Bekannt ist der Neuzugang der Devils vor allem für die offensive Komponente seines Spiels. In den zurückliegenden vier Jahren schoss er 59 Tore. Kein anderer Verteidiger der NHL war in diesem Zeitraum so treffsicher wie Hamilton. Seit 2014/15 sammelte er mit einer einzigen Ausnahme nie weniger als 40 Scorerpunkte. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er in der Saison 2019/20 wegen einer schweren Beinverletzung eine wochenlange Zwangspause einlegen musste.
Hamilton dürfte der Defensive der Devils mit seinem Charisma sofort zu mehr Ausgeglichenheit und Dynamik verhelfen. Mit seinem Drang nach vorne passt er ideal zum schnellen und aggressiven Eishockey, das Trainer Lindy Ruff von seinem Team spielen lassen will.
Mit einer Größe von 1,97 Metern und einem Gewicht von etwas über 100 Kilo verschafft er sich eine Menge Respekt auf dem Eis. Dennoch ist Hamilton extrem beweglich und ein guter Skater. Seine Pässe bei der Spieleröffnung sind präzise und für den Gegner oft von höchster Gefahr.
Die Verpflichtung von Hamilton könnte auch eine Entlastung für P.K. Subban darstellen, der die großen Erwartungen in den zwei Jahren bei New Jersey noch nicht erfüllen konnte. Auf jeden Fall haben die Devils im Powerplay nun zwei Scharfschützen von der blauen Linie in ihren Reihen, die zudem über ein gutes Auge für den freien Mitspieler verfügen.
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Es ist davon auszugehen, dass Hamilton für das erste Verteidiger-Paar gesetzt ist. Als Nebenmann auf der linken Seite käme Ryan Graves in Frage, dessen Dienste sich die Devils Mitte Juli bei einem Trade mit den Colorado Avalanche sicherten.
Bei New Jersey könnte sich in der neuen Saison ein vielversprechender Kern herausbilden, angeführt von Nico Hischier und Jack Hughes im Angriff, mit Hamilton und Subban in der Abwehr sowie Mackenzie Blackwood im Tor. Die Perspektive auf ein deutlich besseres Abschneiden als in der abgelaufenen Saison ist mit diesem Quintett auf jeden Fall gegeben.
Die Verantwortlichen der Devils freuen sich, dass sie mit der Personalie Hamilton einen Coup gelandet haben. "Wir sind begeistert, Dougie und seine Familie bei der Organisation der New Jersey Devils willkommen zu heißen", sagte General Manager Tom Fitzgerald am Mittwoch. "Er hat durchweg herausragende Leistungen gezeigt und wird eine führende Rolle in unserem Franchise bei der Rückkehr in die Spitzengruppe der Liga einnehmen."
Bei den Hurricanes gab es dagegen lange Gesichter, als die Nachricht durchsickerte, dass sich Hamilton gegen seinen alten Arbeitgeber entscheiden würde. General Manager Don Waddell hatte kurz vor Beginn der Free Agency die Weiterbeschäftigung des Verteidigers als Ziel Nummer 1 definiert. Man sei bis an die Grenze des Möglichen gegangen beim Vertragsangebot, ließ er wissen. Doch am Ende sei in Anbetracht des Salary Cap und der Weiterentwicklung der Mannschaft kein finanzieller Spielraum mehr vorhanden gewesen, um die Offerte noch einmal zu erhöhen.
Die Devils sind die vierte NHL-Station von Hamilton. Für die Boston Bruins, die ihn beim NHL Draft 2011 an Gesamtposition 9 ausgewählt hatten, die Calgary Flames und die Hurricanes bestritt er 607 Einsätze in der regulären Saison. Dabei brachte er es auf 341 Punkte (106 Tore, 235 Assists). In den Stanley Cup Playoffs kamen 54 Spiele und 25 Zähler (acht Tore, 17 Assists) hinzu.