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Bruins vertrauen auf ihre Führungsspieler

Boston hat mit Teamgeist und Führungsstärke den Stanley Cup im Visier

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Sowohl die Boston Bruins als auch die St. Louis Blues sind nur noch einen Sieg vom ultimativen Triumph in der Welt des Eishockeys entfernt: Der Gewinner von Spiel 7 gewinnt den Stanley Cup! Dafür, dass zum siebten Mal in ihrer Geschichte der Name "Boston Bruins" in den "heiligen Gral" graviert wird, wollen allen voran die Führungsspieler der Bruins sorgen. Diese hatten den finalen Showdown überhaupt erst ermöglicht.

Spiel 6: Die Führungsspieler weisen den Weg

In Spiel 6, das Boston mit 5:1 in St. Louis gewinnen konnte, marschierten vor allem die Führungsspieler vorneweg: Goalie Tuukka Rask (32) zeigte einige Monster-Saves und bewahrte sein Team lange vor dem Ausgleich und einem Rückstand. Vor ihm räumte Kapitän Zdeno Chara (42) trotz Verletzung mit drei Checks ab und erzielte zudem einen "Empty-Netter". Vorne löste Brad Marchand (31) seinen Knoten: Abgesehen von einem Schuss ins leere Tor in Spiel 1 hatte der Stürmer in der Finalserie bislang noch nicht getroffen - nun gelang ihm das richtungsweisende 1:0. Und auch Patrice Bergeron (33) hatte einen großen Anteil. Zwar blieb der Nummer-1-Center auf dem Eis ohne Scorerpunkt, doch heizte er die Mannschaft vor dem Spiel mit einer flammenden Ansprache in der Kabine an.

 Video: BOS@STL, Sp6: Marchand unter das Quergestänge im PP

Bergerons Ansprache

"Ich habe eine neue Perspektive bekommen, als unsere Führungsspieler aufgestanden sind und geredet haben", sagte der erst 21-jährige Verteidiger Charlie McAvoy. "Ich stehe zum ersten Mal in einem Stanley-Cup-Finale und wisst ihr was? Es ist ganz schön viel. All diese Emotionen." Umso wichtiger war, dass Bergeron, Chara, Marchand & Co. für die jüngeren Kollegen da waren. "Diese erfahrenen Spieler können dir sicher helfen, gerade wenn du mal ein bisschen mehr Freizeit hast und damit mehr Zeit, um nachzudenken", sagte Bruins-Trainer Bruce Cassidy.

Also hielt Bergeron seine Kabinen-Ansprache. "Wir sind in einer Situation, in der wir als Kinder geträumt haben", soll der Mittelstürmer in einem ruhigen Ton gesagt haben. Ein Satz, der seinen Effekt nicht verfehlte. "Jeder von uns teilt diesen Traum", so McAvoy. "Wir waren alle mal Kinder und wollen dieses Ziel so unbedingt erreichen. Genau das haben wir gebraucht. Wenn er spricht, hören alle zu. Er hat eine gewisse Präsenz." Das konnte auch der 22-jährige Stürmer Jake DeBrusk bestätigen: "Er ist eine Legende. Wir träumen vom großen Ziel. Deshalb sind wir alle da. Jeder träumt davon, in so einer Situation spielen zu dürfen. Er hat den Ton angegeben und dafür gesorgt, dass wir durch Wände gehen konnten."

Von einem "enormen Motivationsfaktor" sprach auch Verteidiger Torey Krug. "Wenn er spricht, hören alle zu. Er ist in den wichtigen Momenten zur Stelle und liefert ab. Er ist ein Elite-Spieler und eine unglaubliche Person."

 

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Cassidy: "Die Führungsspieler sind immer da"

Auf die Führungsspieler wird es auch im absoluten Endspiel ankommen. Boston wird die Paraden von Rask, die Checks von Chara und die Tore von Bergeron oder Marchand wahrscheinlich brauchen - deren Führungsstarke sogar mit Sicherheit. "Wir haben eine gute Führung, unsere Führungsspieler sind immer da. Es lastet ein gewisser Druck auf unseren Spielern, aber wir sind das gewohnt. Jemand wird aufstehen", so Cassidy.

Doch nicht nur im Spiel selbst, sondern in den zwei Tagen vor dem ultimativen Showdown, sind die Anführer gefragt. "Ja, besonders an den freien Tagen brauchen unsere jüngeren Spieler Unterstützung", sagte Cassidy. "Ich bin überglücklich, dass wir so erfahrene Spieler haben." So geht es auch Stürmer Sean Kuraly (26): "Wir sind froh, dass wir sie haben. Sie waren die gesamte Saison schon für uns da. Du kannst dir viel von ihnen abschauen und mit Ruhe in ihre Fußspuren treten, denn du weißt, dass du in die richtige Richtung läufst."

 Video: BOS@STL, Sp6: Pastrnak nutzt Marchands Vorlage

Teamgeist wird bei den Bruins großgeschrieben

Bereits 2011 waren Chara, Bergeron und Marchand dabei, als Boston im Stanley-Cup-Finale mit 2:3 in Rückstand lag und sich am Ende in Spiel 7 noch zum Champion kürte. Selbst in den Playoffs 2019 standen die Bruins schon mit dem Rücken zur Wand. In der 1. Runde gegen die Toronto Maple Leafs wurden ebenfalls die beiden letzten Spiele gewonnen. Die Bruins funktionieren also nicht nur aufgrund ihrer Führungsspieler.

"Wir sind eine Familie. Wir glauben an uns und wir lieben uns alle. Wir sind so weit gekommen. Wenn es drauf ankommt, dann halten wir zusammen", sagt McAvoy. "Wir ziehen alle am selben Strang", bestätigt auch Krug. "Als Kollektiv haben wir alle Bedingungen angenommen. Das ist die Mentalität dieses Teams. Deswegen waren wir das ganze Jahr so widerstandsfähig, nicht nur in den Playoffs."

Video: BOS@STL, Sp6: McAvoy unterstützt Rask

McAvoy: "Es wird eine Achterbahnfahrt"

Die Bruins sind also bereit, den 20 Kilogramm schweren und 90 Zentimeter hohen Silberling in die Höhe zu stemmen. "Wir sind dankbar, dass wir jetzt in einem Spiel 7 spielen dürfen. Es wird eine Achterbahnfahrt, an der wir alle teilnehmen werden", so McAvoy. "Es wird das spannendste Spiel in unserem Leben", sagt Krug. "Wer die Ruhe und seine Disziplin bewahrt, der wird sich wahrscheinlich durchsetzen. Wir sind eine disziplinierte Mannschaft, die von großartigen Menschen angeführt wird."

Der ultimative Showdown im Stanley-Cup-Finale 2019 steigt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 2 Uhr MESZ (live bei NHL.tv, DAZN, Sport1+ und Teleclub Sport) im TD Garden in Boston.

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