert haben sich die Teams aus Kalifornien in der Liga längst fest etabliert, sind alle drei zu Teams geworden, welche nicht nur regelmäßig in vollen Hallen spielen, sondern werden auch als Titelanwärter mehr als ernst genommen. Das hätte vor 50 Jahren so wohl tatsächlich nur ein sehr, sehr kleiner Teil von unverbesserlichen Optimisten kommen sehen.

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