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Vorschau: NHL Awards 2018

Die Trophäen, die Nominierten und die Besten

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (2 Uhr, MESZ) werden in Las Vegas die NHL Awards 2018 vergeben. Dabei werden die besten Spieler in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. 

Bereits bekannt sind die Gewinner von vier begehrten Trophäen: Alex Ovechkin, der mit seinen Washington Capitals Stanley-Cup-Sieger wurde, erhält sowohl die Maurice Rachard Trophy als bester Torschütze der regulären Saison (49 Treffer) als auch die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler (MVP) der Playoffs. Connor McDavid von den Edmonton Oilers sicherte sich die Art Ross Trophy für den Top-Scorer in der Hauptrunde (108 Scorerpunkte). Und die William M. Jennings Trophy für den Goalie mit mindestens 25 Einsätzen, dessen Team in der regulären Saison die wenigsten Gegentore kassierte, staubte Jonathan Quick von den Los Angeles Kings (202 Gegentreffer) ab.

Während hier bereits eine Entscheidung gefallen ist, wird der Sieger in zwölf weiteren Kategorien hat Spannung erwartet. Das sind die Nominierten für die jeweiligen Trophäen...

Hart Memorial Trophy (MVP der Saison)

Für die Hart Trophy, die an den wertvollsten Spieler der Saison geht, wurden Taylor Hall (New Jersey Devils), Anze Kopitar (L.A.) und Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche) nominiert. 

Hall führte die Devils mit 93 Scorerpunkten erstmals seit vier Jahren wieder in die Playoffs. Damit hatte der 26-jährige Flügelstürmer 41 Punkte mehr auf dem Konto als der zweitbeste Scorer Nico Hischier (52). Zwischen dem 2. Januar und dem 6. März legte Hall zudem eine Punktserie von 26 Spielen hin - ein Franchise Rekord in New Jersey. Er könnte der erste Devils-Spieler werden, der die Hart Trophy gewinnt.

Kopitar gelangen 92 Scorerpunkte für die Kings und führte L.A. nach einem Jahr Pause zurück in die Endrunde. Der 30-jährige Slowene gilt als sehr kompletter Center, der nicht nur vorne trifft, sondern auch viel Defensivarbeit verrichtet. Nicht zuletzt deshalb ist er auch für die Selke Trophy (siehe unten) nominiert. 

MacKinnon war federführend dafür verantwortlich, dass die Avalanche nach dem letzten Rang im Vorjahr nun wieder einen Playoff-Spot erreichten. Der schnelle und technisch versierte Mittelstürmer landete 97 Scorerpunkte und erzielte zwölf Siegtreffer für Colorado. 

Video: TBL@NJD, Sp3: Hall bezwingt Vasilevskiy zum Ausgleich

Ted Lindsay Award (von der NHLPA gewählter MVP)

Der Ted Linday Award wird von der Spielergewerkschaft NHLPA an den MVP der Saison vergeben. Auch hier schafften es Taylor Hall und Nathan MacKinnon in den elitären Finalistenkreis. Dazu zählt auch Connor MacDavid, Kapitän und Mittelstürmer der Edmonton Oilers.

Der 21-jährige Center war mit 108 Punkten der Hauptrunden-Top-Scorer (41 Tore, 67 Assists) und könnte erstmals seit Sidney Crosby (2013 und 2014) zweimal in Folge die Trophäe abstauben sowie der erste Spieler überhaupt werden, der diesen Preis zweimal vor dem Erreichen des 22. Lebensjahres gewinnt.

Vezina Trophy (Bester Torwart der Saison)

Die Vezina Trophy wird dem besten Goalie der Saison überreicht. Die drei Kandidaten heißen Connor Hellebuyck (Winnipeg Jets), Pekka Rinne (Nashville Predators) und Andrei Vasilevskiy (Tampa Bay Lightning).

