Trottier

Die Tampa Bay Lightning haben mit dem zweiten Stanley-Cup-Sieg in Folge Geschichte geschrieben. Angesichts dieses Erfolges blickt NHL.com/de auf die besten Meisterschaftsteams aus jedem Jahrzehnt der Post-Expansions-Ära zurück.

In dieser Folge: 1981 bis 1990 - Die New York Islanders von 1983
Welch herausragende Leistung die Tampa Bay Lightning mit der Verteidigung ihres Stanley Cup Titels aus dem Vorjahr in diesem Sommer vollbracht haben, wurde hinreichend gewürdigt. Auch die Darbietungen der New York Islanders, die als ein großer Außenseiter unter Trainer Barry Trotz bis in das Stanley Cup Halbfinale gegen den späteren Titelträger vordrangen, und dort erst nach hartem Kampf mit 3:4-Siegen in der Best-of-7-Serie den Kürzeren zogen, erfuhren viel Wertschätzung.

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Im Vergleich zu den ganz großen Zeiten der New Yorker stellt sich das Ganze jedoch bescheiden dar. Die Islanders waren es nämlich, denen es als bisher letztem Team gelang, vier Meisterschaften in Serie zu feiern.
Von 1980 bis 1983 war der Stanley Cup Champion stets auf Long Island beheimatet. Das altehrwürdige Nassau Coliseum begründete damals seinen legendären Ruf als ein Tempel des Welteishockeys. Insbesondere auch der Kader der vierten und damit geschichtsträchtigsten Meisterschaft der New Yorker erhielt in der Folgezeit innerhalb der Eishockeyszene Legendenstatus. Eine Anerkennung, von der viel geblieben ist, auch wenn der Ruf der Organisation in der Gegenwart mit dem von damals, nicht zu vergleichen ist.
Mit ihren Darbietungen vor fast 40 Jahren haben die Islanders etwas geschafft, was bisher nur ein anderes NHL-Team vollbracht hat: vier Stanley Cups in Folge zu gewinnen. Einen Pokal zu erringen ist, insbesondere wenn es sich um den Stanley Cup handelt, schon etwas Besonderes. Zwei Triumphe in direkter Folge sind ein ungewöhnlich guter Lauf, drei Titel in Serie begründen eine Dynastie. Vier Mal am Ende einer solch langen und fordernden Spielzeit, wie sie die NHL von ihren Aktiven abverlangt, den großen Cup in die Höhe recken zu können, ist legendär.
Bereits mit dem Gewinn des dritten Stanley Cups in Folge im Jahr 1982 etablierten sich die Islanders als eine der herausragenden Dynastien in der NHL-Geschichte. Ein Jahr später setzten die New Yorker mit dem vierten Cup in Folge dem Ganzen die Krone auf. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte in der Historie der NHL nur ein einziges Team eine solche Dominanz zwei Mal aufweisen können. Die Montreal Canadiens gewannen unter Trainer Toe Blake in der nur die Original Six Teams umfassenden Liga von 1956 bis 1960 sogar fünfmal in Folge den Stanley Cup. Es folgten Jahre später, zwischen1976 und 1979, unter Coach Scotty Bowman, vier weitere Meisterschaften in Serie. Sporthistorische Errungenschaften, denen sich kurz darauf die Islanders anschlossen.

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Am 17. Mai 1983, schlugen die New York Islanders die aufstrebenden Edmonton Oilers (mit Eishockeylegende Wayne Gretzky in ihren Reihen) mit einem 4:2-Sieg im vierten Spiel des Stanley Cup Finales. Es war ein letzter wichtiger Sieg über die Oilers, die schon damals für viele als eine Dynastie im Wartestand galten und im Jahr darauf tatsächlich die Wachablösung in der NHL bewerkstelligen konnten.
Der Sweep gegen Gretzky und seine Kollegen im Jahr 1983 war zugleich der letzte große Titel für die Islanders. Nach dem Sieg der New Yorker, erinnerte sich Gretzky noch Jahre später daran, dass in der Umkleidekabine der Islanders seinerzeit keine wilde Party stattfand, sondern dass die Akteure völlig erschöpft waren und Beutel mit Eis und Wärmekissen in der Hand hielten. Das Verlieren in dieser Serie lehrte 'The Great One' damals nach eigener Aussage, was es am Ende wirklich braucht, um zu gewinnen.
Vier Stanley Cup Titel in Folge hat es in der stetig wachsenden NHL seither auch nicht mehr gegeben. Niemand ist auch nur annähernd so weit gekommen. Es gab in den Folgejahren zwar noch ein paar Back-to-Back-Sieger, wie die Pittsburgh Penguins in den Jahren 2016 und 2017, oder eben auch, ganz aktuell, die Vertretung aus Tampa Bay in 2020 und 2021, aber kein Team der Liga war seither mehr in der Lage, drei, geschweige denn vier Meisterschaften hintereinander zu gewinnen.
Besonderheit war, dass es die Islanders 1983, trotz einer vergleichsweise schwachen Hauptrunde (42-26-12, 96 Punkte, Rang vier in der Prince of Wales Division) bis ans Ziel schafften. Spieler wie Bryan Trottier, Mike Bossy, Denis Potvin, Billy Smith, Al Arbour und Bill Torrey (um nur einige zu nennen) sind bis heute bekannte Namen. Vier Titel für eine Organisation, die keine zwölf Jahre zuvor gegründet worden war, sind Werte, die mit der Einführung des Salary-Cap-Systems (Gehaltsobergrenze) in 2005 und der immer zahlreicher werdenden Konkurrenz, schwerer denn je zu erreichen.
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Der Erfolg von 1983 war für die Islanders die Krönung und zugleich der Abschluss einer phantastischen Entwicklung, die sich über etliche Jahre hinzog. Der sportliche Erfolg war zu großen Teilen dem glücklichen Händchen und dem Sachverstand der sportlich Verantwortlichen zu verdanken. So wurde zum Beispiel Trottier beim NHL Draft 1974 in der ersten Runde ausgewählt, Top-Stürmer Bossy drei Jahre später beim NHL Draft 1977. Beide Stürmer sollten die nächsten Calder Trophy Gewinner (bester Neuling der Saison) der jungen und aufstrebenden Organisation werden.
Bossy, den die Islanders auf Anraten von Coach Arbour beim Draft einst sogar den Vorzug gegenüber OHL-Topscorer Dwight Foster gaben, schoss in seiner Rookie-Saison auf Anhieb 53 Tore. In einer Reihe mit Trottier und Clark Gillies stürmend, stellte er bereits in der Spielzeit 1980/81, die 36 Jahre zuvor von Montreals Maurice Richard aufgestellte 'Marke für die Ewigkeit' von 50 Toren in 50 Spielen, ein.
Noch immer seine Gültigkeit hat der in der Saison 1981/82 aufgestellte Franchiserekord von 118 Zählern, mit denen die Islanders als punktbestes Team der NHL in die Playoffs einzogen.1982/83 unternahmen die aufstrebenden Oilers erstmals ernsthaft den Versuch, die jahrelange Dominanz der New Yorker in der NHL zu brechen. Die reguläre Saison hatten die Oilers als punktbeste Mannschaft der Liga abgeschlossen. Wenig überraschend waren es auch die Kanadier, die im Stanley Cup Finale 1983 auf den Dauermeister trafen, der mit dem bereits erwähnten Sweep erneut seine besonderen Playoff-Qualitäten unter Beweis stellte.