Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Minnesota Wild und den Vegas Golden Knights

Mit dem Ergebnis konnten die Minnesota Wild am Montag zufrieden sein, doch die Verletzung von Nico Sturm schockte das Team. Zu Hause in der Grand Casino Arena gewannen die Wild mit 4:2 gegen die Vegas Golden Knights. Sturm musste das Spiel aber bereits im ersten Drittel vorzeitig verlassen und kehrte nicht zurück.

Special Teams entscheiden das Spiel

Fünf der sechs Tore fielen bei fünf gegen fünf, trotzdem waren die Special Teams entscheidend für den Ausgang der Partie. Nach Matt Boldys 1:0 (12.) gelang Maxim Shabanov in Überzahl der Treffer zum 2:0 (15.). Es war das einzige Powerplay für Minnesota an diesem Abend.

Vegas hatte danach noch genug Chancen zum Ausgleich, immerhin waren die Golden Knights ganze fünf Mal im Powerplay, ihnen gelang aber kein einziges Tor. Während der ersten drei Strafen lautete das Torschussverhältnis sogar 6:1 zugunsten von Minnesotas Unterzahl. Ein perfekter Auftritt der Special Teams verhalf den Wild somit zum Sieg.

Das ist in dieser Saison allerdings nicht wirklich überraschend. Die Wild haben mit einer Erfolgsquote von 41,2 Prozent das beste Powerplay der NHL. Sie schossen sieben ihrer insgesamt 19 Tore in Überzahl. Gleichzeitig stellen sie mit 95,5 Prozent auch die beste Unterzahl der Liga. In 22 Unterzahlsituationen kassierten sie nur ein Tor.

„Unsere Unterzahl war wieder stark“, schwärmte Trainer John Hynes. „Die Jungs fühlen sich in Unterzahl immer wohler. McCarron war heute mit sechs Minuten Eiszeit ein wichtiger Teil davon. Wir haben gut mit dem Stock gearbeitet und Druck gemacht.“

VGK@MIN: Boldy stellt auf 1:0

Schockmoment für Sturm

Trotz einer 3:0-Führung gingen die Wild mit einem mulmigen Gefühl in die erste Drittelpause. Nach 17:46 Minuten, kurz vor der Pause, ging nämlich Sturm zu Boden. Er positionierte sich vor dem Tor, um Torhüter Carter Hart die Sicht zu nehmen und den Puck abfälschen oder den Nachschuss nehmen zu können. Wild-Kapitän Jared Spurgeon traf ihn aber am Kopf, knapp über dem Ohr. Sturm wurde kurz auf dem Eis behandelt, ehe er sichtlich angeschlagen vom Teamarzt und seinem Mitspieler Michael McCarron zur Bank geführt wurde und die Partie verließ.

„Das ganze Stadion war totenstill, als das passiert ist“, sagte Trainer Hynes. „Die gute Nachricht ist, er wird gerade untersucht, aber ich habe noch keine weiteren Informationen... Bei so einem Schuss ist es Standard, dass er vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht wird. Das ist aus gutem Grund so, besonders nach dem, was mit Brock passiert ist.“

Die Szene war für die Wild besonders beängstigend, da sie beinahe identisch mit einer Situation aus einem Vorbereitungsspiel vor wenigen Wochen war. Da traf Miro Heiskanen von den Dallas Stars Verteidiger Brock Faber an fast genau der gleichen Stelle. Faber fällt für längere Zeit aufgrund einer Schädelfraktur aus und musste sogar operiert werden. Laut Mitspielern und Hynes ist Faber auf einem guten Weg und sah sich das Spiel am Montag sogar im Stadion an.

„Ich konnte nur an Brock denken“, sagte McCarron über die Momente nach Sturms Verletzung. „Wie er sein Ohr gehalten hat, an der gleichen Stelle. Wir gehen in der vierten Reihe gerne vors Tor, die Pucks fliegen die ganze Zeit vorbei, das ist gefährlich, deshalb machen das nicht viele Spieler gerne... Er schien in Ordnung zu sein, als ich ihn nach dem ersten Drittel gesehen habe. Es ist beängstigend, er ist unser Mitspieler und wir lieben ihn und hoffen, dass er okay ist.“

Die Verletztenliste in Minnesota wächst in einem besorgniserregenden Tempo. Faber, der neben Quinn Hughes der wichtigste Verteidiger ist, und Torwart Filip Gustavsson fehlten schon zum Saisonauftakt und sind längerfristig nicht einsatzbereit. In der vergangenen Woche verletzten sich im Angriff die Brüder Marcus Foligno und Nick Foligno. Jetzt droht mit Sturm der fünfte Spieler und dritte Stürmer auszufallen.