Hellebuyck gilt als Senkrechtstarter der abgelaufenen Saison. Eigentlich sollte der 25-Jährige als Backup fungieren, doch mit starken Leistungen entwickelte sich der US-Amerikaner zum verlässlichen Starter. Er kam auf einen Gegentorschnitt von 2,36 (8.), auf 92,4 Prozent Fangquote (10.), sechs Shutouts (3.) und 44 Siege (1.). 

Rinne verhalf den Preds zur ersten Presidents' Trophy (bestes Team der Hauptrunde) in der Franchise-Geschichte. Der 35-jährige Finne glänzte mit einem Gegentorschnitt von 2,31 (5.), einer Fangquote von 92,7 Prozent (7.), acht Shutouts (1.) und 42 Siege (3.).

Vasilevskiy war einer der Garanten für das beste Abschneiden der Bolts in der regulären Saison aller Zeiten (54-23-5). Der 23-jährige Russe ist trotz 1,90 Meter Körpergröße sehr beweglich und überzeugte mit 2,62 Gegentoren/Spiel, 91,9 Prozent Fangquote, acht Shutouts (1.) und 44 Siegen (1.).

Video: TBL@MTL: Vasilevskiy sichert den SO-Sieg

James Norris Memorial Trophy (bester Verteidiger)

Die Norris Trophy geht an den komplettesten Verteidiger der Saison. Zur Auswahl stehen Drew Doughty (L.A.), Victor Hedman (Tampa Bay) und P.K. Subban (Nashville). 

Doughty war der Dauerbrenner in der abgelaufenen Saison 2017/18: Der 28-Jährige war der Spieler mit der meisten totalen (2.200:31 Minuten) und durchschnittlichen Eiszeit pro Partie (26:50 Minuten). Dazu verbuchte der Kanadier auch noch 60 Scorerpunkte (zehn Tore, 50 Assists).

Hedman gelangen 17 Saisontreffer, was den Bestwert unter den Verteidigern bedeutet (wie Ivan Provorov von den Philadelphia Flyers und Dougie Hamilton von den Calgary Flames). Bemerkenswert zudem die Plus-Minus-Bilanz von +32, die durchschnittliche Eiszeit von 25:51 Minuten pro Spiel sowie die 60 Scorerpunkte des 27-jährigen Schweden.

Subban sorgte ebenfalls für viel Gefahr von der blauen Linie und trug mit 16 Treffern dazu bei, dass die Preds die gefährlichsten Blueliner in der NHL stellten (56 Tore, 206 Scorerpunkte von Verteidigern). Der 28-jährige Kanadier könnte Nashvilles erster Spieler werden, der die Norris Trophy gewinnt.

Video: TBL@WSH, Sp3: Hedman schließt Kucherovs Pass ab

Frank J. Selke Trophy (bester Defensiv-Stürmer)

Stürmer müssen nicht nur Tore produzieren, sondern auch defensiv mitarbeiten. Der Angreifer mit den besten Defensiv-Fähigkeiten winkt am Ende die Selke Trophy. Hierfür nominiert sind Patrice Bergeron (Boston Bruins), Sean Couturier (Philadelphia Flyers) und Anze Kopitar (L.A.).

Bergeron gewann 57,3 Prozent seiner Faceoffs, in Unterzahl waren es sogar 58,3 Prozent. Couturier glänzte mit einer Plus-Minus-Bilanz von +34, erhielt viel Eiszeit in Unterzahl (1:53 Minuten pro Spiel) und erhielt auch sonst viel Einsatzzeit (21:35 Minuten pro Partie). Kopitar glänzte nicht nur als Torjäger (siehe oben), sondern wurde auch auffällig oft zum Anspielpunkt geschickt (1.816 Faceoffs), dabei entschied er 54,1 Prozent der Bullys für sich. Auch spulte Kopitar viel Eiszeit ab (22:05 Minuten pro Spiel).

Calder Memorial Trophy (bester Rookie)

Hoffnungen auf die Calder Trophy für den besten Rookie der Saison dürfen sich Mathew Barzal (New York Islanders), Brock Boeser (Vancouver Canucks) und Clayton Keller (Arizona Coyotes) machen.

