So beendet man als Torjäger eine sportliche Krise mit Stil: Mitchell Marner, der seit acht Spielen auf ein persönliches Erfolgserlebnis gewartet hatte, traf beim 4:3-Erfolg nach Shootout seiner Toronto Maple Leafs gegen die Seattle Kraken dreifach und war auch im abschließenden Penaltyschießen für sein Team erfolgreich.
Marner mit Dreierpack bei Erfolg der Maple Leafs
Nach langer Durststrecke meldet sich Torontos Stürmer gegen Seattle eindrucksvoll zurück

Der Angreifer, der mit einem Gesichtsschutz angetreten war, nachdem er im Spiel gegen die Floridas Panthers in dieser Woche einen Puck ins Gesicht bekommen hatte, profitierte von einer Reihenumstellung. Er wurde von der ersten Formation, in der er zuletzt gemeinsam mit Auston Matthews aufgelaufen war, in die zweite versetzte. Es war der zweite NHL-Hattrick von Marner im Laufe seiner Karriere. Damit wischte er Zweifel an seiner Formstärke endgültig beiseite.
„Es fühlt sich natürlich sehr gut an", sagte Marner hinterher. „Wie ich in den vergangenen Tagen schon häufiger gesagt habe, war ich mit meinem eigenen Spiel nicht zufrieden, ich dachte, ich wäre nicht in Top-Form gewesen. Heute Abend habe ich mich gut gefühlt, habe meine Füße bewegt, die Pucks an die richtigen Stellen gebracht, und gleichzeitig habe ich nichts erzwungen."
Matthews mit starkem Auftritt, Woll überzeugt im Tor
Neben Matchwinner Marner überzeugten in Reihen der Gastgeber in der Scotiabank Arena in erster Linie Matthews, der zwei Assists erzielte, und Torhüter Joseph Woll, der zum dritten Mal in Folge in der Startelf stand, dabei 37 Saves zeigte und ebenfalls entscheidend mithalf, die Matchbilanz der Maple Leafs auf 12-6-3 zu stellen.
Von den vergangenen acht Duellen konnte Toronto sechs für sich entscheiden (6-1-1). Für das Traditionsfranchise war es nach dem 2:1-Sieg gegen die Florida Panthers am Dienstag an gleicher Stelle der zweite Sieg im Penaltyschießen auf heimischem Eis in Folge. „Es ist eine harte Liga", betonte Maple Leafs-Verteidiger Morgan Rielly. „Jeder Abend ist eine Herausforderung. Jedes Team hat seine Fähigkeiten, seine Größe, seine Schnelligkeit. Wenn wir zwei Punkte holen, sind wir zufrieden. Wenn man im dritten Drittel in Führung liegt, will man das Spiel natürlich auch zu Ende bringen, aber wir nehmen es so wie es kommt."
Solider Grubauer und Doppelpacker McCann für Seattle zu wenig
Für die Gäste reichte es am Ende trotz starker Leistung nur zu einem Punkt, obwohl Jared McCann zweimal traf und Torhüter Philipp Grubauer 25 Rettungstaten für die Kraken (8-10-6) vollbrachte, die jetzt drei Mal in Folge verloren haben (0-2-1). „Wir haben einen Punkt im Penaltyschießen verloren", beklagte Kraken-Trainer Dave Hakstol. „Wir waren heute Abend die bessere Mannschaft und ich denke, wir hätten ein besseres Ergebnis verdient gehabt. Es ist enttäuschend, im Shootout zu verlieren."
Maple Leafs mit optimalem Start
Der Spielverlauf begann optimal für die Hausherren. Marner brachte Toronto schon in der siebten Minute im Powerplay mit 1:0 in Führung, nachdem er einen Pass von William Nylander annahm und am herausstürzenden Grubauer vorbei ins Netz schoss. Marner erzielte 21 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels auch den Treffer zum 2:0, als er einen Pass von Matthews knapp oberhalb des linken Anspielpunkts mit einem Schlenzer verwertete.
Danach kamen die Gäste besser ins Spiel. McCann verkürzte in der 24. Minute im Powerplay auf 1:2, doch Marner vollendete den Hattrick durch seinen Treffer zum 3:1 (37.) noch vor dem Ende des Mitteldrittels und stellte den alten Abstand wieder her. „Er war unglaublich", sagte Goalie Woll über die Leistung von Marner. „Das war ein Wahnsinnsspiel von ihm. Er hat das Team mit seinen drei Toren entscheidend in Front gebracht und dann im Penaltyschießen auch den Siegtreffer erzielt, das ist schon beeindruckend."
Kraken mit langem Atem
Dass die Maple Leafs erneut bis über die Verlängerung hinaus um den Sieg zittern mussten, lag auch an Eeli Tolvanen der in der 47. Minute zum 2:3 traf. „Das war eine der besten Begegnungen, die wir in dieser Saison bisher gespielt haben. Ich hatte das Gefühl, dass heute alle voll bei der Sache waren. Wir lagen zu Beginn des dritten Drittels mit zwei Toren zurück, und man hat gesehen, dass sich jeder angestrengt hat und jeder zurückkommen wollte", erläuterte er.
Die Bemühungen der Kraken wurden am Ende zumindest mit einem Zähler belohnt, nachdem McCann in der 54. Minute den 3:3-Ausgleich erzielen konnte, als er ein Zuspiel von Alex Wennberg gekonnt aufnahm und mit einem Handgelenkschuss vom linken Kreis aus in die Maschen traf.
„Wir wollten die Führung im dritten Drittel eigentlich nicht mehr hergeben", gab Marner zu Protokoll. „Es schien, als hätten wir alles im Griff gehabt. Aber wir durften uns nicht so zurücklehnen."
Torhüter Woll verhinderte 36 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung bei einem Schuss von Jordan Eberle aus kurzer Distanz sogar die Niederlage für Toronto und erzwang damit das finale Penaltyschießen. „Es war ein seltsames Spiel", resümierte Woll. „Ich habe in der Situation alles versucht, was ich kann, um den Puck abzuwehren."
Im Penaltyschießen hatten die Maple Leafs dank Marner das bessere Ende für sich. Er verwertete den entscheidenden Sololauf. Matthews hatte seinen zuvor ebenfalls verwertet.

















