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Die Minnesota Wild trotzten in den ersten beiden Spielen ihrer Serie der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs gegen die Vegas Golden Knights den Vorhersagen und gehen mit einem Stand von 1:1 in ihre beiden jetzt anstehenden Heimspiele. In der T-Mobile Arena der Golden Knights verloren sie nach einem 1:0-Sieg nach Verlängerung in Spiel 1 die zweite Partie am Dienstag mit 1:3. Ein überragender Marc-Andre Fleury im Tor von Vegas verhinderte den Sieg der Wild in Spiel 2 mit einer Glanzleistung von 34 Saves. Mit einem Zwischenstand von 1:1 in der Best-of-7-Serie hat Minnesota in den kommenden beiden Spielen in St. Paul die Möglichkeit die Kontrolle zu übernehmen.

"Wir müssen uns selbst nichts beweisen", zeigte sich Minnesotas Verteidiger Mathew Dumba selbstbewusst. Mit acht geblockten Schüssen stellte er einen Franchise-Rekord für die meisten geblockten Schüsse in einem Playoff-Spiel auf, zudem erzielte er in der 33. Minute das 1:0 für die Wild. "Wir wissen, auf welchem Niveau wir spielen können. Wir werden eher von den Medien in die Rolle der Außenseiter gestellt. Aber alle werden zu Hause nochmal ein anderes Team sehen. Da sind wir nochmal eine andere Herausforderung."
Minnesota beendete die reguläre Saison mit 75 Punkten (35-16-5) auf dem dritten Platz der Honda West Division. Vegas lieferte sich bis zum letzten Spiel der regulären Saison mit den Colorado Avalanche einen Kampf um den ersten Platz, landete aber am Ende punktgleich mit Colorado mit 82 Zählern (40-14-2) auf dem zweiten Rang.

MIN@VGK, Sp2: Marchessault erzielt den Ausgleich

Als Favoriten auf dem Papier machten sie im ersten Spiel der Serie über weite Strecken einen besseren Eindruck als die Wild. Cam Talbot musste in Minnesotas Tor 42 Saves zeigen, um seiner Mannschaft den 1:0-Sieg zu ermöglichen. Doch bereits in dieser Partie war auch Fleury für Vegas überragend. Talbot musste zwar öfter eingreifen, Fleury war bei seinen 29 Paraden aber mit den gefährlicheren Chancen konfrontiert. Am Dienstag war der 36-jährige Torhüter der entscheidende Faktor. Besonders der Schweizer Stürmer Kevin Fiala biss sich mit acht Torschüssen regelrecht die Zähne an ihm aus.
"Es ist sicherlich frustrierend, dass einfach nichts rein ging", gab Fiala zu. "Ich bin aber zuversichtlich, dass meine Schüsse früher oder später reingehen, also mache ich einfach weiter. Was kann ich sonst auch machen? Was können wir machen? Wir müssen einfach weiter Druck machen. Heute war wieder Fleurys Spiel, aber da muss man einfach weiter Gas geben und ich bin zuversichtlich, dass wir als Team mehr Tore schießen werden. Ich glaube nicht, dass wir irgendwas ändern müssen."

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Das Selbstbewusstsein der Wild ist sowohl in den Interviews, als auch in den Spielen offensichtlich. Dazu haben sie auch allen Grund, denn gegen eins der besten Teams der Liga schlugen sie sich in den ersten beiden Spielen absolut respektabel. Ihr größtes Problem ist bisher nicht die überragende Offensive der Golden Knights, sondern das Bollwerk Fleury. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass der Torhüter in jedem Spiel diese Leistung bringen kann. Die Serie ist nach zwei Spielen offen und Minnesota hat die Chance zu Hause im Xcel Energy Center wieder in Führung zu gehen. Für Minnesotas Trainer Dean Evason war klar, dass die Serie gegen Vegas eine enge Geschichte wird.
"Wir haben zu einhundert Prozent erwartet, dass hier kein Team das andere aus der Halle schießt", sagte Evason nach Spiel 2. "Im ersten Spiel waren die Chancen ausgeglichen und ich glaube, dass es auch im zweiten Spiel so war. So werden die Spiele ablaufen. Es ist großartig, das sind unglaubliche Spiele. Wenn man als Trainer hinter der Bande steht, sind diese Partien sehr stressig, aber sie machen auch Spaß."

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Trotz relativ weniger Tore kann man sich zwischen diesen beiden Kontrahenten nicht über mangelnden Unterhaltungswert, oder einen einseitigen Verlauf beschweren. Sie führen die Statistik der Playoffs nach Checks pro 60 Minuten an. Vegas liegt mit einem Durchschnitt von 58,38 nur leicht vor Minnesota mit 56,92. Minnesota führt die Playoffs mit 23,84 geblockten Schüssen an. Vegas liegt mit einem Wert von 16,05 auf dem fünften Platz. Die Serie hat also genug Szenen in der Offensive und genug Härte.
Die Wild sind in keiner schlechten Position und können diese am Donnerstag (9:30 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 3:30 Uhr MESZ) in ihrem ersten Heimspiel noch verbessern. Wenn die Offensive der Wild mit Kirill Kaprizov, Fiala und ihren Mitstreitern ins Rollen kommt, könnte sie die Favoriten aus Vegas in den beiden Heimspielen gewaltig unter Druck setzen.