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Das Auf und Ab des Mirco Müller

Der Verteidiger der San Jose Sharks braucht derzeit viel Geduld

von Uwe Werkmeister / NHL.com/de Autor

Am Mittwoch bestritten die San Jose Sharks im Air Canada Center von Toronto ihr 29. Spiel in der Saison 2016-17 gegen die Toronto Maple Leafs. Die beiden Schweizer Mirco Müller und Timo Meier im System der Sharks kamen in dieser Spielzeit in noch keiner einzigen Partie für das NHL Team der Kalifornier zum Einsatz. Das änderte sich auch gestern nicht, wenngleich wenigstens einer im NHL Kader steht.

Der 21-jährige Müller stand deswegen NHL.com/de nach dem Morning Skate für ein Gespräch zu seiner aktuellen Situation zur Verfügung. Er kann immerhin insgesamt schon 50 NHL-Spiele aus den Serien 2014-15 und 2015-16 vorweisen.

Dabei hatte es der Verteidiger zuletzt nicht einfach, denn er wurde in den vergangenen acht Tagen offiziell drei Mal in die NHL befördert und zwei Mal wieder hinunter geschickt. Ein ständiges Auf und Ab.

"Sicherlich ist es keine einfache Situation ständig zwischen dem AHL- und dem NHL-Team zu wechseln, aber ich fühle mich bei beiden Mannschaften sehr wohl", sagte Müller. "Wir tragen unsere Heimspiele in der selben Halle aus und wir verfügen über eine große Leistungsdichte bei den Verteidigern innerhalb der Organisation".

Ein Blick auf die Tabelle der Western Conference gibt ihm sicher Recht. Die Haie aus Kalifornien kassierten bisher mit 61 Gegentoren nur sehr wenige Treffer, der Verdienst einer stabilen Abwehr und guter Defensivarbeit des gesamten Teams. Wenig Grund also für Cheftrainer Peter DeBoer etwas am System zu ändern.

Wenn Müller derzeit in die NHL berufen wird, dient er als "Backup" zur Absicherung, für den Fall einer kurzfristigen Verletzung einer seiner Teamkollegen. Marc-Edouard Vlasic und David Schlemko waren zuletzt ausgefallen, standen aber am Morgen vor dem Spiel in der kanadischen Metropole wieder auf dem Eis.

Müller befindet sich derzeit im letzten Jahr seines Einstiegvertrages in die NHL, Gespräche über seine mögliche Zukunft in der Franchise werden im Moment aber keine geführt, dafür sei es noch zu früh in der Saison.

Auch gibt es wenig Feedback vom Trainerteam, er selbst sei mit seinen Leistungen aber sehr zufrieden. "Ich trainiere hart, versuche jeden Tag mein bestes Hockey zu spielen und mich ständig weiter zu entwickeln", sagte er selbstbewusst.

Dass dies nicht nur Lippenbekenntnisse eines Hockeyspielers sind, ist beim Morning Skate sehr gut zu beobachten. Während gestandene Spieler, wie Joe Thornton oder Brett Burns mit Journalisten und umstehenden Zuschauern flachsen, wirkt der Schweizer Profi auf dem Eis hoch konzentriert und engagiert, macht Schusstraining von der blauen Linie, immer wieder kurze Sprints und schier endloses Zweikampftraining mit Michael Haley.

Das alles geschieht unter den kritischen Augen eines Co-Trainers, der sofort an Ort und Stelle Hinweise zur gerade absolvierten Übung äußert. Erst als die meisten seiner Mitspieler die Halle bereits geduscht wieder Richtung Hotel verließen, kam Mirco als letzter Spieler und ziemlich ausgelaugt vom Eis.

Gefragt nach seinem Landsmann Meier, der derzeit in der AHL ist, erzählt Mirco, dass sie ein sehr gutes Verhätnis hätten. "Ich bin froh, dass er auch in dieser Organisation spielt. Er war in diesem Jahr zwei Mal krank und findest allmählich wieder zu seiner Bestform", gibt er zu Protokoll.

In Zahlen betrachtet heißt das, Timo Meier spielte in der aktuellen Saison 17 Spiele für die San Jose Barracudas und erzielte dabei 15 Punkte (9 Tore, 6 Assists). Keine schlechte Bilanz für den gerade einmal 20-jährigen Center, der im Draft 2015 an insgesamter neunter Stelle in der ersten Runde an die Sharks ging.

Zum Abschluss des Gesprächs mit Müller gingen die Gedanken noch einmal zurück zum Stanley Cup Finale der Sharks gegen die Pittsburgh Penguins in Juni dieses Jahres. "Es war ein tolles Gefühl für mich", erzählt der im schweizerischen Winterthur geborene Verteidiger. "Auch wenn ich nur trainiert und mich fit gehalten habe, es war etwas Großartiges." Aus solchen Erlebnissen schöpft er die Kraft jeden Tag auf das Neue zu trainieren, um schon bald ein fester Bestandteil im NHL-Team zu werden.

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