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Die Zweite Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 liefert weiter Hochspannung – und der heutige Dienstag könnte in beiden angesetzten Serien richtungsweisend werden. Im Bell Centre stehen die Buffalo Sabres in Spiel 4 (7 p.m. ET; Mi. 1 Uhr MESZ) ihrer Best-of-7-Serie gegen die Montreal Canadiens bereits unter erheblichem Druck, nachdem Montreal mit einem dominanten 6:2-Erfolg am Sonntag in Spiel 3 die Serienführung übernommen hat. Im Westen reisen die Anaheim Ducks nach ihrem emotionalen 4:3-Sieg zum 2:2-Ausgleich selbstbewusst zurück nach Las Vegas, wo die Golden Knights in Spiel 5 (9:30 p.m. ET; Mi. 3:30 Uhr MESZ) ihre Heimstärke wiederfinden müssen. Beide Duelle versprechen Intensität, Tempo und womöglich entscheidende Wendepunkte.

Canadiens mit Momentum und Selbstvertrauen

Die Canadiens haben sich nach der Auftaktniederlage beeindruckend zurückgemeldet. Sie wirken aktuell geschlossener und reifer als die Sabres. Besonders das 6:2 in Spiel 3 war ein Statement: 13 verschiedene Spieler punkteten, die Offensive agierte tief und variabel, während Rookie-Goalie Jakub Dobes (92,9 Prozent Fangquote) mit großer Ruhe den nötigen Rückhalt gab.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Montreal Canadiens und den Buffalo Sabres

Montreal strotzt inzwischen vor Selbstvertrauen. Kapitän Nick Suzuki betonte, dass das Team mit seinem Fünf-Mann-System den Gegner konsequent unter Druck setze. Genau das war zuletzt sichtbar: Die Canadiens neutralisieren die Sabres zunehmend im Umschaltspiel und nutzen defensive Fehler eiskalt aus. Cole Caufield fand rechtzeitig aus seiner Flaute, Lane Hutson dirigiert mit Übersicht, und Torhüter Dobes entwickelt sich immer mehr zum emotionalen Zentrum dieses Playoff-Laufs.

Disziplin und Struktur zwei Baustellen der Sabres

Für Buffalo ist die Lage ungewohnt. Erstmals in den laufenden Playoffs stehen die Sabres nach zwei Niederlagen in Folge sportlich mit dem Rücken zur Wand. Trainer Lindy Ruff fand nach Spiel 3 deutliche Worte: „Wir müssen uns einfach cleverer verhalten.“

Das Hauptproblem bleibt die mangelnde Disziplin. Bereits 13 Strafzeiten in drei Spielen gegen Montreal stehen sinnbildlich für Buffalos Kontrollverlust. Gerade Strafen in der Offensivzone rauben dem Team immer wieder den Rhythmus und öffnen den Canadiens gefährliche Räume. Tage Thompson, der zwar früh traf und mit seinem dritten Tor dieser Playoffs seine jüngsten Trefferflaute beendete, sprach ebenfalls von Aussetzern: Die Mannschaft habe sich „zu emotional“ gezeigt.

Neben der Disziplin muss auch die defensive Balance zurückkehren. Zu viele riskante Entscheidungen im Vorwärtsgang führten zu Kontern und Chancen für Montreal. Wenn die Sabres heute Abend ausgleichen wollen, braucht es ihre bislang kompletteste Leistung der Serie.

Powerplay als Hoffnungsschimmer

Trotz aller Probleme gibt es für die Sabres einen positiven Ansatz: Das Überzahlspiel funktioniert deutlich besser als noch in der Ersten Runde. Drei Powerplay-Tore in drei Spielen gegen Montreal zeigen, dass Buffalo ein wirksames Mittel gefunden hat.

Der Überzahl-Treffer in Spiel 3 (2:4 in der 35. Minute) von Rasmus Dahlin und mehrere gefährliche Sequenzen im Schlussdrittel stehen sinnbildlich für die positive Entwicklung. Ruff lobte die Powerplay-Einheiten ausdrücklich.

Sollte Buffalo seine Special Teams erneut effizient einsetzen und gleichzeitig unnötige Strafzeiten vermeiden, könnte Spiel 4 eine enge Angelegenheit werden.

Ducks setzen auf Jugend, Tiefe und neue Energie

Im Westen haben die Ducks mit Spiel 4 eindrucksvoll bewiesen, dass sie mehr sind als nur ein Überraschungsteam sind. Allen voran Rookie Beckett Sennecke (vier Tore, ein Assist in 10 Einsätzen) entwickelt sich zur Sensation dieser Playoffs. Der 20-Jährige glänzte nicht nur als Scorer, sondern setzte mit seiner spektakulären 360-Grad-Drehung vor dem Powerplaytor von Alex Killorn ein echtes Highlight.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Anaheim Ducks und den Vegas Golden Knights

Sennecke verkörpert derzeit Anaheims mutige Spielweise: schnell, physisch, kreativ. Hinzu kommt die Tiefe des Kaders. Die Rückkehr von Mason McTavish sowie starke Impulse von Ian Moore und Olen Zellweger verliehen den Ducks zusätzliche Stabilität.

Trainer Joel Quenneville scheint im richtigen Moment an den passenden Stellschrauben gedreht zu haben. Das zuvor schwache Powerplay explodierte mit zwei Treffern, und die Ducks reisen nun mit Momentum nach Nevada.

Vegas braucht hinten mehr Kontrolle

Für die Golden Knights geht es nun darum, nach dem verpassten Break in Anaheim wieder Kontrolle über die Serie zu gewinnen. Coach John Tortorella machte insbesondere das späte Powerplay-Gegentor in Spiel 4 als Schlüsselmoment aus.

Vegas muss defensiv strukturierter auftreten und die junge Offensive der Ducks früher unter Druck setzen. Torhüter Carter Hart benötigt zudem mehr Unterstützung, nachdem Anaheim zuletzt vermehrt zweite Chancen und gefährliche Abschlüsse generierte.

Zuhause in der T-Mobile Arena dürfte Vegas aggressiver beginnen. Besonders wichtig wird sein, Sennecke und Anaheims Special Teams einzudämmen. Gelingt dies, könnten die Golden Knights ihre größere Playoff-Erfahrung ausspielen.

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