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„Die Spieler, die uns fehlen, sind natürlich ein wichtiger Teil unseres Teams“, betonte McCarron. „Aber andere Spieler springen ein und spielen gut. Unsere erste Reihe und Wallstedt gewinnen Spiele für uns. Wir können uns aber nicht zu sehr auf sie verlassen, da muss die ganze Mannschaft mitziehen.“

Wallstedt in Bestform

Teil des Erfolgsrezepts der starken Unterzahl ist Torwart Jesper Wallstedt. Der junge Schwede hat gerade erst seine Rookie-Saison hinter sich und steht besonders unter Druck. Eigentlich sollte er ein Tandem mit seinem Landsmann Gustavsson bilden. Der musste sich im Sommer jedoch einer Operation an der Hüfte unterziehen und fällt nach wie vor aus. Daher bestritt Wallstedt bis jetzt jedes Spiel der Wild. Gegen Vegas hielt er 21 von 23 Schüssen.

Das ist körperlich und psychisch eine hohe Belastung, doch der Torhüter lässt sich davon nichts anmerken und glänzt mit seinen Leistungen. Wallstedt hat eine Bilanz von 4-1-1 bei 93,3 Prozent Fangquote und 1,82 Gegentoren pro Spiel. In Unterzahl ist seine Fangquote sogar noch besser und liegt bei 96,9 Prozent.

Stars und Tiefe

Minnesota holte in sechs Spielen bisher neun von zwölf möglichen Punkten und führt damit die Central Division an, obwohl das Team zum Saisonbeginn kein leichtes Programm hat. Fünf der bisherigen sechs Gegner waren in der vergangenen Saison in den Stanley Cup Playoffs. Es gab Siege gegen die Nashville Predators, Boston Bruins, Florida Panthers und nun gegen die Golden Knights. Gegen die Buffalo Sabres holten die Wild mit einer 2:3-Niederlage nach Verlängerung einen Punkt. Lediglich gegen die Tampa Bay Lightning gingen sie leer aus (2:3).

Neben Wallstedt und einer soliden Abwehr, können die Wild mit einer Kombination aus Stars, die ihrem Ruf gerecht werden, und Tiefe punkten. Boldy blieb in den ersten vier Spielen noch ohne Punkt, sammelte in den vergangenen beiden Partien aber zwei Tore und einen Assist. Kirill Kaprizov hat neun Punkte (sechs Tore, drei Assists) auf dem Konto, Hughes steht ebenfalls bei neun Zählern (zwei Tore, sieben Assists) und punktete in jedem Spiel. Spurgeon, ebenfalls ein Verteidiger, verzeichnete am Montag zum ersten Mal keinen Zähler und erzielte davor ein Tor und vier Assists.

„Die erste Reihe hatte jetzt zwei wirklich gute Spiele hintereinander, in denen sie echt stark gespielt haben, gute Entscheidungen mit dem Puck getroffen haben“, lobte Hynes die Reihe von Kaprizov, Boldy und Joel Eriksson Ek. „Alle drei sind sehr hartnäckig und geben alles.“

VGK@MIN: Yurov haut die Scheibe rein

Minnesota hat aber auch genug andere Spieler, die die Stars in der Offensive unterstützen. Gegen Vegas trafen auch Danila Yurov (17.) und Ek (59.). Insgesamt trugen sich schon 14 Spieler in die Scorerliste ein, zehn davon haben bereits mindestens drei Punkte.

„Gerade wegen der Verletzungen ist es so wichtig, dass wir als Team gut spielen, Struktur und eine Identität haben“, erklärte Hynes. „Wir haben eine gute Tiefe und Spieler springen ein und spielen gut. Rieger Lorenz hat das gemacht, war wirklich gut und hatte einen positiven Einfluss auf das Spiel.“

Für die Wild geht es schon am Dienstag (8:15 p.m. ET; Mi. 2:15 Uhr MESZ) um die nächsten Punkte, wenn sie auswärts bei den Winnipeg Jets antreten.

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