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Es geht um mehr als den Stanley Cup zu gewinnen

Henrik Lundqvist und Sedin-Zwillinge schließen einen Trade aus, um die ersehnte NHL-Meisterschaft zu holen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Jedes Jahr dürfen um die 30 Spieler, Teameigner, Manager, Trainer und Mannschaftsbetreuer den Stanley Cup in die Höhe stemmen und sich am Ziel einer teilweise langen Reise fühlen. Der Pokal zum Gewinn der Meisterschaft in der NHL ist das Non-plus-ultra des Eishockeys und gilt als die am schwersten zu gewinnende Trophäe des Sports.

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist immer wieder zu beobachten, dass harte Männer, die eine körperbetonte und kampfintensive Sportart betreiben, in Tränen ausbrechen, wenn der Moment des Sieges da ist.

Doch so wichtig der Erfolg und die Gewissheit das Ziel erreicht zu haben auch ist, es gibt unter den Spielern unterschiedliche Sichtweisen, wie der Stanley Cup Sieg erreicht werden sollte. Für manche hat er oberste Priorität und sie ordnen dem alles unter.

So ist ein probates Mittel vieler, den letzten Strohhalm zu ergreifen und sie lassen sich zu einer anderen Mannschaft traden. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Die Beispiele, in denen es nicht funktioniert hat, sind umfangreicher, als anders herum.

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"Ich bin dankbar diese Chance bekommen zu haben", sagte zum Beispiel der Schweizer Mark Streit überglücklich, nachdem er im Alter von 39 Jahren zur Trading Deadline am 1. März dieses Jahres zu den Pittsburgh Penguins getradet wurde und mit ihnen im Juni schließlich den Stanley Cup gewann.

Weniger Glück hatte in den letzten Jahren Jarome Iginla, der nach 16 Spielzeiten die Calgary Flames verließ und seitdem mit mehreren Mannschaften versuchte, das zu erreichen, was er dort im Westen Kanadas nicht geschafft hatte. Jetzt im Sommer 2017 kämpft er darum, überhaupt noch einen NHL-Vertrag zu bekommen. Ein unwürdiges Ende einer großen Karriere droht.

Einer, der als großartiger Spieler ebenfalls den Stanley Cup noch nicht gewonnen hat, schließt so einen Werdegang für sich aus. "Ich will in New York spielen", sagte New York Rangers Torhüter Henrik Lundqvist zu NHL.com International auf die Frage, wie weit er gehen würde, um die Meisterschaft zu gewinnen.

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"Es wäre schwer für mich, woanders zu sein. Ich habe mich bewusst entschieden in New York zu bleiben, als ich vor vier bis fünf Jahren den neuen Vertrag verhandelte. Ich habe eine große Bindung zu der Organisation und ich würde eher bis ins Alter von 44 Jahren spielen, um den Cup zu gewinnen, als zu einer anderen Mannschaft zu gehen."  
Auch ein Wechsel zur Trading Deadline, falls die Rangers die Playoffs verpassen würden, käme nicht in Frage. "Es gibt trotzdem keine Garantie den Cup zu gewinnen", erläuterte er. "Es geht nicht nur darum zu gewinnen. Der Weg dorthin, ist für mich genauso entscheidend. Nach 12 Jahren habe ich das Gefühl, dass mir die Rangers so viel gegeben haben, so dass es schwer wäre, das nicht zu würdigen und einfach hinter sich zu lassen."

Ähnlich sieht es Vancouver Canucks Stürmer Henrik Sedin, der seinen Zwillingsbruder Daniel Sedin mit einschließt. "Daniel und ich sind uns in diesem Punkt einig", betonte er. "Es wäre so großartig den Stanley Cup zu gewinnen, aber es müsste in Vancouver sein. Sich davon zu schleichen und mit einer anderen Mannschaft zu gewinnen, nur um zu gewinnen, würde sich nicht richtig anfühlen."

Den Stanley Cup zu gewinnen, heißt also für nicht alle, einfach nur den Stanley Cup zu gewinnen, sondern das wie und mit einer Mannschaft, mit der man während seiner Karriere durch dick und dünn gegangen ist, verstärkt das Gefühl, etwas wirklich Großes erreicht zu haben. Doch das ist wohl eher Ansichtssache.

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