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Sind die Sharks ein Titelkandidat?

San Jose beeindruckt mit Sweep - Division-Finale gegen Vegas

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Mit einem eindrucksvollen Sweep gegen die Anaheim Ducks (Serien-Endstand 4:0) sind die San Jose Sharks ins Conference-Halbfinale der Stanley Cup Playoffs 2018 eingezogen. Vier starke Auftritte gegen den kalifornischen Rivalen schüren die Titel-Hoffnungen in der Bay Area. Im Division-Finale geht es nun gegen die Vegas Golden Knights, die ebenfalls ohne eine einzige Niederlage durch die 1. Runde gekommen sind.

Die Sharks zeigten bislang alles, was es für einen tiefen Playoff-Run braucht: Eine brandgefährliche Offensive, eine stabile Defensive, exzellentes Goaltending, starke Special Teams und viel Tiefe im Kader.

Mit durchschnittlich vier Toren pro Spiel stellt San Jose die drittbeste Offensive im laufenden Wettbewerb. Im Schnitt nur ein Gegentor pro Partie bedeutet die zweitbeste Defensive. Diese konnte sich bislang voll auf Torwart Martin Jones verlassen, der überhaupt erst vier Gegentreffer hinnehmen musste, auf eine Fangquote von 97,0 Prozent kommt und auch schon einen Shutout feiern durfte.

Video: ANA@SJS, Sp4: Jones macht den Save mit dem Schoner

Auch die Special Teams sind bislang überdurchschnittlich gut: Eine Erfolgsquote von 30 Prozent im Powerplay sowie 83,3 Prozent in Unterzahl bedeuten den jeweils sechstbesten Wert.

Secondary Scoring als großes Plus

Bei den Playoff-Top-Scorern tauchen Logan Couture (zwei Tore, drei Assists) und Joe Pavelski (ein Tor, vier Assists) mit jeweils fünf Punkten erst auf dem geteilten zehnten Rang auf. Dafür haben 15 von 18 eingesetzten Spielern bereits gescort, neun von 18 schon selbst getroffen. Es sind Zahlen, die für die Tiefe bei den Nord-Kaliforniern sprechen. Torgefahr strahlen alle vier Sturmreihen aus: Die Formationen Kane/Pavelski/Donskoi (zwölf Scorerpunkte), Hertl/Couture/Boedker (elf), Meier/Tierney/Labanc (sechs) sowie Sorensen/Fehr/Karlsson (acht) teilten die Ausbeute recht gleichmäßig untereinander auf.

Die große Überraschung ist Marcus Sorensen in der vierten Linie, der bereits drei Treffer erzielte und eine Vorlage gab. Auch der Schweizer Timo Meier wusste in der dritten Reihe schon mit drei Scorerpunkten (ein Tor, zwei Assists) zu glänzen und kommt auf einen Plus-Minus-Wert von +1.

 

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Wohin mit Thornton?

Abzusehen war dieses dominante Auftreten kaum: Vor dem Playoff-Start beendete San Jose die reguläre Saison mit fünf Niederlagen aus sechs Spielen (1-4-1), mit vielen angeschlagenen Akteuren und ohne Führungsspieler Joe Thornton. Der 37-Jährige tastete sich in den letzten Tagen wieder heran, trainierte mit vollem Körperkontakt und wärmte sich vor dem Spiel mit auf. Eingesetzt wurde der Center aufgrund einer Knie-OP seit dem 23. Januar nicht mehr. Für das Division-Finale könnte Thornton wieder eine Rolle spielen.

Allerdings dürfte sich dann für Sharks-Coach Peter DeBoer die Frage aufdrängen, wo er den kantigen Mittelstürmer einzusetzen gedenkt. Eine Reihe mit Kapitän Pavelski und Kane verspricht viel Chemie, doch funktionierte der Top-Sturm auch mit Joonas Donskoi hervorragend. Ein echtes Luxus-Problem also für DeBoer, der genauso wie Thornton nur wenig Zeitdruck für eine überstürzte Rückkehr des imposanten Bartträgers verspüren dürfte. Der Erfolg gibt den bislang eingesetzten Spielern recht - die Reihen funktionieren.

Vegas wartet

Im Conference-Halbfinale geht es nun gegen den Division-Rivalen aus Las Vegas. Das Duell verspricht eine sehr interessante Serie zu werden, denn die Golden Knights sind den Sharks in vielen Dingen sehr ähnlich: Sie zogen ebenfalls mit einem Sweep gegen eine robuste kalifornische Mannschaft (4:0 gegen die Los Angeles Kings) in die nächste Runde ein, kommen auf dem Eis über ihr Tempo und setzen auf aggressives Forechecking. Auch in Sachen Tiefe, Offensivkraft, defensive Stabilität und Goaltending zählen die Knights zu den bislang besten Playoff-Teams und Titel-Favoriten in diesem Jahr. Zu diesem Kreis ist nun auch San Jose zu zählen.

 

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