Der 21-jährige Barzal führte die Scoring-Wertung unter den Liga-Neulingen mit 85 Scorerpunkten (22 Tore, 63 Assists) an. Damit hat er 20 Punkte mehr auf dem Konto als der zweitbeste Keller. Der erst 19-Jährige brachte es auf 65 Scorerpunkte (23 Tore, 42 Assists). Boeser kam auf 55 Punkte (29 Tore, 26 Assists) und hätte diese Bilanz sicherlich noch ausbauen können, hätte er nicht die letzten 16 Saisonspiele wegen einer Rückenverletzung passen müssen. 

Video: PHI@NYI: Barzal bringt Islanders erneut in Front

Bill Masterton Trophy (größte Hockey-Hingabe)

Spieler mit der größten Hingabe zum Hockey werden mit der Masterton Trohpy geadelt. In diesem Jahr schafften es Brian Boyle (New Jersey Devils), Roberto Luongo (Florida Panthers) und Jordan Staal (Carolina Hurricanes) ins Finale. 

Bei Boyle wurde im Trainings-Camp eine Art von Knochenmark-Krebs diagnostiziert. Der Stürmer aber kämpfte sich trotz dieses Schicksalsschlags zurück und gab am 1. November 2017 sein Comeback. Luongo wurde während der Saison von einer Hand- und Leistenverletzung ausgebremst. Nach über zwei Monaten Zwangspause meldete er sich aber wieder zurück, um den Cats im Saison-Endspurt zu helfen. Staal hatte derweil eine Familien-Tragödie zu verkraften. Seine Frau Heather brachte Ende Februar seine Tochter Hannah tot zu Welt. Staal verpasste trotz dieses Dramas nur drei Spiele.

Lady Byng Memorial Trophy (größten Gentlemen auf dem Eis)

Eishockey ist ein harter Sport - umso mehr ragen die Spieler heraus, die trotz aller Härte auch echte Gentlemen sind. Zu diesem Kreis gehören die drei Finalisten Aleksander Barkov (Florida Panthers), William Karlsson (Vegas Golden Knights) und Ryan O'Reilly (Buffalo Sabres).

Barkov erhielt in Floridas Top-Reihe viel Eiszeit (22:04 Minuten/Spiel), saß aber kaum auf der Strafbank. In der gesamten Saison musste er nur sieben kleine Strafen und somit 14 Strafminuten hinnehmen. Karlsson beeindruckte nicht nur mit 43 Saisontreffern und einer Plus-Minus-Bilanz von +49, sondern auch mit nur sechs kleinen Strafen und zwölf Strafminuten. Nur ein einziges Mal schaute O'Reilly auf der Strafbank vorbei, um eine Zwei-Minuten-Strafe abzusitzen - kein Spieler mit mindestens der Hälfte an Hauptrunden-Spielen wurde so selten in die "Kühlbox" geschickt. 

Mark Messier NHL Leadership Award (beste Führungsqualitäten auf und neben dem Eis)

Der Mark Messier Leadership Award geht an den Spieler, der sich durch großartige Führungsqualitäten in seiner Mannschaft sowie auf und neben dem Eis ausgezeichnet hat. Nominiert sind Deryk Engelland (Vegas Golden Knights), Wayne Simmonds (Philadelphia Flyers) und Blake Wheeler (Winnipeg Jets).

Engelland war als Kapitän der Knights nicht nur dafür verantwortlich, dass aus einer komplett neu zusammengestellten Truppe nach dem Expansion Draft auch eine Mannschaft mit einem unglaublichen Teamgeist wurde. Zudem reagierte Engelland beispielhaft auf die schlimme Tragödie am 1. Oktober in Las Vegas und hielt vor dem ersten Heimspiel der Golden Knights eine flammende Rede. Auch installierte er zusammen mit seiner Frau Melissa ein Programm, das Betroffene des Anschlags bei Vegas-Heimspielen ehrte. Simmonds empfing bei jedem Flyers-Heimspiel eine Militär-Einheit und sorgte nach der Partie für ein Meet-And-Greet. Er lud außerdem eine Gruppe von Eishockey-Spielern der US Air Force zu einer Trainingseinheit ein. Wheeler glänzte nicht nur sportlich als Kapitän der erfolgreichsten Jets-Mannschaft der Franchise-Geschichte, sondern engagierte sich auch sozial in diversen Programmen.

