DAL@CHI: Suter bezwingt Oettinger aus dem Handgelenk

Steve Yzerman hat eine Mission. Der General Manager möchte die Detroit Red Wings wieder so erfolgreich machen, wie die Organisation zu seiner aktiven Zeit gewesen ist. Der frühere Stürmer gewann mit dem Klub in den Jahren 1997 und 1998 den Stanley Cup. Weitere Titelgewinne ereigneten sich 2002 und 2008. Insgesamt elf Mal gewannen die Red Wings den Stanley Cup.

In der jüngeren Vergangenheit gab es weniger Grund zum Jubeln. In den zurückliegenden fünf Spielzeiten wurden die Playoffs stets verpasst. In der letzten Saison belegte Detroit den 7. und somit den vorletzten Platz in der Discover Central Division. Doch die Zeiten der Erfolglosigkeit sollen vorbei sein. Der Neuaufbau schreitet voran.
Drei Spieler aus dem deutschsprachigen Raum können dabei eine Schlüsselrolle einnehmen: Der deutsche Torwart Thomas Greiss, das deutsche Verteidiger-Talent Moritz Seider und der neuverpflichtete Center Pius Suter aus der Schweiz.
Suter unterschrieb am ersten Tag der Free Agency einen Zwei-Jahres-Vertrag in Detroit. Der 25-Jährige hat in seiner ersten NHL-Saison überzeugt. Im Dienst der Chicago Blackhawks kam er in 55 Spielen auf 27 Punkte (14 Tore, 13 Assists), war damit unter allen Rookies der fünftbeste Torschütze und sechstbeste Scorer.

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"Es ist ein großartiges Gefühl, jetzt bei diesem Team zu sein", sagte er auf Nachfrage von NHL.com/de. "Das ist ein großes Team mit einer großen Geschichte. Es ist eine Ehre, für so ein Team spielen zu dürfen. Das wird mir sicherlich Spaß machen."
Suter traut den Red Wings eine positive Entwicklung zu: "Es ist meine Aufgabe, dem Team dabei zu helfen, weiterhin besser zu werden und mir selber Eiszeit zu erarbeiten. Dann denke ich, dass wir als Team immer mehr Spiele gewinnen werden, und zwar jeden Monat."
Sein Optimismus ist nicht unbegründet. Yzerman arbeitet an einem vielsprechenden Mix aus ambitionierten Talenten und einigen Routiniers. Zu letzterer Kategorie ist der bald 32-jährige Center Sam Gagner zu zählen, der einen neuen Einjahresvertrag unterzeichnet hat. "Es war ohnehin meine Absicht, in Detroit zu bleiben, denn ich habe das letzte Jahr sehr genossen", sagt Gagner.
Der Kanadier weiß um seine Rolle: "Man braucht erfahrene Spieler, die den Weg weisen. Aber man muss auch selber dazu in der Lage sein, gut zu spielen. Ich habe mich in der letzten Saison in einer neuen Rolle wiedergefunden und habe es genossen, im Powerplay, im Penalty-Killing und auf verschiedenen Positionen zu spielen."
Zu den Führungsspielern wird auch Torwart Greiss zählen, der in Detroit seinem letzten Vertragsjahr entgegenblickt. Vergangene Saison kam er in 34 Spielen auf zwei Shutouts und eine Save-Quote von 91,2 Prozent.

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Der bisherige Torwart-Kollege Jonathan Bernier landete bei den New Jersey Devils. Sein Platz in Detroit wurde von Alex Nedeljkovic eingenommen. Der 25-Jährige zählt zu den aufstrebenden Torhütern der NHL. In der zurückliegenden Saison sorgte er bei den Carolina Hurricanes mit einer Save-Quote von 93,2 Prozent für Aufsehen.
"Wir haben große Hoffnung, dass er auf seine Leistungen in der letzten Saison aufbauen wird", sagt Yzerman. "Als wir ihn spielen gesehen haben, dachten wir, dass das eine gute Gelegenheit wäre, einen jungen Torwart mit viel Potenzial zu bekommen, um noch mehr Spiele zu gewinnen."
Vor Greiss und Nedeljkovic dürfte unter anderem Moritz Seider verteidigen. Nachdem er beim NHL Draft 2019 an Position 6 ausgewählt wurde, verbrachte er die vergangene Saison in Schweden bei Rögle BK. Mit Erfolg: Der 20-Jährige wurde als bester Verteidiger der Liga ausgezeichnet.
"Das Jahr in Schweden war der richtige Schritt, um zu lernen, gegen Teams anzutreten, die über 60 Minuten hart spielen und viele erfahrene Spieler haben", sagte Seider im Interview mit dem "John Scott Podcast".
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"Ich bin wirklich glücklich, in Detroit zu sein. Es gibt kein Team, mit einer besseren Geschichte. Gibt es etwas Cooleres, als mit dem Flügel auf der Brust in der Little Caesars Arena aufzulaufen? Ich denke nicht. Ich freue mich darauf, hoffentlich im Oktober ein Red Wing zu sein."
Zu seinen Abwehr-Kollegen wird unter anderem Jordan Oesterle zählen, der zuletzt für die Arizona Coyotes aktiv gewesen ist und in Detroit einen Zweijahresvertrag unterzeichnet hat. Auch der 29-Jährige spricht vom einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Akteuren: "Ich freue mich darauf, von den älteren Spielern zu lernen und zudem eine Verbindung zwischen den sehr erfahrenen und den sehr jungen Spielern zu sein."
Yzerman hat den Draft genutzt, um den Kader mit weiteren Talenten anzureichern. Nummer-6-Pick Simon Edvinsson ist ebenfalls ein vielsprechender Verteidiger, der an Nummer 15 ausgewählte Sebastian Cossa möglicherweise der Torwart der Zukunft. Insgesamt wurden ein Goalie, drei Verteidiger, drei Center sowie in Carter Mazur (Pick 70) ein Flügelspieler gedraftet.
"Ich hoffe, wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir wollten einige Bedürfnisse decken", sagte Yzerman nach dem Draft. "Vor allem auf der linken Verteidigerposition hatten wir Bedarf. Auch über die Torhüter haben wir gesprochen. Ich denke, dass wir unsere Zielsetzung in Detroit unterstrichen und viele gute Talente in unserem System haben."
Möglicherweise ist dies der Schlüssel, um mittelfristig wieder an die erfolgreichen Zeiten anzuknüpfen. Dann wäre die Mission von Steve Yzerman erfüllt.