General manager Barry Trotz of the Nashville Predators (L) talks on the draft floor during the 2023 Upper Deck NHL Draft - Rounds 2-7 at Bridgestone Arena on June 29, 2023 in Nashville, Tennessee. (Photo by Dave Sandford/NHLI via Getty Images)

Barry Trotz tritt nach drei Spielzeiten als General Manager der Nashville Predators zurück.

Der 63-Jährige wird die Position bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiterführen. Trotz wurde am 27. Februar 2023 als GM eingestellt und löste David Poile offiziell am 1. Juli ab.

"Ich will jetzt einfach ein Ende setzen", sagte Trotz, der sich mehr dem Privatleben widmen möchte. "Ich bin seit etwa 40 Jahren in irgendeiner Form im Profisport tätig, und irgendwann merkt man, dass man bei all dem, was man getan und womit man sich intensiv beschäftigt hat, nicht immer gleichzeitig an zwei Orten präsent sein kann. Man kann nicht im Job und gleichzeitig zu Hause präsent sein. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es ein Ende geben muss."

Die Predators (25-23-6) belegen vor ihrem Spiel gegen die St. Louis Blues am Montag (8:00 pm ET, Dienstag 2:00 Uhr) den fünften Platz in der Central Division. Sie liegen vier Punkte hinter den Los Angeles Kings, die den zweiten Wildcard-Platz für die Stanley Cup Playoffs der Western Conference belegen.

Nach der Playoff-Qualifikation ging es tabellarisch bergab

Nashville qualifizierte sich in Trotz' erster Saison als GM 2023/24 (47-30-5) für die Playoffs, schied aber in der ersten Runde gegen die Vancouver Canucks aus.

Nach dieser Saison verpflichtete er zwei hochkarätige Stürmer – Steven Stamkos (Vierjahresvertrag, 8 Millionen Dollar durchschnittliches Jahresgehalt) und Jonathan Marchessault (Fünfjahresvertrag, 5,5 Millionen Dollar durchschnittliches Jahresgehalt) –, doch die Predators belegten in der NHL-Saison 2024/25 nur den 30. Platz (30-44-8).

GM nahm die Spieler in die Verantwortung

Nach einem Saisonstart mit sechs Siegen, zwölf Niederlagen und vier Unentschieden erklärte Trotz am 24. November gegenüber der Zeitung „The Tennessean“, dass er Trainer Andrew Brunette nicht entlassen werde und die Spieler die Hauptschuld trügen. Die Predators waren zu diesem Zeitpunkt Schlusslicht der Liga in Toren pro Spiel (2,32) und belegten den 30. Platz in Gegentoren (3,68).

Stamkos hat in dieser Saison in 54 Spielen 39 Punkte (25 Tore, 14 Assists) und eine Minus-16-Bilanz erzielt. Marchessault kommt in 35 Spielen auf 14 Punkte (neun Tore, fünf Assists) und eine Minus-19-Bilanz.

„Ich analysiere das Spiel systematisch. Ich weiß, wer Fehler macht. Wenn der Puck am Schläger eines Spielers ist und dieser ihn direkt zum Gegner weiterleitet, ist das nicht Brunettes Schuld.“

Aktuell belegen die Predators in der NHL den 25. Platz bei den Toren pro Spiel (2,83) und den 27. Platz bei den Gegentoren (3,39).

Trotz war der erste Trainer der Predators

Trotz war der erste Trainer in der Geschichte der Predators. Er wurde am 6. August 1997 eingestellt und trainierte das Team von seiner ersten Saison 1998/99 bis 2013/14.

In 1.196 Spielen als Trainer von Nashville erreichte er eine Bilanz von 557-479-60. In sieben Playoff-Teilnahmen stand er bei 19-31, wobei er fünfmal in der ersten und zweimal in der zweiten Runde ausschied. Anschließend trainierte er von 2014/15 bis 2017/18 die Washington Capitals und gewann in seiner letzten Saison den Stanley Cup.

Von 2018/19 bis 2021/22 trainierte Trotz die New York Islanders und führte sie in drei von vier Spielzeiten in die Playoffs, darunter zweimal in Folge ins Halbfinale (2020, 2021).

Mit 914 Siegen als Trainer belegt er den fünften Platz in der NHL-Geschichte.

Roman Josi lobt Trotz

"Er hatte einen enormen Einfluss auf meine Karriere", sagte der Schweizer Roman Josi. "Er war mein erster Trainer hier und hat an mich geglaubt. Ich durfte ein paar Jahre unter ihm spielen, und im zweiten Jahr hat er mich dann mit Shea (Weber) zusammengebracht. Als erster Trainer hat man immer einen großen Einfluss auf einen Spieler."

Doch der Einfluss gehe über den Sport hinaus. "Er ist ein so toller Mensch und ich glaube, ich habe viel von ihm gelernt, nicht nur im Bereich Eishockey. Er ist einfach ein fantastischer Kerl. Man sieht ja, wie beliebt er hier in der Gemeinde ist und was er tut. Es war ziemlich cool für mich als jungen Kerl, einen Trainer wie ihn zu haben, dem seine Spieler und seine Gemeinde am Herzen liegen. Er hat mich sehr geprägt. Und er hat mir vertraut, wofür ich ihm wirklich sehr dankbar bin."

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