Die Carolina Hurricanes und Florida Panthers lieferten sich auch in Spiel 2 des Eastern Conference Finales in der PNC Arena von Raleigh am Samstag einen engen Schlagabtausch, der erst in der Verlängerung entschieden wurde. Mit 2:1-Toren hatten am Ende die Panthers knapp die Nase vorne und gingen in der Best-of-7-Serie mit 2:0 in Führung.

"Die Niederlage ist natürlich hart. Wir haben nun zwei Spiele verloren und hätten einen Weg finden müssen, um mehr Tore zu erzielen", bedauerte Carolinas Trainer Rod Brind'Amour den aus seiner Sicht bitteren Spielausgang und fügte hinzu: "Wir wollen eine Antwort darauf geben."

Zum Matchwinner der Gäste avancierte erneut Matthew Tkachuk mit einem Powerplaytreffer nach 111 Sekunden in der Overtime. Für die Panthers bedeutete es den achten Auswärtserfolg hintereinander, zurückgehend auf Spiel 2 der Erstrundenserie gegen die Boston Bruins, und den sechsten Overtime-Sieg in der diesjährigen Postseason.

Angesichts der Niederlage zum Auftakt der Serie von vor zwei Tagen im Marathon-Match, das die Panthers in der vierten Overtime für sich entschieden, stand Carolina gehörig unter Druck.

Die Hurricanes starteten mit viel Zug zum Tor in die Partie und erwischten einen Traumstart. Bereits nach 103 Sekunden ließ Jalen Chatfield den Großteil der knapp 19.000 Besucher im weiten Rund jubeln. Die Gäste verloren im Spielaufbau den Puck in der neutralen Zone. Über Sam Reinhart sowie Stefan Noesen landete die Scheibe bei Sebastian Aho, der vom unteren Ende des linken Bullykreises einfach mal abzog. Der hereingelaufene Chatfield fälschte den Schuss aus kurzer Distanz zum 1:0 ab. Für den 27-jährigen Verteidiger war es der erste Treffer in den Stanley Cup Playoffs.

"Im ersten Drittel spielten wir nicht so, wie wir es uns vorgenommen hatten, doch dann kamen wir immer besser in die Partie rein", analysierte Tkachuk das Spielgeschehen.

FLA@CAR, Sp2: Chatfield lenkt Puck zum ersten Tor ab

Es sollte für lange Zeit das einzige Gegentor des überragend agierenden Sergei Bobrovsky im Tor der Panthers bleiben. Die Hurricanes hatten bis zur ersten Pause bei einem Torschussverhältnis von 20:11 noch einige gute Einschussmöglichkeiten, um den Vorsprung zu erhöhen, doch Bobrovsky war für sie jeweils Endstation. Floridas 34-jährigen Schlussmann gelangen in der Begegnung 37 Rettungstaten. Im Kasten der Hurricanes bekam Antti Raanta den Vorzug gegenüber Frederik Andersen. Raanta, der seinen letzten Playoff-Einsatz in der Erstrundenserie gegen die New York Islanders hatte, beendete die Partie mit 24 Saves.

Erstmals geschlagen geben, musste sich der finnische Torwart durch Aleksander Barkov in der 28. Minute. Die Panthers spielten die Scheibe tief ins Verteidigungsdrittel ihrer Gastgeber. Von der blauen Linie passte Josh Mahura mittig zu Barkov, der mit einem klasse Move, bei dem er sich den Puck durch die eigenen Beine bugsierte, Raanta das Nachsehen gab und zum Ausgleich abschloss.

"Ich habe gar nicht so viel darüber nachgedacht. Das trainiere ich ja auch und mache das schon mein ganzes Leben lang", so der Torschütze. Widerspruch gab es von seinem Trainer: "Ich habe so etwas noch nie von ihm gesehen."

Im Schlussdrittel der regulären Spielzeit bekamen die Hurricanes wieder die Oberhand, hatten mehr Spielanteile, fanden jedoch in Bobrovsky ihren Meister, so dass die Entscheidung in der Verlängerung fallen musste. 99 Sekunden waren in der Overtime gespielt, als sich Jesperi Kotkaniemi eine Strafe wegen Hakens einhandelte und auf der Strafbank Platz nehmen musste. Nach gewonnenem Bully setzten sich die Panthers im Drittel der Hurricanes fest, ließen den Puck laufen und Tkachuck schloss die wunderbare Pass-Stafette mit dem Siegtor ab.

"Das war eine brillante Vorlage, so dass es für mich relativ leicht war zu treffen", lobte der Siegtorschütze seine Mitspieler.

Durch sein drittes Overtime-Siegtor in den laufenden Playoffs zog Tkachuk mit Carter Verhaeghe in der ewigen Bestenliste der Panthers gleich und stellte eine neue Franchise-Bestmarke bei den Overtime-Treffern in einer Postseason auf. Drei Overtime-Treffer in einem Playoff-Jahr waren vor ihm in der Geschichte der NHL nur Corey Perry (2017), Maurice Richard (1951) und Mel Hill (1939) gelungen.

Auch dank Tkachuks Abschlussstärke in den wichtigen Momenten, entschieden die Panthers auf fremden Eis fünf Overtime-Spiele für sich. Die Montreal Canadiens (1993) und die Islanders (1980) sind die einzigen Teams, die in der NHL-Historie ein ebensolches Kunststück vollbrachten. Beide gewannen in diesen Jahren den Stanley Cup.

Ein besonderes Erfolgsrezept für Verlängerungen haben sie nicht verriet Barkov: "Wir ziehen das Spiel so durch wie auch in der regulären Spielzeit. Diesmal kamen wir zu einem Powerplay und das hat uns in die Karten gespielt."

Das dritte Aufeinandertreffen der Hurricanes und Panthers findet am Montag in der FLA Live Arena von Sunrise statt (8:00 p.m. ET; NHL.tv; Di. 02:00 Uhr MESZ). Auch in Spiel 4 am Mittwoch (8:00 p.m. ET; NHL.tv; Do. 02:00 Uhr MESZ) genießen die Panthers Heimrecht.