TBL 7, DET 6

Moritz Seider von den Detroit Red Wings hat am Donnerstag ein überzeugendes NHL-Debüt hingelegt. Dem gebürtigen Zeller gelangen zwei Assists bei der unglücklichen 6:7-Niederlage nach Verlängerung gegen die Tampa Bay Lightning. Zwischendurch sah es so aus, als könnten die Red Wings den amtierenden Stanley Cup Champion vor heimischem Publikum in der Little Caesars Arena in die Knie zwingen. Doch die Hausherren gaben zweimal einen Drei-Tore-Vorsprung aus der Hand und mussten sich am Ende mit einem Zähler begnügen.

Seider bildete bei seiner Ligapremiere ein Verteidiger-Paar mit Nick Leddy. Er stand insgesamt 20:21 Minuten auf dem Eis und war besonders in den Special Teams gefordert. Im Powerplay wies er mit 5:06 Minuten die meiste Einsatzzeit bei den Red Wings auf. Im Penalty Killing wurde er 3:06 Minuten eingesetzt. Die Plus-Minus-Bilanz wies für ihn am Ende einen Wert von +1 aus.
Darüber hinaus machte Seider gleich in seiner ersten Partie die Erfahrung, wie es sich in der NHL auf der Strafbank anfühlt. In der Schlussphase des zweiten Drittels hatte er sich eine Zweiminutenstrafe wegen übertriebener Härte eingehandelt.
Seinen ersten Scorerpunkt in der NHL sammelte der 20-Jährige zu Beginn des zweiten Drittels. Er passte den Puck in der eigenen Zone kurz zu seinem Nebenmann Leddy, der im Anschluss Tyler Bertuzzi auf die Reise schickte. Der Angreifer ließ seine Gegenspieler wie Slalomstangen stehen und vollendete zum 2:0. Der zweite Assist von Seider resultierte aus einem Befreiungsschlag. Die Red Wings hatten zu diesem Zeitpunkt einen Mann weniger auf dem Eis. Der Deutsche beförderte die Scheibe beherzt in Richtung gegnerisches Drittel. In diesem Moment kehrte Bertuzzi aus der Box aufs Spielfeld zurück, schnappte sich den Puck und setzte ihn zum 5:3 in die Maschen. Etwas mehr als 44 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt gespielt.

TBL@DET: Bertuzzis tolles Tor leitet 4-Tore-Abend ein

Spätestens dem 6:3 durch Vladislav Namestnikov wähnte sich Detroit endgültig auf der Siegerstraße. Doch dann machten Seider und seine Teamkollegen die leidvolle Erfahrung, welche Kraft der amtierende Stanley Cup Champion in scheinbar aussichtslosen Situationen entfalten kann. Die Lightning schafften in den letzten sieben Minuten der regulären Spielzeit noch den Ausgleich. In der Verlängerung sorgte Ondrej Palat schließlich für die Entscheidung zugunsten der Gäste.
Besonders bitter: Beim Morning Skate hatte Red-Wings-Trainer Jeff Blashill seine Mannschaft explizit darauf hingewiesen, dass die Lightning nach einem größeren Rückstand oft besonders gefährlich sind. Der Spielverlauf vom Donnerstagabend gab ihm recht.
"Wenn man im letzten Drittel mit drei Toren in Führung liegt, ist es natürlich ein Schlag in die Magengrube, wenn man am Ende verliert. Ich dachte, wir würden einen Weg finden, das Match siegreich zu beenden", sagte der Coach nach dem vogelwilden Duell der beiden Kontrahenten. Dennoch wollte er nicht den Stab über seiner Mannschaft brechen. "Wir haben über weite Strecken gutes Eishockey geboten. Das Spiel war energiegeladen und aus Fan-Perspektive geradezu spektakulär", fügte Blashill hinzu.

TBL@DET: Palats zweites Tor bringt Sieg in Overtime

Detroits Stürmer Bertuzzi wusste nicht so recht, ob er lachen oder weinen sollte. Bei einem Sieg wäre er als Vierfachtorschütze ohne Frage der Mann des Abends gewesen. So aber blieb ein saurer Beigeschmack. Der Linksaußen absolvierte seinen ersten Auftritt in der Liga seit dem 30. Januar. Eine Rückenverletzung hatte ihn monatelang außer Gefecht gesetzt. "Wir haben alles gegeben. Leider hat es nicht ganz gereicht. Es war ein tolles Spiel, es ging immer hin und her. Letzten Endes haben wir den Sieg durch eigene Fehler verspielt", lautete seine Einschätzung.
Trotz der Niederlage habe er viel Positives gesehen, hob Bertuzzi hervor. "Jede Reihe hat heute ihren Beitrag geleistet. Wir wussten, dass wir mehr als nur zwei oder drei Tore schießen müssen, um zu gewinnen. Heute waren wir nahe dran am Sieg. Wir nehmen jetzt den einen Punkt gerne mit und versuchen auf unserer Leistung von heute aufzubauen", meinte er. Ein Extralob zollte der Flügelstürmer den Fans: "Sie waren großartig. Die Hütte war voll und es fühlte sich fast wie ein Playoff-Spiel an."
Die zweite Saisonpartie für Seider und die Red Wings steht am Samstag (7 p.m. ET; So. 1 Uhr MESZ) auf dem Programm. Gegner in der Little Caesars Arena sind die Vancouver Canucks.