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Dallas will den nächsten Schritt gehen

Mit der Verpflichtung von Joe Pavelski signalisieren die Stars, dass mit ihnen zu rechnen ist

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt

Wenn die Dallas Stars in der abgelaufenen Saison eine offensichtliche Schwäche hatten, dann lag sie klar in der Offensive. Das haben auch die Verantwortlichen erkannt und am 1. Juli, direkt zum Beginn der Free Agency in der NHL, dementsprechend reagiert. Sie verpflichteten mit Joe Pavelski, der am Montag in Texas einen mit durchschnittlich sieben Millionen US-Dollar dotierten Dreijahresvertrag unterschrieb, einen der begehrtesten Kandidaten im diesjährigen Free Agent-Pool.

Den Stars kam dabei zugute, dass den San Jose Sharks, dem bisherigen Team Pavelskis unter anderem durch die langfristige Vertragsverlängerung mit Erik Karlsson im Juni, finanziell die Hände gebunden waren, da etliche Verträge zur Verlängerung anstanden. 

Obwohl viele Teams an dem Stürmer Interesse zeigten, entschied er sich am Ende für ein Engagement in Dallas. Eine schöne Anerkennung für das Franchise aus Texas, das in Zukunft noch viel vorhat und dies mit der Verpflichtung von Pavelskis auch nach außen wirkungsvoll untermauerte.

 

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"Als wir hierher kamen, habe ich mir die Stadt und die Organisation ausgiebig angeschaut und bin zu der Überzeugung gekommen, dass das für mich und meine Familie der richtige Standort ist. Hier scheint alles perfekt zu passen", schwärmte Pavelski schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung am Montag. 

Pavelski bekam einige Tage zuvor die Gelegenheit sich mit General Manager Jim Nill und zudem mit Trainer Jim Montgomery einmal ausführlich zu unterhalten, schaute sich zudem in Ruhe in der Innenstadt von Dallas um. Ein persönliches Gespräch mit Jamie Benn stand ebenfalls auf der Liste der Aktivitäten im Vorfeld der Entscheidung.
 
Das Alles vor dem Hintergrund, dass Pavelski kurz vor Saisonbeginn 2019/20 immerhin schon 35 Jahre alt wird, und dies somit womöglich sein letzter NHL-Vertrag sein könnte. Dementsprechend spielten die gebotene Lebensqualität und die Umgebung des zukünftigen Lebensmittelpunkts, neben aller sportlichen Überlegungen, eine mitentscheidende Rolle für den Routinier.

Video: OTT@SJS: Pavelski aus dem Handgelenk zum Ersten

"Wir haben hier ja schon gespielt in der Vergangenheit. Die Halle und die nähere Umgebung kannte ich daher natürlich schon. Wir wussten, dass die Fans hier eine besondere Stimmung zaubern können. Ich wollte daher auch einmal etwas mehr über die Stadt und die Gegend kennenlernen, als ich das sonst konnte, wenn ich als Gast hier war. Das sah alles sehr gut aus und hat uns direkt gefallen. Ich konnte schon einen Einblick in die Abläufe hier gewinnen. Das war alles sehr erfreulich. Ich bin sehr froh, dass ich das machen konnte, bevor wir unsere Entscheidung endgültig getroffen haben", lobte Pavelski die Abläufe der vergangenen Tage.
 
Erfolg versprechen sich von seiner Verpflichtung aber zukünftig natürlich auch die Stars, die sich einen neuen Impuls in ihrer Offensive von Pavelski erhoffen. Das Team, lag in der Saison 2018/19 lediglich auf Rang 28 in der NHL, was die Torproduktion betraf. 2,55 Tore pro Spiel waren zu wenig, für ein Team mit hohen Ansprüchen.
 
Sich immer nur auf die Defensive und die Torhüterleistungen verlassen zu müssen, das reicht in der Regel nicht zum ganz großen Erfolg, genau diesen streben die Stars an. Coach Montgomery wünschte sich einen wie Pavelski in seiner Angriffsformation und er hat ihn bekommen, kann jetzt mit ihm als Fixpunkt der Offensive auf mehr Tore des eigenen Teams hoffen.
 
In der Spielzeit 2018/19 brachte es Pavelski immerhin auf eine Ausbeute von 38 Toren und 64 Punkten für San Jose. In den vergangenen fünf Spielzeiten lag sein durchschnittlicher Torerfolg bei beachtlichen 32,8 Treffern. Zudem ist Pavelski ein guter Spieler am Bullypunkt (er gewann im Durchschnitt seiner Karriere 55 Prozent der Anspiele) und kann alle drei Offensivpositionen besetzen.

Video: SJS@WPG: Pavelski schießt Unterzahltor in Overtime 

Pavelski ist es gewohnt, sowohl bei Über- als auch bei Unterzahl für sein Team auf dem Eis zu stehen. Für ihn ist es nichts Ungewöhnliches über 19 Minuten an Eiszeit zu bekommen.
 
Neben seinen sportlichen Attributen ist der Neuzugang auch als Führungspersönlichkeit für Dallas ein Gewinn. In seinen dreizehn Spielzeiten in der NHL erreichte er stolze zwölf Mal die Stanley Cup Playoffs und war in den letzten Jahren der Kapitän der Sharks. Diese Erfahrung, verbunden mit den sportlichen Fähigkeiten, tut jedem Team der Liga gut. 
"Auf ihn ist stets Verlass. Sein Wort hat in der Kabine Gewicht. Das wird uns zukünftig gut tun. Zusammen mit Corey Perry werden wir ein neues Duo haben, das aus uns ein echtes Siegerteam machen wird", hofft Trainer Montgomery im Hinblick auf seine beiden prominentesten Neuzugänge des bisherigen Sommers.
 
Pavelski hat das Potenzial überall in den Top 6 der Stars zum Einsatz zu kommen. Seine Flexibilität wird gefragt sein, wenn im Oktober die neue Spielzeit in Nordamerika beginnt. 

Kritischen Stimmen über seinen Gesundheitszustand und sein für einen Spitzensportler fortgeschrittenes Alter widersprach der Protagonist direkt: "Ich fühle mich großartig. Keine Ahnung, was die Leute reden. Ich denke, ich befinde mich in Top-Form. Die kann ich sicherlich noch das eine oder andere Jahr halten. 37 ist doch in der heutigen Zeit kein Alter", scherzte der befragte Stürmer.

Die Tatsache, dass er den Western Conference Finalisten dieses Frühjahrs verlassen hat, die wollte der erfahrene Offensive nicht zu nah an sich heran lassen: "Du glaubst natürlich für lange Zeit an einen Verbleib. Doch im Laufe der Zeit merkst du eben manchmal, dass es anders kommen könnte. So kam es dann auch. Ich weiß nicht genau, wie es sich anfühlt."

 

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In San Jose trauern ihm aktuell einige nach. Solche Sentimentalitäten teilte Pavelski nach seinem Wechsel bislang nicht. Er richtete den Blick direkt nach vorne: "Ich konzentriere mich auf die neue Aufgabe, mich in mein Team zu integrieren, mit den Jungs Zeit zu verbringen, alles kennenzulernen."

Noch hat er dazu einige Wochen Zeit. Doch spätestens im Herbst wird Pavelski den Druck zu spüren bekommen, wenn er in Dallas das Team in Richtung Stanley Cup führen soll.

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