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Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: New York Rangers.

In den letzten vier Jahren gelang den New York Rangers kein einziger Sieg in der Postseason: 2018, 2019 und 2021 hatten die Broadway Blueshirts die Stanley Cup Playoffs verpasst. 2020 scheiterten die Rangers in Qualifikationsrunde deutlich (0:3 gegen die Carolina Hurricanes). Die Zeit des Neuaufbaus könnte nun vorbei sein: Mit einer Menge Talent und neuer Härte zählt New York wieder zu den heißen Playoff-Anwärtern und könnten ein Geheimtipp sein.
Bilanz 2020/21:27-23-6, 5. Platz in der MassMutual East Division
Postseason 2021:Nicht qualifiziert
Trainer:Gerard Gallant, 1. Saison
Zugänge: D Nick DeSimone, D Patrik Nemeth, D Jarred Tinordi, F Sammy Blais, F Barclay Goodrow, F Ryan Reaves
Abgänge: D Tony DeAngelo, D Brendan Smith, F Colin Blackwell, F Pavel Buchnevic, F Dryden Hunt, F Nils Lundkvist, F Greg McKegg
Seit 2018 haben die Rangers insgesamt 35 Spieler gedraftet. Darunter sogar sieben (!) Erstrunden-Picks: Vitali Kravtsov (9. Stelle 2018), K'Andre Miller (22. Stelle 2018), Nils Lundkvist (28. Stelle 2018), Kaapo Kakko (2. Stelle 2019), Alexis Lafreniere (1. Stelle 2020), Braden Schneider (19. Stelle 2020) und Brennan Othman (16. Stelle 2021).
Viele dieser Top-Talente sind bereits ein fester Bestandteil des Teams: Miller hat sich einen Platz in der Top-4-Verteidigung gesichert. Lafreniere und Kakko spielen in den Top-6-Sturmreihen. Angreifer Kravtsov sollte mindestens in den Bottom-6-Lines gesetzt sein. Abwehrspieler Lundkvist ist in diesem Jahr der NHL-Durchbruch zuzutrauen.

Artemi Panarins Top-10-Tore der Saison 2021

Ein junger Kern
Doch damit nicht genug: Neben besagten Top-Picks tummeln sich noch eine Menge anderer Talente im Kader, die jetzt ins beste Eishockey-Alter kommen: Verteidiger Adam Fox (23) etwa wurde in der Vorsaison mit der Norris Trophy als bester Abwehrmann der Liga ausgezeichnet. Jacob Trouba (27) und Ryan Lindgren (23) sollten die Top-4-Verteidigung komplettieren. Im Sturm sind Filip Chytil (21), Neuzugang Sammy Blais (25) oder Kevin Rooney (28) zu nennen. Nicht zu vergessen übrigens auch das Goalie-Gespann mit Igor Shesterkin (25) und Alexandar Georgiev (25).
Damit verfügen die Rangers über einen jungen Kern an Talenten, die noch über eine Menge Steigerungspotenzial verfügen und über Jahre dominieren könnten. Mit einem Altersschnitt von 25,7 Jahren stellt New York eines der jüngsten Teams der Liga (zusammen mit den New Jersey Devils und den Ottawa Senators).
Orientieren können sich die jungen Wilden an Stars und Führungsspielern: Nummer-1-Center Mika Zibanejad (28), Scharfschütze Artemi Panarin (29), Routinier Ryan Strome (28) oder Ur-Ranger Chris Kreider (30, 11. Saison) bilden eine Achse und sorgen für Qualität in der Spitze.

Neue Härte durch Goodrow, Reaves & Co.
Was den New Yorkern noch für ein Playoff-Team fehlte, ist neben Erfahrung auch die physische Präsenz. Genau an dieser Komponente arbeitete General Manager Chris Drury intensiv in der Offseason: Mit Power Forward Barclay Goodrow (1,88 Meter groß, 95 Kilogramm schwer) wurde ein zuletzt zweimalige Stanley Cup Champion (2020 und 2021 mit den Tampa Bay Lightning) akquiriert. Zudem wechselte mit Ryan Reaves (1,85 Meter, 102 Kilogramm) auch ein Grinder und Agitator von den Vegas Golden Knights nach Manhattan, der enorme Wucht mitbringt. Auch Sammy Blais (1,88 Meter, 93 Kilogramm), zuletzt für die St. Louis Blues aktiv, bringt die körperlichen Voraussetzungen mit, um physisch zu spielen.
Das gilt im besonderen Maße auch für die neuen Verteidiger bei den Rangers: Patrik Nemeth (1,92 Meter, 103 Kilogramm) von den Colorado Avalanche sowie Jarred Tinordi (1,98 Meter, 104 Kilogramm) von den Boston Bruins bringen mit eine Menge Checking-Power und Reichweite mit.

TBL@CAR, Sp1: Goodrow trifft unerwartet zur Führung

Trainer Gallant bringt das passende System mit
Zu dieser neuen physischen Komponente passt auch der neue Trainer Gerard Gallant. Schon zu seiner Zeit in Vegas setzte der Coach auf einen aggressiven und körperbetonten Stil: Die Golden Knights haben ihre Gegner mit energischem Forechecking und schnellen Spielern an die Banden getrieben und dort regelrecht aufgerieben. Es ist davon auszugehen, dass Gallant auch den Rangers diese Hockey-DNA einimpfen wird. Spieler für genau dieses System hat der 57-Jährige in New York jedenfalls zur Verfügung.
Zudem bringt Gallant auch eine gewisse Playoff-Garantie mit: Mit den Golden Knights qualifizierte er sich immer für die Stanley Cup Playoffs, drang in der Vegas' Debüt-Saison gar bis ins Stanley Cup Finale vor.
All das dürfte die Rangers-Fans zuversichtlich stimmen, dass 2021/22 eine neue Ära anbrechen könnte, in der die Broadway Blueshirts wieder dauerhaft in der Endrunde vertreten sein dürften.