Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Seattle Kraken

Der Seattle Kraken hat die Krise bei den Philadelphia Flyers mit einem 3:2-Auswärtssieg n.P. an der NHL Frozen Frenzy am Dienstagabend in der Xfinity Mobile Arena verschärft. Zum Spielverderber schwang sich der deutsche Torwart Philipp Grubauer auf. Der 34-jährige Rosenheimer erhielt erneut das Vertrauen zwischen den Pfosten und zahlte es mit 24 Saves, 92,3 Prozent Fangquote und einem gewohnt ruhigen Auftreten im Penaltyschießen zurück.

Grubauer in Top-Form

„‚Grubi‘ war heute wieder hochkonzentriert. Er hat gut gespielt“, sprach Kraken-Trainer Lane Lambert ein großes Lob für Grubauer aus. „‚Grubi‘ hat heute da draußen gekämpft, ein paar wichtige Paraden für uns gezeigt, als wir sie gebraucht hatten. Offensichtlich war er auch exzellent im Shootout. Es war schön zu sehen, dass Bobby den letzten Schuss versenkt hat, um ‚Grubi‘ zu erlösen.“

Grubauer erhielt zwei Starts in den letzten zwei Spielen und wusste dabei mit einem Gegentorschnitt von 2,4 und einer Fangquote von 92,4 Prozent zu gefallen. Lambert hat damit plötzlich ein Luxusproblem: Sowohl Grubauer (vier Spiele, drei Starts, 2-1-0, 2,35 Gegentore/Spiel, 91,8 Prozent Fangquote) als auch Joey Daccord (vier Spiele, vier Starts, 3-1-0, 2,73 Gegentore/Spiel, 91,3 Prozent Fangquote) präsentieren sich sehr zuverlässig und scheinen sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzutreiben.

„Unsere Mannschaft bekommt gerade sehr gute Torhüter-Leistungen“, attestiert Lambert. „Das gilt auch für Joey.“

Scharmützel mit Zegras: Grubauer schlägt zurück

In Philadelphia entschärfte Grubauer sechs gegnerische Torschüsse im ersten, deren zwölf im zweiten und deren acht im dritten Drittel. Im Shootout, das erst in der fünften Runde entschieden wurde, musste sich der 1,85 Meter große Linksfänger nur gegen Matvei Michkov geschlagen geben und entschärfte dafür die Versuche von Trevor Zegras, Tyson Foerster, Porter Martone und Denver Barkey.

Ausgerechnet den von Zegras. Früh im Spiel hatte sich Grubauer ein Scharmützel mit dem Flyers-Center geliefert.

„Das war das ganze Spiel so. Es fing schon in der ersten oder zweiten Minute an, als er durch meinen Torkreis schießt. Es gab vielleicht sechs Situationen, in denen sie mich angegriffen haben. Ich habe zwei Stockstiche abbekommen und musste mich wehren. Manchmal muss man sich dann selbst zeigen, wenn die Schiedsrichter deinen Torraum nicht schützen. Ich habe also zurückgeschlagen. Wir stehen füreinander ein. Darum geht es im Mannschaftssport. Es hat Spaß gemacht und es ist ein Teil des Spiels“, sagt Grubauer, den sonst eigentlich nichts aus der Ruhe zu bringen scheint. „Von ihnen war es Hockey im Mute der Verzweiflung. Sie spielen mit Körper und kämpfen um Punkte. Sie haben es uns schwer gemacht.“

Seattle gibt Zwei-Tore-Führung ab

Beim den noch sieglosen Flyers (0-5-3) ging der Kraken durch Bobby McMann (8., im Powerplay) und Ville Ottavainen (29.) mit 2:0 in Führung). Für den finnischen Verteidiger war es das erste Tor seiner NHL-Karriere.

„Es war ein surrealer Moment“, so Ottavainen. „Alles schien für eine Sekunde wie eingefroren zu sein, als ich den Puck geschossen habe. Es ist einfach ein großartiges Gefühl.“

Im dritten Drittel machte sich Seattle dann aber selbst das Leben schwer. Philadelphia kam dank Christian Dvorak (47.) und Zegras (48.) zum Ausgleich.

„Wir haben ihnen in den ersten zehn Minuten zu viel Zeit und Raum gelassen, um Pässe zu spielen. Sie haben ein, zwei Tore schossen, da waren wir ein wenig verloren“, fasst Grubauer zusammen. „Danach haben wir uns besser konzentriert und die richtigen Dinge getan und es dann im Penaltyschießen hinbekommen.“

„Das Spiel war über weite Strecken ausgeglichen“, befand Lambert. „Auch wir hatten unsere Chancen. Bis es 2:2 im dritten Drittel stand, hat mir unser Spiel nicht gefallen. Das müssen wir verbessern. Es gab Phasen, da hätten wir forechecken müssen, haben uns aber stattdessen zurückgezogen. So wird das nichts. Was mir gefallen hat, war, wie wir darauf reagiert und fortan gespielt haben. Wir hatten die besseren Chancen. Unsere Antwort nach dem Ausgleich hat mir gefallen.“

SEA@PHI: Beniers, McMann und Grubauer führen Kraken zum Sieg im Penaltyschießen

Kraken mit unerwartet starkem Saisonstart

Seattle (5-2-0) ist auch dank seiner Torhüter unerwartet stark in die neue Saison 2026/27 gestartet und rangiert auf Platz drei in der Pacific Division.

„Wir spielen besser zusammen und konstanter über 60 Minuten“, analysiert Grubaer. „Natürlich wird es auf der Strecke von 84 Spielen auch Momente und Phasen geben, in denen das nicht so gut klappt. Insgesamt haben wir aber unseren Rhythmus gefunden.“

„Wir halten uns gut ans System“, stimmt Ottavainen mit ein „Unsere Goalies sind großartig. Wir blocken viele Schüsse und haben getroffen, wenn wir es gebraucht haben.“

Spannend wird sein, auf welchen seiner formstarken Torhüter Lamberts Wahl im Auswärtsspiel beim Tampa Bay Lightning am Donnerstag (7 p.m. ET; Freitag, 1 Uhr MESZ) fallen wird.

Verwandte Inhalte