 

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King Clancy Memorial Trophy (bester humanitärer Beitrag)

Mit der King Clancy Memorial Trophy werden die Spieler ausgezeichnet, die beste Führungsqualitäten auf und neben dem Eis gepaart mit einem bemerkenswerten humanitären Beitrag geleistet haben. Nominiert sind die Zwillinge Henrik und Daniel Sedin (Vancouver), P.K. Subban (Nashville) und Jason Zucker (Minnesota Wild).

Die Sedins beendeten ihre Karriere in diesem Sommer nach 17 gemeinsamen Jahren bei den Canucks. In dieser Zeit haben sie 1,5 Millionen US-Dollar an eine Kinderkrankenhaus-Stiftung gespendet und überdies geholfen, dass 42 Millionen Dollar an weiteren Spenden akquiriert werden konnten. Subban ist Gründer der "Blueline Buddies", ein soziales Programm, das Barrieren zwischen der Polizei und der Jugend vor Ort überwindet. Der Verteidiger ist unter anderem auch Mitglied des Metro Nashville Police Department. Auch setzt er sein Engagement bei einer Kinderkrankenhaus-Stiftung an der alten Wirkungsstätte in Montreal fort, für die er sich bereit erklärt hatte, 10 Millionen Dollar zu spenden. Zucker und seine Frau Carly gründeten eine Spenden-Kampagne für ein Kinderkrankenhaus in Minneapolis. Die Zuckers starteten mit einer Einlage von 160.000 Dollar und bekamen in den ersten sieben Monaten bereits 900.000 Dollar zusammen. Zucker selbst spendet für jedes von ihm geschossene Tor 1.600 Dollar. In der abgelaufenen Saison gelangen ihm deren 33.

Jack Adams Award (Trainer des Jahres)

Der beste Trainer des Jahres wird mit dem Jack Adams Award ausgezeichnet. Zur Wahl stehen Jared Bednar (Colorado), Bruce Cassidy (Boston) und Gerard Gallant (Vegas).

Bednar riss das Ruder in Denver binnen eines Jahres komplett herum: 2017 waren die Avalanche noch das schlechteste NHL-Team - ein Jahr später kehrten sie in die Playoffs zurück. Cassidy coachte die Bruins auf Platz 4 der gesamten NHL und zur höchsten Punktausbeute seit 40 Jahren. Gallant schrieb das Eishockey-Märchen um die Golden Knights, die als Expansion Team ihre erste Saison auf Platz 1 in der Pacific Division abschlossen. Gallant machte nahezu alle seiner Spieler besser: Elf Knights-Akteure legten in Vegas sogar einen persönlichen NHL-Punkte-Rekord hin. 

General Manager Of The Year Award (GM des Jahres)

Wie der Name schon sagt, wird beim General Manager Of The Year Award der beste GM des Jahres gesucht. Die Auswahl: Kevin Cheveldayoff (Winnipeg), George McPhee (Vegas) und Steve Yzerman (Tampa).

Die Jets vereinten viel Physis mit Tempo und Scoringtouch und spielten die beste reguläre Saison in der Franchise-Geschichte. Zusammengestellt wurde die Mannschaft, die bis ins Western-Conference-Finale vordringen sollte, von Cheveldayoff. McPhee hatte die spannende Aufgabe, im Expansion Draft eine komplett neue Mannschaft zu bestücken und puzzelte eine schnelle und vor allem aggressive Truppe zusammen, die schnell einen großen Teamgeist entwickelte, die gesamte Liga verzückte und erst im Stanley-Cup-Finale scheiterte. Yzerman baute mit den Lightning eine der temporeichsten Teams der Liga und stellte einen Franchise-Rekord in Sachen Siege (54) und Punkte (113) auf. Die Bolts drangen bis ins Eastern Conference Finale vor.

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