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Wenn sich ein langer Atem auszahlt

Mit 29 Jahren machte Will O'Neill seinen ersten NHL-Einsatz und könnte Vorbild für deutsche AHL-Spieler sein

von NHL.com/de Autor / Marc Rösch

Wie machen sich die deutschsprachigen Spieler in der American Hockey League? Welche Akteure stehen vor dem Sprung in die NHL? Wer wurde von seiner Organisation nach unten geschickt und wer erhielt den erhofften Anruf eines NHL General Managers? Jeden Sonntag wirft NHL.com/de einen Blick auf die nordamerikanischen Minor Leagues und beantwortet diese und noch viele andere Fragen.

Nach sechs Jahren in den Minor Leagues ging am Donnerstag für Verteidiger Will O'Neill ein Traum in Erfüllung. Weil den Philadelphia Flyers etliche Stammkräfte fehlten, erhielt der Abwehrspieler den erhofften Anruf von Flyers General Manager Ron Hextall. Im zarten Alter von 29 Jahren schnürte O'Neill zum ersten Mal in seiner Karriere die Schlittschuhe für eine NHL-Partie.

"Ich glaubte immer an mich und daran, dass ich ein guter Eishockeyspieler bin", erzählte O'Neill nach dem Spiel dem Philadelphia Inquirer. "Ich war davon überzeugt, dass ich auf diesem Level spielen kann", fügte er hinzu.

Auch wenn O'Neill beim 2:0 Sieg seiner Flyers gegen die St. Louis Blues nur 9:25 Minuten lang auf dem höchsten Level, den es für einen Eishockeysportler gibt, spielte, und die wenigste Eiszeit seines Teams erhielt, so hinterließ er dennoch eine Duftmarke. O'Neill agierte im dritten Verteidigungsblock neben Mark Alt, den er von den Leigh Valley Phantoms kennt, und gab drei Schüsse auf das von Blues-Keeper Jake Allen gehütete Gehäuse ab.

"Ich versuchte einfach, die Scheibe laufen zu lassen und bemühte mich so sehr wie ich nur konnte", erzählte O'Neill. "Es war eine tolle Mannschaftsleistung und ich freue mich darüber, ein Teil davon zu sein."

Schon am Samstag war O'Neill kein Teil mehr.

Bei der 5:4 Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Colorado Avalanche wurde O'Neill vom Trainerteam nicht mehr berücksichtigt. Weil sich der wiedergenesene Shayne Gostisbehere aus dem Lazarett zurückmeldete, wurde O'Neill als schwächstes Glied aus dem Lineup gestrichen.

Ob es für O'Neill bei dem einen Einsatz bleiben wird oder ob noch weitere hinzukommen werden, er nimmt es wie es kommt.

"Ich liebe es, dieses Spiel zu spielen", erzählte der US-Amerikaner. "Es ist großartig und ich habe mich nie davon abbringen lassen, zu denken, 'mach immer weiter, immer weiter und kümmere dich nicht darum, wo es dich hinführt."

O'Neill hat den Sprung - wenn auch nur vorrübergehend - geschafft. Für zahlreiche Minor-League-Sportler kann er ein Vorbild sein. Seine Geschichte von der aufopferungsvollen Liebe zum Sport und dem unbändigen Willen, es sich und den Verantwortlichen bei den großen Klubs zu beweisen, führte ihn nach vielen schweren Jahren im wenig glamourösen Unterhaus zum großen Traum.  

"Natürlich gab es auch Zeiten, in denen es danach aussah, dass mir der Durchbruch nicht mehr gelingen werdet", beschrieb O'Neill. " Aber alles passiert aus einem gewissen Grund. Du gibst alles dafür, ein besserer Spieler zu werden. Eines Tages erkennt das eine Organisation und gibt dir die Chance. Das ist alles was du willst."

Die meisten Spieler in der AHL eifern dieser großen Chance hinterher. Die deutschen Markus Eisenschmid, Manuel Wiederer und Frederik Tiffels werden aller Voraussicht nach noch einen langen Atem beweisen müssen. Die Laval Rockets veröffentlichten immer noch kein Statusupdate zu Eisenschmids Verletzung und Tiffels wie auch Wiederer sind bei ihren Teams seit einigen Wochen healthy scratches.

Besser läuft es dagegen für die Eidgenossen in der American Hockey League. Der Sechstrundendraftpick von 2012 (Nummer 158), Christoph Bertschy, kam in dieser Saison schon zu seinem NHL-Einsatz für die Minnesota Wild. Zwar hinkt Bertschy mit derzeit drei Punkten (1 Tor, 2 Assists) aus zehn Saisonspielen, den Topspielern seines Teams noch etwas hinterher, doch steht er immer noch im Fokus von Minnesota.

Eine erfolgreiche Woche erlebten Calvin Thürkauf und Dean Kukan mit den Cleveland Monsters. Am 31. Oktober erschreckte Thürkauf die Rockford Icehogs mit einem Torerfolg, der zum 3:2 Sieg führte. Drei Tage später strichen die Monsters gegen die Tucson Roadrunners einen weiteren Sieg ein. Im Rückspiel am 4. November mussten die Monsters jedoch Federn lassen. Obwohl Thürkauf und Kukan jeweils eine Torvorlage gaben, reichte es am Ende für Cleveland nur zu einer knappen 3:2 Niederlage nach Verlängerung.  

Die wichtigsten Ergänzungen der vergangenen Woche:
Austin Czarnik (C), von den Providence Bruins zu den Boston Bruins
Jason Dickinson (C), von den Texas Stars zu den Dallas Stars
Taylor Fedun (D), von den Rochester Americans zu den Buffalo Sabres
Charlie Lindgren (G), von den Laval Rockets zu den Montreal Canadiens
Roland McKeown (D), von den Charlotte Checkers zu den Carolina Hurricanes
Jordan Szwarz (RW), von den Providence Bruins zu den Boston Bruins
Shea Theodore (D), von den Chicago Wolves zu den Vegas Golden Knights

Die wichtigsten Streichungen der vergangenen Woche:
Reto Berra (G), von den Anaheim Ducks zu den San Diego Gulls
Adam Clendening (D), von den Arizona Coyotes zu den Tucson Roadrunners
Landon Ferraro (C), von den Minnesota Wild zu den Iowa Wild
Ben Harpur (D), von den Ottawa Senators zu den Belleville Senators
Kevin Labanc (RW), von den San Jose Sharks zu den San Jose Barracuda
Denis Malgin (F), von den Florida Panthers zu den Springfield Thunderbirds
Tyler Motte (LW), von den Columbus Blue Jackets zu den Cleveland Monsters
Anthony Peluso (RW), von den Washington Capitals zu den Hershey Bears
Tucker Poolman (D), von den Winnipeg Jets zu den Manitoba Moose

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