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Als Schweizer hat J.J. Moser von den Tampa Bay Lightning zwar Erfahrung mit Eishockey unter freiem Himmel, doch das Duell gegen die Boston Bruins am Sonntag (6:30 p.m. ET, Mo. 0:30 Uhr MEZ; NHL.tv auf DAZN) bei der Navy Federal Credit Union NHL Stadium Series 2026 sprengt für ihn den Rahmen des bisher Erlebten. Die Partie findet im 65.000 Zuschauer fassenden Raymond James Stadium in Tampa statt. Es ist die Heimspielstätte der Tampa Bay Buccaneers aus der National Football League.

„Das wird etwas ganz Besonderes für mich. Ich freue mich unheimlich darauf und bin sehr gespannt. Das wird hundertprozentig die größte Kulisse sein, vor der ich jemals gespielt habe, noch dazu an einem Ort, an dem man es nie erwartet hätte“, sagte Moser am Samstag nach der Trainingseinheit der Lightning im Gespräch mit NHL.com/de. Völliges Neuland betritt er nach eigener Auskunft nicht: „Ich kenne das Stadion ganz gut. Ich war schon ein paar Mal dort, um mir Spiele der ‚Buccs‘ anzuschauen.“

Der 25 Jahre alte Verteidiger fühlt in der Vorbereitung auf die Stadium Series ein Stück weit in seine Jugendzeit zurückversetzt. „Als Teenager habe ich mit meinem Team regelmäßig draußen trainiert. Es gab zwar auch eine Halle, aber den Trainingsplatz im Freien haben wir trotzdem oft benutzt – bei jedem Wetter. Wenn es geregnet hat, war natürlich alles komplett durchgeweicht. Aber das hat uns nicht gestört. Im Gegenteil: Wir fanden das richtig cool“, erzählte Moser.

Moser trainiert mit den Teamkollegen und ist dabei verkabelt

In der Schule hätten seine Kumpels und er ab und an einen Fußballplatz zu einer Eisfläche umfunktioniert. „Im Winter haben wir nach dem Unterricht manchmal das Spielfeld mit Wasser benetzt, um danach darauf zu skaten“, verriet der gebürtige Bieler.

Die Übungseinheiten für die Stadium Series gegen Boston finden unter einem Zeltdach statt. „Aus diesem Grund fühlt es sich so an, als wäre man mitten im Nirgendwo. Mal sehen, wie es mir morgen im Spiel gehen wird“, erklärte Moser.

Insgeheim hofft der Blueliner darauf, dass er in der Begegnung mit den Bruins wieder Victor Hedman an seiner Seite hat. Der offensivstarke Verteidiger arbeitet nach einer Ellbogenoperation an seinem Comeback. In den vergangenen Tagen trainierte er ohne Einschränkungen mit der Mannschaft. „Es wäre toll ihn dabeizuhaben. Es ist immer von großer Bedeutung, wenn der Kapitän mitmischt“, ließ Moser verlauten. Hedman stand letztmalig am 9. Dezember im Aufgebot.

Tampas Trainer Jon Cooper dämpfte derweil die Erwartungen hinsichtlich einer Rückkehr von Hedman gegen Boston. „Ich habe noch nicht mit ihm darüber gesprochen. Ich will das nicht völlig ausschließen. Aber man muss abwarten, ob er wirklich schon so weit ist“, sagte der Coach.

Die Lightning haben seit Wochen einen Lauf. 16 Siege aus den vergangenen 18 Spielen lautet die imposante Bilanz. Von den zwei Niederlagen erfolgte eine nach regulärer Spielzeit, die andere im Shootout.

Nicht zu stoppen ist momentan Lightning-Angreifer Nikita Kucherov. Er hat einen Punktestreak von sieben Partien vorzuweisen. 15 Zähler (vier Tore, elf Assists) gelangen ihm in diesem Zeitraum. Mit einer Gesamtausbeute von 82 Punkten (27 Tore, 55 Assists) ist er mit Abstand der erfolgreichste Scorer seiner Mannschaft. Auf dem zweiten Platz folgt Jake Guentzel (55). Dritter ist Brandon Hagel (49).

TBL@CHI: Hagel, Kucherov sorgen für Ausgleich

Neben Kucherov befindet sich auch Torhüter Andrei Vasilevskiy in blendender Verfassung. Er feierte zuletzt fünf Siege hintereinander. Seine letzte Niederlage in der regulären Spielzeit musste er am 18. Dezember im Heimspiel gegen die Los Angeles Kings (1:2) hinnehmen. In den folgenden 14 Einsätzen verließ er 13-mal als Gewinner das Eis. Einmal mussten sich die Lightning mit Vasilevskiy im Tor im Penaltyschießen den St. Louis Blues geschlagen geben.

Trainer Cooper hofft, dass sich seine Schützlinge von der besonderen Atmosphäre der Stadium Series nicht ablenken lassen und genauso konzentriert ans Werk gehen wie in den letzten Wochen. „Es kommt hinzu, dass etliche Spieler sicherlich auch an ihre Olympiateilnahme denken. Aber die Jungs sind professionell genug und wissen, dass sie zuvor noch Arbeit in der Liga zu erledigen haben“, zeigte sich der verantwortliche Mann an der Bande der Lightning optimistisch.

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