Lightning bezwingen Islanders in Sp4, 3:1 vorne

Siegen oder Fliegen heißt es für die New York Islanders vor Spiel 5 der Eastern-Conference-Final-Serie gegen die Tampa Bay Lightning in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (2 Uhr MESZ; 8 p.m. ET; NHL.tv, Sport1+, DAZN). Wollen die Islanders das Aus verhindern, müssen sie sich vor allem in der Offensive steigern.

Zu wenig Produktivität
In der Serie gegen die Lightning kam bislang zu wenig von den Top-Stürmern: Die gesamte erste Reihe um Mathew Barzal (0-2-2), Jordan Eberle (1-1-2) und Anders Lee (0-2-2) kam in vier Spielen gegen Tampa Bay bislang nur auf sechs Scorerpunkte (ein Tor, fünf Assists). Eine solche Punkteausbeute hatte die Top-Reihe der Lightning mit Brayden Point (1-1-2), Nikita Kucherov (0-2-2) und Ondrej Palat (1-1-2) alleine in Spiel 4 (zwei Tore, vier Assists)!
"Sie haben momentan nicht den Erfolg, den sie gerne hätten", sagte New Yorks Trainer Barry Trotz über seine erste Reihe. "Sie sind stolze Sportler und großartige Spieler. Sie machen sich selbst viel Druck und bekommen diesen auch von Fans und Medien. Sie müssen einfacher spielen, Wechsel für Wechsel, dann werden die Ergebnisse kommen."
In Spiel 4 versuchte beispielsweise Barzal immer wieder viel, startete beherzte und technisch durchaus ansehnliche Einzelaktionen, die allerdings kaum zielführend waren und in Scheibenverlusten statt in Torchancen mündeten. "Wenn es nicht läuft, dann liegt es meist daran, dass du nicht in die Zonen kommst, in denen es gefährlich ist", erklärte Trotz. "Playoff-Hockey heißt, in diese schwierigen Bereiche vorzustoßen, dann wirst du auch belohnt. Das meiste Beispiel dafür ist Matt Martin, der fünf Playoff-Tore hat. Von wo hat er diese wohl erzielt?"
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Barzal hofft auf mehr Killerinstinkt
Natürlich muss berücksichtigt werden, dass die Islanders-Offensive gegen die wuchtigen, aber trotzdem beweglichen Verteidiger der Lightning einen denkbar guten Gegner haben. Das wollen die Erstreihen-Stürmer Lee und Barzal aber nicht als Ausrede gelten lassen.
"Wir müssen mehr produzieren", nahm sich Kapitän Lee selbst in die Pflicht. "Die Chancen, die wir bekommen, müssen wir nutzen."
Barzal hofft auf mehr Killerinstinkt: "Wir hatten gute Puckbesitzphasen, aber die Schüsse waren keine große Gefahr. Wir hatten unsere Chancen, aber wir müssen diese auch reinmachen. So einfach ist es."

barzal

Keine Spaghetti an der Wand
Genau das aber gelang New York in dieser Serie zu selten: In drei von vier Partien erzielten die Islanders zwei Tore oder weniger und gingen dann auch als Verlierer vom Eis. Der einzige Stürmer, der Tampas Torwart Andrei Vasilevskiy schon mehr als einmal überwinden konnte, ist Brock Nelson (2-1-3), der auch bei der 1:4-Niederlage in Spiel 4 das einzige Tor erzielt hatte. Hinzu kommt ein bislang noch ungefährliches Powerplay (1/14, 7,14 Prozent Erfolgsquot) in dieser Serie.
"Wir brauchen Leistung aus der gesamten Mannschaft, müssen sauberer und detailgenauer arbeiten. Alle müssen unser Spiel auf ein neues Niveau heben", nimmt Trotz das komplette Team in die Pflicht und schließt auch Änderungen in der Aufstellung nicht aus: "Wir haben viele Diskussionen über mögliche Änderungen", so der Coach, der vielleicht auch an einen Torwartwechsel und einen Start für den deutschen Goalie Thomas Greiss denkt. "Wir müssen ein paar Knöpfe drücken und werden sehen, was wir ändern können. Wir haben einen Plan in der Tasche, wollen auch nicht alles über den Haufen werfen und auch unsere Identität behalten. Wir stehen nicht unter den letzten vier Teams, weil wir Spaghetti an die Wand geworfen haben."
Lee: "Es gibt keine Zweifel"
Genau dieses Bild zeichnete Trotz auch, als es um die mentale Komponente im anstehenden Elimination-Game ging. "Wir kennen alle Statistiken. Aber wir müssen den Traum eines Märchens leben", fordert der zweimalige Trainer des Jahres (2016 mit den Washington Capitals und 2019 mit den Islanders). "Drei Siege holen? Das hört sich viel an. Aber erstmal ist es nur ein Spiel, das wir gewinnen müssen, was sich nach nicht so viel anhört. Lasst uns das erste Drittel gewinnen und dann weitermachen. Wir müssen die kleinen Dinge richtig machen, dann klappen die großen Dinge von ganz alleine."
Für Nervosität sei ohnehin kein Platz. "Wir müssen liefern und Spaß dabei haben", so Trotz. "27 Teams und 700 Spieler wären gerne in unserer Lage. Ich kenne meine Mannschaft: Sie wird nicht aufgeben."
Auch bei den Spielern lebt der Glaube an ein Eishockey-Märchen. "Wir sind Kämpfer und als Kämpfer willst du dabeibleiben. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, müssen alles aufs Eis werfen und ein Spiel 6 und ein Spiel 7 erzwingen", blickte Barzal voraus.
"Wir müssen so gut es geht mit dieser Situation umgehen, positiv bleiben und mit Energie und Zusammenhalt spielen. Das hat uns zu einer widerstandsfähigen Mannschaft gemacht", betonte Lee. "Wir sind immer noch am Leben. Es gibt keine Zweifel. Wir wollen alle ins Stanley Cup Finale und müssen jetzt da rausgehen und es einfach machen."